17. Juni 1953 - Volksaufstand gegen die SED

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17. Juni 1953 - Volksaufstand gegen die SED
Datum: 14.06.2023 - 09:40 Uhr

Der 17. Juni 1953 ist der Tag, an dem sich das Volk gegen seine Knechtschaft durch die SED erhob. Mit Hilfe der Roten Armee wurde der Aufstand blutig niedergeschlagen, im Anschluss übte die Justiz Rache an vielen Aufständischen. Die Ereignisse des 17. Juni 1953 stellten den Höhepunkt einer sich über viele Tage abzeichnenden und steigernden Entwicklung dar.

Bereits am 12. Juni 1953 gab es in zahlreichen kleinen Gemeinden Widerstand gegen die SED und ihre Repräsentanten vor Ort. Einige Male endeten diese Unwillenskundgebungen damit, dass die Polit-Bonzen ein Bad in der Jauchegrube nahmen - eine zeitgenössische Art, seine Unzufriedenheit auszudrücken, die (leider) ganz und gar aus der Mode gekommen ist. Der eine oder andere SED-Funktionär wurde auch ersatzweise oder vor dem Bad in der Jauche ordentlich verprügelt, zu Todesfällen kam es aber nicht.

Am 16. Juni 1953 hatte die Welle der Unzufriedenheit dann Berlin erreicht. An den Großbaustellen in der damaligen Stalinaallee und am Krankenhausneubau in Friedrichshain legten die Bauarbeiter die Kellen aus der Hand, um so gegen die von der SED verhängten neuen höheren Planerfüllungszahlen - für die es keine finanzielle Kompensation geben sollte - friedlich zu demonstrieren.

Es entwickelte sich ein Protestzug, dem sich immer mehr Arbeiter anschlossen und der letztlich bis in die Leipziger Straße führte, wo damals die SED-Administration residierte. Dort wurde den Protestierenden zwar die Rücknahme der Normenerhöhung mitgeteilt, allerdings waren deren Forderungen in der Zwischenzeit um die Punkte Rücktritt der Regierung und freie Wahlen erweitert worden.

Dem wollte das SED-Regime nicht zustimmen und da am folgenden Tag sich die Zahl der Protestierenden in Berlin deutlich erhöht hatte und es auch in anderen Städten zu Protestkundgebungen kam, rückte die Staatsmacht unter tatkräftiger Unterstützung der Sowjetarmee gegen die Demonstranten vor und schlug brutal zu. Über 30 Protestierende verloren am 17. Juni 1953 ihr Leben: erschossen von Volkspolizisten und Sowjetsoldaten. Die Zahl der Toten erhöhte sich im Anschluss an den 17. Juni 1953 auf über 70: die SED-Gerichte verhängten Todesstrafen gegen Aufständische oder ließ sie bei schlechten Haftbedingungen verrecken.

Heute ist der 17. Juni nur noch ein Gedenktag; ein gesetzlich anerkannter Feiertag würde den damals so mutigen Menschen, die sich gegen ein Unrechtsregime aufgelehnt haben, wesentlich mehr gerecht werden.

Sven von Storch

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