1,65 Millionen Menschen sind auf die Tafeln angewiesen
1,65 Millionen Menschen sind auf die Tafeln angewiesen
Datum: 19.09.2019 - 09:29 Uhr
Den Menschen in Deutschland ging es noch nie so gut wie im Augenblick - mit diesen Worten ließ Merkel in einer Haushaltsdebatte aufhorchen. 1,65 Millionen Menschen, denen es angeblich so gut geht wie noch nie, sind in diesem Land auf die für sie kostenfreie Hilfe der bundesweit knapp 950 Tafeln angewiesen. Die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr, so der Vositzende Jochen Brühl, seien allein 150.000 neue Nutzer hinzugekommen.
Vor allem die Zahl der Senioren sei überproportional hoch. Die sei im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent gestiegen. Doch trotz eindringlicher Warnungen und Hinweise der Organisation stellt man sich bei den politischen Entscheidungsträgern taub. Und das, obwohl gerade in der Hauptstadt und im angrenzenden Brandenburg jeder dritte Tafel-Kunde ein Ruheständler ist, moniert Brühl in einem Beitrag der B.Z. Diee Zahl, so Brühl weiter, werde in den nächsten Jahren mutmaßlich weiter zunehmen, weil das Problem der Altersarmut nicht gelöst ist und nicht einmal ansatzweise bekämpft wird.
Zu der größten Nutzergruppe der Tafel gehört die Gruppe der ALG-II-Empfänger (umgangssprachlich Hartz IV). Fast jeder zweite Tafelkunde gehört zu diesen Personenkreis. Besonders dramatisch: die Zahl der Kinder und Jugendlichen bei den Tafelkunden ist alleine im Vorjahr um 50.000 gestiegen.
Seit zehn Jahren, so Brühl, weise man seitens der Tafeln auf diese Entwicklung hin. Doch es habe weder einen Aufschrei in der Gesellschaft gegeben, noch sei »der große Wurf in der Politik« erfolgt.
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