13. August 1961 - das SED-Regime offenbart seine Hilflosigkeit
13. August 1961 - das SED-Regime offenbart seine Hilflosigkeit
Datum: 13.08.2025 - 10:32 Uhr
Mangelndes Vertrauen in die SED
Das SED-Regime in der Sowjetisch Besetzten Zone (SBZ) hatte von Beginn an ein großes Problem: die Menschen trauten ihm nicht und stimmten »mit den Füßen ab«. Soll heißen: sie schnappten sich die paar Habseligkeiten, die ihnen nach dem Bombenterror der Westalliierten und den Vertreibungen durch die Sowjetarmee zum Ende respektive nach dem Ende des Krieges geblieben sind und machten sich auf in Richtung der drei Westzonen. Das mangelnde Vertrauen in das Regime des angeblich »besseren Deutschlands« mag wohl auch damit im Zusammenhang gestanden haben, dass die Machthaber die zuvor bestanden habenden totalitären Strukturen exakt übernommenn hatten und lediglich die Farben der Hemden und Uniformen gewechselt hatten.
Massiver Bevölkerungsverlust in Mitteldeutschland
Bereits relativ früh nach der Unterteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen und die Abtretung der deutschen Ostgebiete unter polnische respektive sowjetische Verwaltung setze aus dem damals noch so bezeichneten Mitteldeutschland, das nach einem kleinen Gebietsaustausch deckungsgleich mit der SBZ war, ein Exodus ein. Zwar hatte die SED »auf dem flachen Land« die Demarkationslinie befestigt und gegen Übertritte zu sichern versucht, aber das Nadelöhr Berlin blieb nach wie vor offen - und wurde reichlich genutzt.
Offiziell fast drei Millionen Flüchtlinge
Bis 1960 haben nach offiziellen Angaben fast drei Millionen Menschen den Machtbereich des SED-Regimes in Richtung Westen verlassen, ein Großteil davon über Berlin. Dem wollten und mussten die kommunistischen alten Männer des ZK der SED einen Riegel vorschieben. Am 13. August 1961 untermauerten sie mit dem Beginn des Mauerbaus in und um Berlin ihre eigene Hilflosigkeit. Und das, obwohl der Spitzbart (Walter Ulbricht) noch zwei Monate zuvor erklärt hatte, dass niemand die Absicht habe, eine Mauer zu errichten.
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