13. August 1961_ das SED-Regime mauert Westberlin ein
13. August 1961_ das SED-Regime mauert Westberlin ein
Datum: 13.08.2021 - 09:33 Uhr
In den frühen Morgenstunden des 13. August 1961, einem Sonntag, riegelte das SED-Regime zunächst durch Menschenketten aus Angehörigen der Nationalen Volksarmee (NVA), der Volkspolizei (VP), der Deutschen Grenzpolizei (DGP) und zahlreich herangekarrter Betriebskampfgruppen (BKG), die Sektorengrenze in Berlin zwischen den drei Westsektoren und dem Sowjetsektor ab. Relativ schnell ließ das SED-Regime anschließend rostige Stacheldrahts- und Holzsperren entlang der Sektorengrenze errichten. Die bis an die Zähne bewaffneten Schergen des Regimes patrouillierten und erweckten den Eindruck, als seien sie jederzeit bereit, von der Schusswaffe gebrauch machen zu wollen. Ein Heer an gepanzerten Fahrzeugen fuhr unter anderem am Brandenburger Tor auf.
Dem SED-Regime liefen die Menschen davon. Zwischen September 1948 und August 1961 stimmten knapp drei Millionen Menschen mit den Füßen ab und sahen ihre Zukunft in den deutlich freieren Westzonen als in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ). Zwar war an der Zonengrenze bereits früh vom Unrechtsregime der SED damit begonnen worden, ein Todeszaun zu errichten, die Sektorengrenze in Berlin blieb aber für viele das letzte Schlupfloch. Das sollte sich an jenem 13. August 1961 ändern.
Im Laufe der Jahre wurde aus dem Stacheldrahtverhau zunächst eine Mauer aus Zeigelsteine, später dann aus gegossenen Betonelementen und mehreren unterschiedlichen »Sperrelementen«, begonnen von Ost nach West mit der Hinterlandmauer mit insgesamt 68 Kilometern Länge, dem Grenzsignalzaun (148 Kilometer), 38.000 Flächensperren, Höckersperren (19 Kilomter), 190 Beobachtungstürmen und Führungsstellen, einer Lichttrasse (177 Kilometer), 172 Kilometer Kolonnenweg, 165 Kilometer Kontrollstreifen, Kfz-Sperren (92 Kilomter) und dem direkt dem Westen angrenzenden vorderen Sperrelementen auf 162 Kilometer Länge. All das wurde überwacht von einem Heer an Grenzsoldaten, die die (unausgesprochene?) Order hatten, auf Jeden zu schießen, der die Mauer in Richtung Freiheit überqueren wollte.
Wie viele Menschen das SED-Regime und seine Schergen an der Mauer und dem Todeszaun an der Zonengrenze mordeten, ist bis heute nicht endgültig aufgeklärt und wird es wohl auch nie werden.
Die Mauer ist weg, der Todeszaun auch. Aber die Partei, die diese menschenverachtenden und lebensvernichtenden Anlagen errichten ließ, existiert weiterhin. Sie hat sich zwar mehrfach umbenannt, aber eine eindeutige Verantwortung für die Morde an Mauer und Todeszaun hat sie bis heute verweigert. Man ließ sich lediglich zu einer lauen Erklärung hinreißen: »Die Schüsse an der Mauer auf eigene Bürgerinnen und Bürger, die ihren Staat verlassen wollten, stellen eine Verletzung elementarer Menschenrechte dar und sind durch nichts zu rechtfertigen.«
Heute sitzen Mitglieder der mehrfach umbenannten SED in bundesdeutschen Parlementen, teilweise sogar in Regierungsverantwortung. Teile jener Partei verteidigen bis heute den Mauerbau, den Todeszaun und auch die Todesschüsse. Schüsse aus dem Hinterhalt auf die, die nichts anderes wollten, als frei leben zu können.
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