Das fröhliche Kraftwerkesprengen geht weiter
Das Gas wird knapp und LNG-Terminals müssen vom Eisbrecher freigeschoben werden, weil die Erderwärmung nicht so recht mitspielt. Ein merkwürdiger Zeitpunkt, um munter ein weiteres Kohlekraftwerk in die Luft zu sprengen. So geschehen am Sonntag in Ibbenbüren.
Von Manfred Haferburg
Der Schornstein des Steinkohlekraftwerks Ibbenbüren wurde am 22.02.2026 gesprengt. Die Bildzeitung berichtete: „Mit der Sprengung wird ein prägendes Kapitel der Energiegeschichte beendet und macht Platz für erneuerbare Energie“. Die Tagesschau jubelte anlässlich der Sprengung des Kühlturms: „Wieder ein Kohlekraftwerk weniger!“ Im Bing-Video der Abrissfirma ist flotte Musik zur Begleitung der Sprengung des Kesselhauses und danach spontaner Beifall zu hören. „Though this be madness, yet there is method in’t.“ („Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode.“) William Shakespeares Hamlet, Akt 2, Szene 2.
600 kg Sprengstoff, ein Knall, und wieder sind 840 Megawatt steuerbare Leistung im deutschen Stromnetz endgültig weg. Das ist nicht sehr teuer. Aber irgendwoher muss der Strom ja kommen, den Ibbenbüren nun nicht mehr erzeugen kann. Onshore werden für den Ersatz von Ibbenbüren 392 Windräder der 6-MW-Klasse benötigt , bei einer Verfügbarkeit von 18 Prozent. Die Investitionskosten dieser Windräder betragen ungefähr vier Milliarden Euro, und ihre jährlichen Betriebskosten inklusive EEG und Netzanbindung und Back-up betragen etwa 300 Millionen Euro.
Die Investition, Betriebskosten und Subventionen zum Ersatz des Kraftwerkes Ibbenbüren summieren sich in 20 Jahren auf etwa neun Milliarden Euro. Aber dafür kann das Kohlekraftwerk Ibbenbüren nun kein Kohlendioxid mehr ausstoßen. Bezahlen müssen es Mittelstand, Stromkunden und der Steuerzahler. Die Industrie zahlt für eine Kilowattstunde etwa 18 Cent.
Was machen China, Indien und die USA?
China hat auch 2025 den massiven Ausbau der Kohlekraft fortgesetzt, um die Netzstabilität zu gewährleisten. China brachte 2025 rund 85 Gigawatt (GW) an neuen Kohlekraftwerken ans Netz. Das entspricht etwa 100 bis 110 Kraftwerken der Ibbenbüren 840-MW-Klasse – in einem Jahr! Die chinesische Industrie zahlt pro Kilowattstunde 9 Cent
Auch Indien treibt seine Kohlepläne voran, um den steigenden Bedarf durch das große Wirtschaftswachstum zu decken. In den ersten zehn Monaten des Finanzjahres 2025/26 (bis Januar 2026) wurden in Indien etwa 8,8 GW thermische Kapazität, fast ausschließlich Kohle, neu in Betrieb genommen. Das entspricht etwa 10 Kraftwerken wie Ibbenbüren. Der Preis einer Kilowattstunde in Indien für die Industrie beträgt etwa 10 Cent.
Anstatt neue Kraftwerke zu bauen, hat die US-Regierung 2025/2026 massiv daran gearbeitet, geplante Stilllegungen von Kohlekraftwerken zu verhindern. Durch Exekutivverordnungen und Notfallanordnungen des Energieministeriums (DOE) wurde die Schließung von über 17 Gigawatt (17.000 Megawatt) an bestehender Kohlekapazität gestoppt oder verschoben. Das entspricht etwa 20 Kraftwerkseinheiten wie Ibbenbüren.
Statt der Stilllegung von Kohlekraftwerken wurden in den USA Programme im Umfang von rund 525 Millionen US-Dollar aufgelegt, um bestehende Kohlekraftwerke zu modernisieren und ihre Laufzeit zu verlängern. Ziel ist es, sie als „zuverlässige Grundlast“ im Netz zu halten, anstatt sie durch neue Einheiten zu ersetzen. Die Kilowattstunde in den USA kostet für die Industrie etwa 8 Cent.
Deutschlands energiepolitischer Suizid nützt niemandem
Die Energiewende muss angeblich deshalb vorangetrieben werden, um den CO2-Ausstoß zwecks Rettung des Weltklimas zu reduzieren. Aber wenn man auch nur ein bisschen über die Grenzen Deutschlands hinausdenkt, dann kann das einfach nicht stimmen. Es gibt weder ein Deutschland-Klima, noch macht CO2 an Landesgrenzen halt. Die deutschen Einsparungen verschwinden im Weltmaßstab hinter dem Komma.
Wenn Deutschland seine Kohlekraftwerke vollständig abschaltet, spart die Welt maximal rund 0,5 Prozent der globalen CO2‑Emissionen ein. Rechnet man die geplanten Back-up-Gaskraftwerke, die mit LNG betrieben werden, mit ein, dann kommen nur noch zwischen 0,2 und 0,4 Prozent der globalen CO2-Emissionen als Einsparung heraus. Es ist für den weltweiten Kohlendioxidanstieg völlig vernachlässigbar, dass Deutschland mit Zerstörung seines Kraftwerksparks energiewirtschaftlichen Suizid begeht.
Deutschland liegt beim Industriestrompreis zwei bis dreimal über den USA und deutlich über China, was energieintensive Branchen so stark belastet, dass sie in großem Umfang das Land verlassen. Mit ihnen geht unser Wohlstand. Er ist dann nicht weg, er ist nur woanders. Für diejenigen Deutschen, die noch die Grundregeln der Mathematik beherrschen, bedeutet das: „Rette sich, wer kann“. Und wer nicht kann, überlege sich wohl, wo er sein Kreuzchen bei den nächsten Wahlen hinmalt.
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Blog-Kommentare
Interessant wäre jetzt noch…
Interessant wäre jetzt noch Ihre Gegenrechnung zu den vermiedenen Kohleimporten im Falle Ibbenbüren, Kohle die eine halbe Weltreise hinter sich hat, bis sie sich in rauchendes Verbrennungs Abgas verwandelt.
Öffne ich bei meinem Holzofen kurz vorne die Tür, dann spürt man unmittelbar was Verbrennungsabgase für die Raumluft bedeuten. Das Gleiche gilt mit Faktor 1 Million bei einem Kohlekraftwerk für die Athmosphäre, schlimmer noch wenn es mit Braunkohle beheizt wird.
Dazu ein paar konkrete Zahlen zum Vergleich:
2025 lieferten alle Braunkohlekraftwerke bundesweit 67 TWh/a an Jahresnettostromerzeugung.
Alleine der Solare Selbstverbrauch, PV auf dem Dach, Stromverbrauch unmittelbar im Haus, lag schon bei 17 TWh/a , der Biomasssse Selbstverbrauch analog bei 5 TWh/a,
Netzgekoppelte Biomasse-, Laufwasser- und Müllkraftwerke lieferten in der Summe 57 TWh/a an Erneuerbarer Regelenergie.
Stillgelegte Kohle-Kraftwerke verursachen trotz allem jährliche Unterhaltungskosten die von der Allgemeinheit getragen werden.
Die Bundesnetzagentur entscheidet, welche Kraftwerke als Reserve vorgehalten werden müssen und welche dauerhaft vom Netz genommen werden können, da nicht mehr benötigt im Zuge des Ausbaus der Energiewende.
Auf das was in China und Indien passiert, haben wir keinen unmittelbaren Einfluss,am wenigsten auf deren Bevölkerungszahl, Indien hat China bereits überholt auf über 1,4 Milliarden Menschen.
Wir können aber zeigen wie es anders und besser geht.
Indem wir aus dem Dampfmaschinen Zeitalter sukzessive aussteigen hinüber ins Solarzeitalter.
Die nachgewiesenen Zahlen zeigen, das und wie es geht.
MfG, HPK
Die Medien erzählen muntzer…
Die Medien erzählen muntzer und voller Stolz, daß wieder xyz Tonnen CO2 eingespart würden. Aber: In der erdnahne Atmosphäre befiunden sich run 1,3 Billionen Tonnen CO2, da spielen ein paar tausend Tonnen CO2 mehr oder weniger überhaupt keine Rolle. Zudem in der Biosphäre der Erde fortwährend CO2 reigesetzt und wieder gebunden wird.
Zudem: WAS ändert sich eigentlich verbindlich am Klima, wenn wir xyz Tonnen CO2 eingespart haben? Die Antwort ist seit Jahrzehnten reines Schweigen. Das heißt, daß das Einsparen von CO2 eine reine Blindleistung ist, die irssinnig viel Geld kostet und ansonsten NICHTS einbringt. Ein Schildbürgerstreich also, mehr nicht.
@ Harald44Zu :" ... da…
@ Harald44
Zu :
" ... da spielen ein paar tausend Tonnen CO2 mehr oder weniger überhaupt keine Rolle. Zudem in der Biosphäre der Erde fortwährend CO2 reigesetzt und wieder gebunden wird."
Wie erklären Sie denn dann die exponentielle Zunahme an CO2 in der Athmosphäre ?
Im Februar 2026 wurden Wochenwerte von ca. 429,95 ppm gemessen, laut NOAA.
Global Monitoring Laboratory (https://gml.noaa.gov/ccgg/trends/weekly.html).
Keine Antwort ist auch eine Antwort.
MfG, HPK
Klimawahnsuizid ist der Welt egal
Solange diese Regierung noch zu viel "Kohle" hat ,wird sie weiter aus dem Fenster geworfen ! Da passt es dann auch ,wenn weitere Kohlekraftwerke in die Luft gesprengt werden .
Es wird aber langsam immer mehr "Klimawahnsinnigen "bewusst,wenn sie ihre Arbeitsplätze verlieren ,ihre Häuschen oder Mieten nicht mehr bezahlen können ,dass ihre Atemlust zwar sauberer wird ,dafür weniger im Kühlschrank ist und der Wohnort sich immer mehr auf die Strasse verlagert .Das kranke Renten und Krankensystem ist dann auch nicht mehr vorhanden ,bis der letze Klimafanatiker dann einsieht ,dass andere Ding ewichtiger zum Überleben waren .Nur ist es dann leider zu spät .Deutschland schafft sich ab und Chine baut doppelt dafür auf .Die Welt juckt sich einen Dreck ,ob Deutschland existiert oder nicht ! Deswegen müssen auch noch mehr Menschen reduziert werden ,die Mittel sind den "Eliten " dabei gleichgültig .
https://youtu.be/LIFMIKT6g8k?si=X90WpDTD-pgCf_GW https://youtu.be/8A6745-uAvc?si=htw6e9v3Al0aDwUK
Wann fängt die…
Wann fängt die Anstaltsleitung dieses Irrenhauses brD die Vogelhäcksler zu sprengen, die unsere Natur Und Tierwelt schädigen, wenig Nutzen bringen und Augenkrebs verursachen in ihrer Scheußlichkeit. Wann hört das System auf mit der sinnlosen Uhrenumstellung? Erst dann werden wir erkennen, daß man in die richtige Richtung regiert.
Was die Epstein Files uns sagen sollten, wozu auch meine angesprochene Problematik gehört. Das Imperium über Epstein – uncut-news.ch
War so, ist so, bleibt so
Sozialisten und die ihnen gehorsame Justiz haben in D eine lange gemeinsame Tradition als ideologiefanatische Abrissbirnenmafia. Von den beflissenen Heerscharen der Erfüllungsbüttelbürokraten mal ganz zu schweigen
Und wenn man davon ausgeht, dass die Evolution seit dem altrömischen Brot-und -Spiele-Zirkus Entwicklungspause gemacht hat, darf man auch nicht mehr Vernunft erwarten.
Bosheit kann man erfolgreich bekämpfen ... Dummheit leider nicht.
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