Prof. Dr. Ulrich Kutschera

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Unwort Klimahysterie_ Die Grünen und das Bio-Mainstreaming

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Unwort Klimahysterie_ Die Grünen und das Bio-Mainstreaming
Datum: 15.01.2020, 15:09

Vor 40 Jahren (11./12. Januar 1980) gründete sich bei einem Kongress in Karlsruhe eine Partei, die noch heute unter dem Label „Die Grünen“ bekannt ist. Nahezu zeitgleich zum vierzigsten „Geburtstag“ dieser „Öko-Partei“ wurde der Begriff „Klimahysterie“ zum „Unwort des Jahres“ 2019 gekürt. Was haben „Die Grünen“ mit dieser Ehrung zu tun?



Veröffentlicht: 15.01.2020

von Prof. Dr. Ulrich Kutschera


Auf der legendären Gründungsveranstaltung in der Karlsruher Stadthalle gab es kontroverse Diskussionen zwischen Anthroposophen, „Bio-Bauern“ mit konservativ-nationaler Einstellung, Feministinnen, selbsternannten „Öko-Anhängern“ und sogenannten „Spontis“ (d. h. „linksgerichtete“ politische Aktivisten). All diese „Umweltbesorgten“ vereinigten sich damals unter dem „Grünen“ Markenzeichen. Zehn Jahre später (1990) schlossen sich DDR-Bürgerrechtler in Potsdam zum „Bündnis 90“ zusammen. Diese daraufhin als politische Organisation aktive Gruppierung verbrüderte sich 1993 mit der Karlsruher „Anti-Parteien-Partei“, sodass der Verbund „Bündnis 90/Die Grünen“ entstanden ist. Das „Sonnenblumen-Logo“ steht für den Prozess der Chlorophyll-abhängigen Photosynthese (http://www.lit-verlag.de/presse_pdf/pressemappe2018P.pdf), ein grundlegender Solar-getriebener biochemischer Vorgang von globaler Bedeutung (CO2-Assimilation und C-Kreislauf).


Enttäuschte grüne Wähler und eine „Grünen“-Definition

Als junger Freiburger Student (Biologie & Chemie; Nf Musikwissenschaft) habe ich Anfang der 1980er Jahre die Entwicklung der „Grünen“ mit Interesse verfolgt und, aus Protest gegen die damalige umweltverachtende Mainstream-Politik, diese neue „Öko-Partei“ gewählt. Schon bald musste ich aber feststellen, dass die auf Rudolf Steiners Esoterik basierende, rechtsnationale „Waldorf-Dogmatik“ Teile der „Grünen“ unterwandert hatte und naturwissenschaftliche Konzepte immer mehr von einer irrationalen politischen Ideologie überdeckt worden sind. Für Biologen (bzw. Chemiker und Physiker) mit internationaler Forschungsexpertise waren „Die Grünen“ bald nicht mehr wählbar – mit großer Enttäuschung wandten sich viele Naturwissenschaftler von dem im Prinzip guten Konzept einer „Umweltpartei“ ab. Seither sind „wir“ zu unpolitischen Selbstdenkern mutiert, eine Selbst-Zuschreibung, die für mich und viele meiner Kollegen aus den Biowissenschaften gilt.

Heute würde ich „Die Grünen“ als „dogmatische Verbotspartei mit geschlechtsneutral-pseudowissenschaftlichem Klima-Wohlfühlprogramm für biologisch-chemisch unterbelichtete Sozialkundler, Homöopathen und Waldorf-Lehrer“ bezeichnen. Seit Jahrzehnten bin ich als aktiver Biodiversitäts-Forscher und Umweltschützer tätig (https://www.researchgate.net/profile/Ulrich_Kutschera). Daher schmerzt es mich, dass ich jene Partei, deren Zukunftsvision von mir damals unterstützt worden ist, 2020 mit einer umweltfeindlichen Esoterik-Sekte in Verbindung bringen muss. Warum dieses harte Urteil?


Unwort Klimahysterie: Das taz-Gespräch vom 11./12. Januar 2020

In einem ausführlichen Interview der Berliner taz (Die Tageszeitung) (https://taz.de/Gruenen-Chefs-ueber-Macht/!5651653/) mit den beiden Vorsitzenden der „Grünen“ lesen wir Begriffe wie „Klimakrise“, „Klimaschutz“, die Vision eines „CO2-freien Wirtschaftens“ usw. Die Tatsachen, dass die geringfügige Klimaerwärmung nach 1900 (Ende der Kleinen Eiszeit) ein Naturphänomen ist, das aber (leider) mit hoher Wahrscheinlichkeit durch anthropogenes Extra-CO2 verstärkt wird, wie auch der positive CO2-Düngeeffekt auf die photosynthetisch aktive Pflanzenwelt (globale Ergrünung) scheinen den politisierenden „Ökologen“ unbekannt zu sein – Klimawandel-Realismus, wie er von mir betrieben wird, ist dort unerwünscht.

Die mit Steiners Biodynamik verwandte „Homöopathie“ wird von vielen „Grünen“ ernsthaft diskutiert und eine „humane Flüchtlingspolitik“ – d. h. die ungesteuerte illegale Massenzuwanderung – befürwortet. Mit der Wissenschaftsdisziplin der Ökologie, gegründet vom „deutschen Darwin“, dem Evolutionsbiologen Ernst Haeckel (1834–1919), haben unsere „Grünen Ökologen“ nichts am Hut: Haeckels 100. Todestag wurde von mir, und Kollegen aus den Biowissenschaften, ausführlich gewürdigt (1), von „Bündnis 90/Die Grünen“ jedoch ignoriert. Eine „Öko-Partei“, die den Urvater der Ökologie nicht kennt, disqualifiziert sich selbst. Da „Die Grünen“ u. a. hinter der politischen „Fridays for Future“-Bewegung stehen, deren Agenda irrational-religiöse Welterlösungs-Züge angenommen hat, ist der Begriff „Klimahysterie“ als „(Un)Wort des Jahres“ 2019 völlig angemessen. Zur „CO2-Wirkung“ habe ich in einem aktuellen Interview grundlegende Sachverhalte dargelegt (2). Da man aber in kurzen Statements nicht alle relevanten wissenschaftlichen Fakten (mit Quellenverweisen) erörtern kann, wird in Kürze ein populäres Fachbuch mit dem Titel


U. Kutschera (2020) Zuwanderungsmanie und Klimahysterie. Biologische Fakten widerlegen Flüchtlingsmythos im Notstandsland. (https://www.manuscriptum.de/)


erscheinen (3). In diesem reich bebilderten Werk wird, aufbauend auf dem „Gender-Paradoxon“ (4) sowie meiner „Physiologie der Pflanzen“ (5), die ungesteuerte Massenmigration (aus aller Welt) im „Lichte der Evolution“ vorgestellt und analysiert (z. B. Replacement Migration, Rassen und Rassismus, Männer-Überschuss, Adolf Hitler und die Entnazifizierung der Biologie, deutsches Massen-Aussterben, Cousinenheirat und Inzucht-Depression, Bildungsnotstand usw.). Darüber hinaus habe ich die „Klimadebatte“ thematisiert und die „CO2-Hypothese der Erderwärmung“ vorgestellt bzw. faktenreich diskutiert (sowie widerlegt). Daher stimme ich dem Bayerischen Wirtschaftsminister zu, der sich am 14.01.2020 mit dem „Unwort des Jahres“ nicht anfreunden konnte. Seinen Satz: „Von Teilen der Klimabewegung werde sehr wohl Hysterie verbreitet …“ (https://www.br.de/nachrichten/bayern/klimahysterie-aiwanger-wettert-gegen-unwort-des-jahres,RnYgPdr) kann ich voll und ganz unterstützen.


Bio-Mainstreaming als Aufklärungsagenda

Aus diesen Gründen hat der Arbeitskreis (AK) Evolutionsbiologie (http://www.evolutionsbiologen.de/) beschlossen, ab sofort unsere Aktivitäten als eine naturwissenschaftlich fundierte (politisch neutrale) Aufklärungskampagne unter dem Titel „Bio-Mainstreaming“ weiterzuführen. Dieser neue Begriff (Neologismus) wurde vom Vorsitzenden des AK geprägt und kurz definiert (s. Webpage des AK, Aktuelles).

 

Allgemein formuliert, soll über diese Agenda 2020 erreicht werden, die Erkenntnisse der Biologie – Schwerpunkte Evolution & Physiologie der Organismen – in die Allgemeinbevölkerung zu tragen. Unser Ziel ist es, eine der evolvierten Natur des Menschen gemäße Sicht der Realität zu vermitteln – frei von jeglicher politisch-weltanschaulicher Ideologie, naturalistisch, logisch-rational.

 

Daher begrüße ich es ausdrücklich, dass der Begriff „Klimahysterie“ – u. a. von mir im November 2018 auf der Evolutionsbiologen-Seite eingeführt – zum prominenten „(Un)-Wort des Jahres“ 2019 gekürt worden ist. Mit dieser Ehrung wird der irrational-hysterische Charakter der „Klimadebatte“ – nach unserem Prinzip des „Bio-Mainstreaming“ – in die breite Öffentlichkeit getragen und dort hoffentlich, analog der Gender Studies, kritisch diskutiert (6).


Referenzen:

1. Kutschera, U., Levit, G. S., Hossfeld, U. (2019) Ernst Haeckel (1834–1919): The German Darwin and his impact on modern biology. Theory Biosci. 138, 1–7. (https://link.springer.com/article/10.1007%2Fs12064-019-00276-4)


2. Kutschera, U. (2019) CO2 ist ein Segen für die Menschheit. Junge Freiheit, 17.12.2019. https://jungefreiheit.de/debatte/interview/2019/co2-ist-ein-segen-fuer-die-menschheit/


3. Kutschera, U. (2020) Zuwanderungsmanie und Klimahysterie. Biologische Fakten widerlegen Flüchtlingsmythos im Notstandsland. Manuscriptum Verlagsbuchhandlung, Lüdinghausen (im Druck).


4. Kutschera, U. (2016) Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen. LIT-Verlag, Berlin. (https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Gender-Paradoxon)


5. Kutschera, U. (2019) Physiologie der Pflanzen. Sensible Gewächse in Aktion. LIT-Verlag, Berlin. (http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-14226-9)


6. Schulze-Eisentraut, H., Ulfig, A. (2019) Gender Studies. Wissenschaft oder Ideologie? Deutscher Wissenschaftsverlag, Baden-Baden. (https://www.socialnet.de/rezensionen/26121.php)

 

Sven von Storch

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