Prof. Dr. Ulrich Kutschera

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Normaler Heterosex in der Erotik-taz

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Normaler Heterosex in der Erotik-taz
Datum: 25.03.2022, 12:00

Das provozierende Hauptthema der "Zucker-Dame" im reproduktionsfähigen Alter lautet: "Heterosex ist nicht normal". Unter dieser Schlagzeile beschreibt die XX-Person mit ausgeprägter weiblicher Physiognomie die physiologischen Probleme der Mann-Frau-Kopulation, die seit mindestens 2 Millionen Jahren bestehen, aber leider von ihrem geglaubten sozialkonstruktivistischen "Designer-Gott" noch immer nicht "gelöst"  werden konnten. 

Es handelt sich bei diesen erotischen Verhaltensweisen um eine Kompromisslösung der Primaten-Evolution, die nur als Anpassung  unserer Vorfahren an ein Leben in der Savanne verstanden werden kann. Sie dient einerseits der Befruchtung, d.h. zweigeschlechtlichen Reproduktion, sowie der Stabilisierung der Mann-Frau- Paarbindung.

Nach erfolgter Begattung kann es zu einer Gameten-Kopulation, d.h. Verschmelzung eines ausgewählten Spermiums mit der befruchtungsfähigen Eizelle, kommen. Allerdings ist das "Vaterwerden" schwer, da im weiblichen Genitaltrakt viele Hürden aufgebaut sind-- oder anders gesagt, die Sexualzellen mögen sich erstmal nicht so richtig!

Schon das immunologische Mann-Frau-Generalproblem, das im "Coronaviren-Zeitalter" jedem Gebildeten geläufig sein sollte, konnte von forschenden Sexualbiologen noch nicht eindeutig gelöst werden: Warum werden die fremden Proteine der Spermien, d.h. männlichen Sexualzellen, vom weiblichen Körper, insbesondere im Eileiter auf dem Weg zu den Ovarien, nicht bekämpft und komplett eliminiert? 

Der Sex-Akt, d.h. die Verschmelzung eines Spermiums mit der Eizelle im Oviduct, ist derart komplex, dass ich diese auf der Jumo-Izumo-Protein-Interaktion basierende Kopulation auf Zellniveau nur erwähnen, nicht aber  vertiefend behandeln kann.

Frau Zucker  verwechselt den "Sex", seit über 150 Jahren in der Biologie eindeutig als Sexualzellen-Verschmelzung mit Zygotenbildung definiert und in tausenden Fachpublikationen dargelegt, mit erotischen Mann-Frau-Handlungen.

Das ist einfach nur peinlich und belegt, dass der biowissenschaftliche Unterricht in Deutschland bezüglich Sexualaufklärung, aber auch zur Mikrobiologe (Bakterien und Viren-Kunde) usw. komplette versagt hat!

Bücher, in welchen die Erotik-Sex-Problematik auf aktuellem Stand unseres Wissens erklärt ist, werden nur widerwillig zur Kenntnis genommen (z.B. "Strafsache Sexualbiologie. Darwinische Wahrheiten zu Ehe und Kindeswohl vor Gericht, Hamburg 2022", siehe  www.evolutionsbiologen.de). 

Mit der Fortpflanzungsbiologie des Menschen und anderer Säugetiere, insbesondere der Evolution der Zweigeschlechtlichkeit (Sexualdimorphismus), scheinen viele "moderne Weltverbesserer" Probleme zu haben. Sie glauben an die kreationistisch-Anti-Darwinische Ideologie des "Sozialkonstruktivismus", nach welcher, unter Verwechslung von Sex mit Erotik, das "Geschlecht" ein gesellschaftliches Phänomen sei -- eine Absurdität ersten Ranges!

Sexualbiologen schütteln verwundert mit dem Kopf, und fragen sich, wie dieses Leugnen naturwissenschaftlicher Realitäten entstehen konnt, derart intensiv-destruktiv kann die politisch-"Links-Grüne Gehirnwäsche" doch wohl nicht gewirkt haben?  Wo ist der gesunde Menschenverstand geblieben?

Daher ist die Kolumne von Frau Lou Zucker in der "taz" , die den normalen Heterosex -- nur diesen gibt es in der evolutionär herausgebildeten Reproduktionsbiologie -- als "un-natürlich" beschreibt, ein Lehrstück kompletter Ignoranz der Biologie des Menschen: Verbunden mit einem naiven kreationistischen Glauben an die "Perfekte Schöpfung" des sich selbst als männlich, weiblich oder anders definierenden "Links-Grünen" Besser- bzw. Nichts-Wissers. 

Vermutlich ist die Fortpflanzung der Säuger einfach zu kompliziert und für Laien heute kaum noch  zu durchschauen. "Mann bzw. Frau"  konzentriert sich daher in populären Beiträgen auf Beschreibungen  vulgärer Trivialitäten, die dann auch von allen "Lieschen Müllers"  gelesen und verstanden werden können. Mit dem Nonsense-Schlagwort "Biologismus" hat das, nebenbei bemerkt, nichts zu tun, da die Biowissenschaften eine ergebnisoffene Agenda des Erkenntnisgewinns darstellen.

Und noch ein Hinweis an die taz-Frau Lou Zucker: Hätten sich ihre Eltern nicht zweigeschlechtlich heteronormal fortgepflanzt, wäre sie nie als XX-Geschlechtschromosomen-Version des Homo sapiens entstanden, und könnte heute auch nicht die taz-Leser mit ihrem antiquiert-reaktionär-vor-Darwinischen Erotik-Sermon beglücken!
 

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Dr. Ulrich KutscheraProfessor of Biology                                                                 
Academic Advisor & Manager: Project W. R. Briggs/Stanford-019
I-Cultiver, Inc., San Francisco Bay Area, Tracy, CA 95376, USA
The Systems Biology Group, Inc., Palo Alto, CA 94306, USA
AK Evolutionsbiologie, 79104 Freiburg i. Br., Germany
www.evolutionsbiologen.de

Sven von Storch

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