Menschenverachtende Missachtung des Kindeswohls
Menschenverachtende Missachtung des Kindeswohls
Datum: 03.02.2020, 12:15
Der vergangene Freitag (31.01.2020) war für Deutschland und die Welt ein besonderer Tag. Damals vor exakt 100 Jahren ist in Leipzig der aus Grebenstein bei Kassel stammende Apothekersohn, Wilhelm Pfeffer (1845–1920), nach seiner letzten Vorlesung im Alter von 75 Jahren an Herzversagen gestorben. Der deutsche Professor ist als Mitbegründer der Pflanzenphysiologie weltbekannt geworden. In Japan konnte ich vor einigen Jahren, anlässlich einer Vortragsreise, die dort deponierte „Pfeffer-Bibliothek“ bewundern. Der Grebensteiner ist nicht nur für die Erstbeschreibung/Quantifizierung der Osmose („Pfeffer’sche Zelle“) und zahlreicher anderer Entdeckungen zur Entwicklungs- und Bewegungsphysiologie der Pflanzen bekannt. Mit seinem monumentalen zweibändigen Lehrbuch Pflanzenphysiologie Bd. I/II (2. Aufl. 1896/1904) ist er in die Wissenschaftsgeschichte eingegangen. Wie in einem lesenswerten HNA-Beitrag zum 100. Todestag dargelegt (Ref. 2), hätte der „Geniale Mann aus dem Landkreis Kassel“ eigentlich –gemeinsam mit einem Kollegen–den ersten Nobelpreis für Chemie verdient. Damals wurden aber leider immer nur Einzelpersonen gewürdigt, sodass der bescheidene Grebensteiner Physiologe leer ausging.
Gender-Fachbuch auf der Anklagebank
Exakt am „W. Pfeffer-100-Gedenktag“ wurde von der HNA die eingangs erwähnte „frohe Botschaft“ verkündet, dass ein „Kasseler Professor wegen Volksverhetzung“ vor Gericht erscheinen darf. Dieser in Deutschland und den USA tätige „Bio-Bösewicht“ ist Autor von über 300 wiss. Publikationen und 14 Fachbüchern (s. ResearchGate-Ranking, U. Kutschera, Ref. 3) und „kann jetzt endlich zur Disziplin gebracht werden“, lesen wir zwischen den Zeilen. Hierbei geht es um ein Interview auf kath.net/2017 zur „Ehe für alle“ (Ref. 4), das aber nicht „für Alle“, sondern nur für die Leser des Fachbuches dieses Abtrünnigen, Titel: Das Gender-Paradoxon (https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Gender-Paradoxon), publiziert worden ist. In dem dazugehörigen Interview (konzipiert für die Leser dieser wiss. Monographie) wird gleich zu Beginn ein Diskriminierungsverbot gegen „Homosexuelle“ ausgesprochen und die Frage bezüglich des Adoptionsrechts für schwule/lesbische Paare, biowissenschaftlich korrekt, kommentiert. Der im HNA-Artikel wiederholte Vorwurf meiner Ankläger, ich hätte „Homosexuellen eine grundsätzliche Neigung zum sexuellen Kindesmissbrauch“ vorgeworfen, ist doppelt falsch: weder das Wortpaar „sexueller Kindesmissbrauch“ noch eine „Grundsätzlichkeit“ meiner Aussagen wird im Interview dargelegt. Wie ich an anderer Stelle erklärt habe, sind meine Bemerkungen durchaus überspitzt/polemisch formuliert; sie basieren aber auf wissenschaftlichen Fakten, die nicht rechtswidrig sein können (Ref. 5).
Vermeintliche „Fahrerflucht“ und Adoptionsrecht in einem Strafverfahren
Im eingangs zitierten, salopp-locker geschriebenen „Prozess geht neu los“-Artikel erwähnt die Journalistin das von mir verursachte Schrammen eines Plastikkotflügels (Bagatellschaden) und bringt diesen Sachverhalt mit der schwerwiegenden Straftat der „Fahrerflucht“ in Verbindung. Ein über zwei Jahre altes Verkehrsgutachten belegt jedoch, dass ich beim vorsichtigen Ausparken nichts vernommen haben kann, und diese „alte Kamelle“ daher, im Prinzip, erledigt ist.
Meine deftigen Worte zum Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Mann/Mann bzw. Frau/Frau-Duos beziehen sich ausschließlich auf das Kindeswohl. Man braucht kein habilitierter Biologe mit internationaler Publikationsliste zu sein, um zu begreifen, dass Kinder nur von einer Frau und einem Mann abstammen können und daher der vorsätzliche Entzug einer weiblichen bzw. männlichen Person – in der Fachsprache Mutter- bzw. Vaterentbehrung – gravierende Folgen für die psychische Entwicklung darstellt. Diese enormen Probleme habe ich– auf den Punkt gebracht– als (emotionalen) „Kindesmissbrauch“ bzw.„ Kinderschänderszenario“ bezeichnet. Der Facharzt und Psychotherapeut Prof. Hans Sachs hat in einem empfehlenswerten Fachbuch mit dem Titel Sind wir noch zu retten? Die politische Bedeutung der frühen Kindheit (Ref. 6) diese Zusammenhänge für Laien verständlich dargestellt. Dieses Buch möge als Ergänzung zur „Strafsache Gender-Paradoxon“ empfohlen werden (Ref. 7). Ich stehe daher zu meinen überspitzen Formulierungen: Kinder als seelenlose Verschiebemasse zur Beglückung reproduktions-unfähiger Homo-Paare zu erklären ist „menschenverachtend und haarsträubend“, genau wie es mir die HNA-Dame in ihrem Kommentar, mit Bezug zu meinen Aussagen, unterstellt hat.
Zur den vom „schlagenden“ Studentenverband „AStA“ über die HNA verbreiteten Interna meiner universitären Lehrtätigkeit möchte ich die folgende Klarstellung machen: Seit ich 2017 mit politisch inkorrekten, aber wissenschaftlich belegten Tatsachenbehauptungen in die gleichgeschaltete Mainstream-Presse gekommen bin, sind meine Lehrveranstaltungen zur „Evolution der Organismen“ besser besucht denn je. Die AStA-Hetzkampagne gegen meine Person hat weniger als 1 % der Studentenschaft erreicht und mobilisiert. Von einer „Störung des öffentlichen Friedens“ kann somit keineswegs die Rede sein. Auf der anderen Seite habe ich sehr viel Zustimmung im universitären Studenten-Umfeld (siehe. z. B. mein gut besuchtes Wahlmodul zur „Evolutionsbiologie für Psychologen“). Die vom AStA eingeforderte Konkurrenz-Veranstaltung eines Göttinger Dozenten wird hingegen kaum besucht, was mir für den angeheuerten Nachwuchswissenschaftler aufrichtig leid tut. Zurück zu Professor Wilhelm Pfeffer.
Fast-Nobelpreisträger als Rassist und Klimaleugner
Wie ich in meinem 2019 erschienenen Lehrbuch Physiologie der Pflanzen (Ref. 8) – dem einzigen aktuellen Lehrwerk weltweit, wo Wilhelm Pfeffer ausführlich gewürdigt wird – dargelegt habe, hat der Grebensteiner als Wissenschaftstheoretiker eine „allgemeine (molekulare) Physiologie der Organismen“ etabliert. Im Zusammenhang mit der Widerlegung der „Lebenskraft-Hypothese“ bringt Pfeffer in seinem bekannten Lehrbuch (Bd. I) das jedem naturwissenschaftlich gebildeten Menschen geläufige Gleichnis vom „Australneger“ (zitiert in meiner Physiologie der Pflanzen, Ref. 8, S. 31). Heute würden die „AStA-Aktivisten“ Herrn Geheimrat Professor Dr. W. Pfeffer aus diesem Grund als Rassisten diffamieren und möglicherweise sogar juristisch belangen. Darüber hinaus hat Pfeffer in Bd. I seines Welt-Klassikers dargelegt, dass das Spurengas Kohlendioxid (CO2) auf die Photosyntheseaktivität und Wachstumsrate der Pflanzen eine positive Wirkung zeigt. Er zählt daher zu einem Pionier der Forschungsagenda des „Global Greening“ (die Menschheit düngt derzeit über Extra-CO2 die Pflanzenwelt und erbringt daher, z. B. in China und Indien, höhere Ernteerträge, Refs. 8 ,9).
Naturwissenschaftlich Ungebildete würden den „Fast-Nobelpreisträger“ somit als „Klima-Leugner“ titulieren und in eine „nicht-Grüne“, und somit „Rechte Ecke“ verweisen. Diese Herabwürdigungen sind dem Mitbegründer der Pflanzenphysiologie glücklicherweise erspart geblieben. Kurz gesagt: Seine bekannten polemischen Ausführungen in der „Pflanzenphysiologie“ (1896/1904) würde man heute – im Zeitalter der Gesinnungsdiktatur und wachsenden Meinungs-Unfreiheit – scharf kritisieren.
Das W. Pfeffer-100-Jahr 2020 und die Wissenschaftsfreiheit
Der 75 Jahre alte Leipziger Professor ist nach einer anstrengenden Physiologie-Vorlesung am 31.01.1920 nach Hause gekommen, hat sich auf das Sofa gelegt, und ist sanft verstorben. Er würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, dass 100 Jahre nach seinem Tod eine naturwidrige „Frau-gleich-Mann-(Gender)-Ideologie“, eine irrationale „CO2-Panik“ und andere pseudowissenschaftliche Absurditäten von staatlich alimentierten Studentenverbindungen (AStA usw.) in die öffentliche Presse gebracht und dort beworben werden (Refs. 10, 11).
Im „Pfeffer 100-Jahr 2020“ werde ich, über mein aktuelles Lehrbuch hinaus (Ref. 8), die Leistungen dieses Pioniers der allgemeinen Physiologie und naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweise weltweit (über englischsprachige ResearchGate-Publikationen) bekannt machen (Ref. 3). Bezüglich des in der HNA angekündigten „Strafverfahrens“ (s. oben) erlaube ich mir den folgenden Hinweis: Ich werde mit meinen biologisch korrekten Tatsachen-Aussagen bis vor das Bundesverfassungsgericht gehen und diesen Präzedenzfall einer Zensur der Wissenschaftsfreiheit bis zuletzt durchfechten – ganz im Sinne des vor 100 Jahren verstorbenen Leipziger Professors Dr. phil. Dr. h.c. mult. Wilhelm Friedrich Philipp Pfeffer (Ref. 12).
Referenzen:
1. Rudolph, K. (2020) „Prozess geht im Juli neu los“ (https://www.hna.de/kassel/kassel-uni-professor-wegen-volksverhetzung-gericht-zr-13513490.html).
2. Rieß, M. (2020) Wilhelm Pfeffer: Vor 100 Jahren starb Grebensteins größter Sohn. (https://www.hna.de/lokales/hofgeismar/grebenstein-ort78316/wihelm-pfeffer-vor-100-jahren-starb-grebensteins-groesster-sohn-13511610.html).
3. U. Kutschera, Eintrag bei ResearchGate (https://www.researchgate.net/profile/Ulrich_Kutschera)
4. Kutschera, U. (2017) Interview zur Ehe für alle (https://www.kath.net/news/60177)
5. Kutschera, U. (2019) Homo-Kinderadoption: ARD-Kontraste verbreitet Fake News (https://www.freiewelt.net/blog/homo-kinderadoption-ard-kontraste-verbreitet-fake-news-10079549/).
6. Sachs, H. (2019) Sind wir noch zu retten? Die politische Bedeutung der frühen Kindheit. Agenda Verlag, Münster (https://agenda.de/produkt/hans-sachs-sind-wir-noch-zu-retten/)
7. Kutschera, U. (2016) Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen. LIT-Verlag, Berlin. (http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-13297-0)
8. Kutschera, U. (2019) Physiologie der Pflanzen. Sensible Gewächse in Aktion. LIT-Verlag, Berlin. (http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-14226-9)
9. Kutschera, U. (2019) CO2 ist ein Segen für die Menschheit. Junge Freiheit, 17.12.2019. https://jungefreiheit.de/debatte/interview/2019/co2-ist-ein-segen-fuer-die-menschheit/
10. Rahrbach, M. (2015) Warum Frauen eben doch nicht benachteiligt sind: Eine Abrechnung mit dem männerfeindlichen Radikalfeminismus (https://www.verlag-natur-und-gesellschaft.de/).
11 . Schulze-Eisentraut, H., Ulfig, A. (2019) Gender Studies. Wissenschaft oder Ideologie? Deutscher Wissenschaftsverlag, Baden-Baden. (https://www.socialnet.de/rezensionen/26121.php).
12. Bünning, E. (1975) Wilhelm Pfeffer. Apotheker, Chemiker, Botaniker, Physiologe 1845–1920. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart.
Allgemeine Infos: www.evolutionsbiologen.de
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