Der Corona-Untertan
Der Corona-Untertan
Datum: 30.09.2021, 10:48
Während meiner Jahre als in die USA "Ausgewanderter" Biowissenschaftler mit deutsch-tschechischen Wurzeln (1985 bis 1988, Stanford University, Michigan State U.) wurde ich immer wieder auf die "Germanische Mentalität" meiner in Mitteleuropa lebenden Verwandten angesprochen. Hierbei hielten sich negative wie positive Kommentare in etwa die Waage.
Die Spannweite der Fragen, spontan geäußert von US-Amerikanern, reichten von "Warum seid Ihr Deutschen während der 1930er Jahre dem Hitler nachgerannt?" bis "Wie habt Ihr es hinbekommen, nach 1945 rasch wieder zur Top-Wissenschaftsnation aufzusteigen?". Deutschen-Verachtung auf der einen, Bewunderung auf der anderen Seite, das war so etwa die Bilanz meiner damaligen Erfahrungen mit meinen US-Mitbürgern, wobei die deutsche Neigung, sich fast jeder Situation widerspruchslos anzupassen, als Kritikpunkt immer wieder im Raum stand. Diese Betrachtung führt mich zum Thema dieses Beitrags.
Josef Kraus legt in seinem aktuellen Werk eine treffende, historisch-pädagogisch-philosophische Analyse eines zentralen Problems vor, welches seit Jahrzehnten ungelöst "im Raum" steht: Warum hat sich die typisch deutsche Obrigkeitshörigkeit, auch "Duckmäusertum" genannt, seit Jahrzehnten nicht verändert -- liegt das etwa "in der DNA" der Einheimischen?
Kraus (2021) zitiert u. a. den deutsch-jüdischen Dichter Heinrich Heine (1797--1856 ), der einmal sagte: "Der Deutsche gleicht einem Sklaven, der seinem Herren gehorcht ohne Fesseln, ohne Peitsche, durch bloßen Worte, ja durch einen Blick".
Dieser Herdentrieb ohne Rückrat und eigenem Denken kommt derzeit beispielhaft in der kritiklosen Akzeptanz der illegalen Massenzuwanderung aus archaische-bildungsfernen Kulturen -- seit Herbst 2015 bis heute andauernd, der absurden Kohlendioxid- Angst mit Weltrettungs-Größenwahn ("Fridays for Futur"), sowie der Befolgung noch so absurder Coronaviren-Pseudoschutzmaßnahmen zum Ausdruck.
Um es klar zu sagen: Menschen in Not, z.B. echte Bürgerkriegsflüchtlinge (Frauen, Kinder, Alte), sollten vorübergehend aufgenommen werden; die Umwelt muss geschont, und Vernunft-geleitete, wissenschaftlich fundierte Hygienemaßnahmen sollten befolgt werden. Was wir aber derzeit beobachten, ist eine Art kollektive "Kadavergehorsamkeit", die nicht hinterfragt, warum dies oder das sinnvoll ist, sondern sklavisch alles befolgt. So sind z.B. Gesichtsmasken für Kinder grundsätzlich nutzlos und schädlich -- als Physiologe mit reichlicher Erfahrung mit CO2-Gaswechselmessungen kann ich das kompetent zum Ausdruck bringen; der Plan, diese kleinen Heranwachsenden dazu noch mit unerprobten Impfstoffen traktieren zu wollen, müsste eigentlich einen gesellschaftlichen Aufschrei hervorrufen -- aber der typische deutsche Corona-Untertan schweigt selbst dazu!
Meine derzeitigen US-Kollegen in San Francisco-Kalifornien beklagen ähnliche Restriktionen im Corona-Zeitalter-- die Kritik am senilen Präsidenten J. Biden wird aber zumindest in meinem Bekanntenkreis immer schärfer, so dass wohl nach den "Midterm-Elections" -- in ca. einem Jahr -- eine politische Wende kommen wird, von der man in Deutschland nur träumen kann.
Und damit bin ich wieder beim Buch von Herrn Kraus. Dieser brillante Denker und Autor beschreibt die deutsche Dekadenz in klaren Worten und öffnet dem Leser die Augen. Das Buch wurde vor der Bundestagswahl (26.9.2021) geschrieben, und der Autor hat im Grunde das deprimierende Ergebnis -- alles geht so weiter wie zuvor -- vorweggenommen. Die Deutschen wollen es mehrheitlich nicht anders -- sie fühlen sich als entmündigte Corona-Untertanen wohl -- und haben daher den oben zitierten Spruch des Denkers H. Heine ein weiteres Mal, per Wahlergebnis, bestätigt.
Fazit: Herr Josef Kraus hat ein exzellentes Buch publiziert, das den "typischen Deutschen" charakterisiert -- und begründet auch, warum diese angepasst- identitätslosen Zeitgenossen so sind, ohne dabei ins Polemische zu verfallen. Ich hoffe, dass dieses Werk viele Leser finden wird, und dem ein oder anderen deutschen "Duckmäuser" die Augen öffnet.
Lese-Empfehlung: Kraus, J. (2021) Der Deutsche Untertan. Von der Entwöhnung des eigenen Denkens. Langen-Müller ,München.
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Webpage des Autors U. Kutschera:
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