Prof. Dr. Ulrich Kutschera

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Corona-Lockdown verursacht Depressionen

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Corona-Lockdown verursacht Depressionen
Datum: 08.12.2020, 11:55

Als Mitglied der „Stanford Community“ werde ich regelmäßig über die aktuellen Neuigkeiten auf dem Campus der kalifornischen Elite-Universität informiert. In einem Beitrag vom 1. Dezember 2020 (How COVID-19 and virtual learning are hammering Stanford students‘ mental health) werden die psychischen Probleme der dort untergebrachten Studenten beschrieben. Ein Kommentar.



Wie im Vorwort des Buchs „Klimawandel im Notstandsland. Biologische Realitäten widerlegen Politische Utopien“ (Amazon Media 2020) dargelegt, musste ich meinen für März 2020 geplanten Forschungsaufenthalt an der kalifornischen Stanford University (USA) verschieben, da ab diesem Zeitpunkt aufgrund der Ausbreitung der SARS-CoV-2-Viren und der dadurch hervorgerufenen Lungenkrankheit COVID-19 der Lehrbetrieb sowie die Laborarbeit heruntergefahren wurden. Das geplante Projekt konnte somit zu diesem Zeitpunkt nicht realisiert werden. Am 16.03.2020 wurden die Mitglieder der „Stanford Community“ darüber informiert, dass ab sofort der Uni-Lehrstoff über Online-Angebote vermittelt wird. Die Folgen sind, 9 Monate später, in dem eingangs erwähnten Artikel in der Stanford Daily beschrieben.


Fehlender sozialer Kontakt führt zu Psychostress

Wie aus den dort zusammengetragenen Infos und Interview-Passagen hervorgeht, führt die soziale Isolation zu Depressionen, Angstzuständen und Essstörungen sowie andere unangenehme Gefühlslagen, die nur schwer in den Griff zu bekommen sind. Man macht sich daher an dieser Privat-Universität, wo weniger als 5 % aller Bewerber aus aller Welt (die wiederum durch herausragende Abiturnoten plus Extraleistungen gekennzeichnet sind) aufgenommen werden, berechtigte Sorgen. Ein Professor für Psychiatrie und Verhaltenswissenschaften weist z. B. darauf hin, dass der fehlende klare Tagesablauf, mit gemeinsamem Mittagessen, das Campus-Dasein veröden lässt. Diese der sozialen Natur des Menschen widersprechende, nicht mehr vorhandene Zeitstruktur führt zu psychischem Stress. Wie aus dem Beitrag hervorgeht, bemüht man sich an der Research University inzwischen darum, das Wohlbefinden der Studenten zu verbessern. Zumindest nimmt man dort die infolge des Corona-Lockdowns herbeigeführte soziale Isolation ernst und strebt an, das Leben auf dem verwaisten Campus für die dort untergebrachten „Undergraduates“ angenehmer zu gestalten. Der Artikel ist ausgewogen und empfehlenswert: In Deutschland könnte man daraus Lehren ziehen, die aber wohl eher unerwünscht sind.


Intelligentes Verdrängen funktioniert nicht

Fazit: Da an der Stanford University weltweit führende Professoren lehren und forschen, und die dortigen Studenten als „handverlesene“ Individuen mit außergewöhnlichen Leistungen zu kennzeichnen sind, wird deutlich, dass Logik und Verstand nicht ausreichen, um mit der Zwangsmaßnahme „Covid-Lockdown“ fertig zu werden. Trotz hoher Intelligenz kommen diese Top-Studis mit der naturwidrigen Situation einer Zwangs-Vereinzelung nicht zurecht. Man sollte daher bei derartigen Entscheidungen immer alle Aspekte berücksichtigen und sich nicht nur auf das Virus-Partikel konzentrieren. Die Virologie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft; sie schließt die Physiologie und Psyche der Wirtsorganismen ebenso ein wie die „Aggressivität“ der molekularen Parasiten (d. h. SARS-CoV-2-RNA-Proteinpartikel).


Weitere Infos zum Thema: www.evolutionsbiologen.de

 

Sven von Storch

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