Prof. Dr. Hans Olaf Henkel

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Frankreich - Deutschland_ Scheidung nötig! Teil 2

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Frankreich - Deutschland_ Scheidung nötig! Teil 2
Datum: 06.05.2013, 13:06

Zur Erinnerung: Jacques Chirac hatte bei Gerhard Schröder die verfrühte Aufnahme Griechenlands durchgesetzt. Nikolas Sarkozy hat Angela Merkel gezwungen, der „Rettung Griechenlands“ und damit dem Einsturz der Brandmauer zwischen den deutschen Steuerzahlern und südeuropäischen Banken zuzustimmen. 

Jetzt ist Francois Hollandes Stunde gekommen: Er weiß, es ist die erklärte Strategie der Euroretter, die übergroßen ökonomischen Unterschiede zwischen den Euroländern im Süden und denen im Norden einzuebnen. Mit Reformen sollte der Süden wettbewerbsfähiger gemacht werden. Spanier, Portugiesen, Italiener und Griechen versuchen es; bisher nur zum Preis von Rezession, Arbeitslosigkeit, schrumpfender Steuerbasis, weiter steigender Schulden und nicht eingehaltener fiskalischer Zusagen.

Francois Hollande will das Ziel mit einer anderen Methode erreichen. Deutschland soll seine Arbeitskosten erhöhen, seine Produktivität reduzieren und weniger exportieren. Dadurch könnten beide Länder weiterhin in einem Währungsverbund bleiben, und der Euro bliebe „gerettet“.

Francois Hollande pfeift auch auf den Fiskalpakt, den sein Vorgänger Sarkozy unterschrieben und den CDU-Fraktionschef Kauder („Europa spricht deutsch“) im Bundestag noch als Garantie gegen weiteres Schuldenmachen der Südländer verkauft hat. Soeben meldete Frankreich auch seine eingegangenen Verpflichtungen für dieses Jahr ab; und für das nächste gleich mit. Frankreich ist, so gesehen, das „südlichste“ aller südlichen Euroländer geworden.

Kein Wunder, dass das französisch-deutsche Verhältnis in einer politischen Eiszeit angekommen ist. Um das Klima wieder zu erwärmen, gibt es drei Alternativen:

Erstens, Deutschland gibt nach; wie bisher auch, und verliert seine globale Wettbewerbsfähigkeit (über 60% seiner Exporte gehen in Nichteuroländer).

Zweitens, Frankreich wird im ökonomischen Sinne „deutsch“. Die Deutschen wollen die erste Alternative nicht, die Franzosen können die zweite nicht.

Damit bleibt noch, drittens: die Regierungen beider Länder sehen endlich der ökonomischen Realität ins Auge und geben zu, dass der Euro zu stark für Frankreich und zu schwach für Deutschland geworden ist, dass sich die Franzosen zu Recht Sorgen über fehlendes Wachstum jetzt und die Deutschen zu Recht Sorgen über zunehmende Inflation in der Zukunft machen.

Deshalb macht eine Aufspaltung der Eurozone nur dann (Hans-Werner) Sinn, wenn Frankreich und Deutschland getrennte Wege gehen.

Beitrag erschien zuerst auf: Handelsblatt.com 

Sven von Storch

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