Wie die „Gendergerechtigkeit ruck-zuck über Bord geht
Wie die „Gendergerechtigkeit ruck-zuck über Bord geht
Datum: 06.04.2014, 13:42
Nur ein Beispiel unter vielen, wie einseitig die angeblich so notwendige „gendergerechte“ Sprache angewandt wird bzw. wie schnell sie bei bestimmten Themen über Bord gehen darf.
Heute steht in der FAS auf S. 27 ein Artikel über den Bau einer der größten Moscheen der Welt. Verantwortlich für die Planung dieses gigantischen Bauwerks in Algier ist ein deutscher Architekt, der bezeichnenderweise glaubt, damit der Entwicklung einer algerischen Demokratie zu helfen (??); die fleissigen Arbeiter sind Chinesen. Die Algerier bezahlen offenbar bloß - oder sind es die Saudis? Nun gut.
Unter der großen Abbildung zum Beitrag, einer Simulation des Innenraums mit einer Vielzahl kniender Leute, steht u. a., dass diese Halle Platz für etwa 35.000 „Gläubige“ bieten werde. Da stutzt der „gendergerecht“ erzogene Leser.
„Gläubige“ können nämlich männlich und weiblich sein. Auf dem Bild sieht man aber, so wie es auch der Realität entspricht, ausschliesslich Männer. Es hätte jetzt der Logik der „gendergerechten“ Sprache entsprochen, von „gläubigen Männern“ zu schreiben, um auf die Ungerechtigkeit hinzuweisen, die in der Benachteiligung der Frauen, die nicht zum Gebet zugelassen sind, besteht.
Dreimal dürfen Sie jetzt raten, weshalb gerade bei diesem Artikel die sonst von der journalistischen Genderpolizei überall eingeforderte „sprachliche Gerechtigkeit“ auf der Strecke bleibt.
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