Ungewollt wahr
Ungewollt wahr
Datum: 19.03.2012, 13:07
Manchmal spricht die „taz“ die Wahrheit über sich und die Linke aus, natürlich mehr ungewollt. So am 16. März im Kommentar von Stefan Reinecke zu Joachim Gauck, dem er, der Redakteur im Parlamentsbüro der „taz“ ist, „Bescheidenheit“ wünscht. Das also, was linke Medien gegenüber einem Konservativen, wie Gauck einer ist, sicher nicht haben.
Immerhin stellt Reinecke fest: „Gauck ist kein klassischer Rechter, das Autoritätsfixierte ist seine Sache nicht.“ Aha, Rechte haben also nach Meinung von „taz“-Redakteuren „autoritätsfixiert“ zu sein. Aber dann: „Er ist ein Konservativer, der mit dem linksliberalen Milieu der Bundesrepublik nicht viel anfangen kann.“
Und Reinecke fährt fort: „Die Zeiten, als Bundespräsidenten qua Amt wichtig waren, sind vorbei. Heute sind sie Player in der Mediendemokratie. Treffen sie Thema und Ton, hört man ihnen zu, sonst nicht. Wenn Gauck weiter den Demokratielehrer spielt, der erzählt, wie schön unsere Republik ist, wird sein Ruhm überschaubar bleiben.“
Auf gut Deutsch heißt das: Wer nicht genau das sagt und schreibt, was ins Weltbild des linksliberalen Milieus der Bundesrepublik passt, wird überhaupt nicht wahrgenommen. Die Strategie der Breitenmedien und ihrer Journalisten, die ja in erdrückender Mehrzahl linksliberal sind, gegenüber unbequemen Meinungen lautet Tabuisierung, Verschweigen, Diskursverweigerung. (Nur wenn es gar nicht anders geht, wie im Falle Sarrazins, wird in einer konzertierten Aktion geballt vorgegangen.) Auf diese Art und Weise köchelt die Linke in ihrem immer eigenen, immer gleichen Sud vor sich hin.
Ich glaube aber, dass immer mehr Leute die gebetsmühlenartig wiederholten Floskeln der linksliberalen Mainstreammedien nicht mehr hören können und sehr wohl jemandem zuhören, der ihr Thema und ihren Ton trifft.
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