Sozialismus ist der Kosename des Kommunismus (II)
Sozialismus ist der Kosename des Kommunismus (II)
Datum: 21.03.2017, 22:14
Die Linke, deren Grundimpuls vom Historiker Ernst Nolte als das „Aufbegehren“ beschrieben wurde, hat neben vielen Paradoxien doch auch viele Gemeinsamkeiten. Trotz einer Aufsplitterung in verschiedenste Gruppierungen können identische Ziele festgemacht werden, die bei aller Differenz der Methoden von praktisch allen verfolgt werden. So hat zum Beispiel der russische Mathematiker Igor Safarewitsch als eine alle historischen Epochen überbrückende Gemeinsamkeit unterschiedlichster Erscheinungen des „Sozialismus“ den „Todestrieb“ ausgemacht: Er lebt immer über seine Verhältnisse und auf Kosten der Zukunft.
Die lange Zeit beherrschende Richtung der Linken war marxistisch; heute kommt eine ex-marxistische Zeitgeistlinke dazu, die weniger ökonomisch, dafür mehr identitätspolitisch und kulturrelativistisch ausgerichtet ist: fast noch schlimmer. Der wesentliche behauptete Unterschied zwischen „sozialdemokratischen“, „sozialistischen“ und kommunistischen Parteien war das Verhältnis zur revolutionären Gewalt. Doch konnte ein neutraler Beobachter nie genau sagen, ob es sich um einen ehrlichen Wandel oder lediglich um taktische Vorgaben handelte. Ein Herbert Wehner war eben doch Genosse eines Erich Honecker gewesen und die Bildung einer Einheitspartei in der DDR war kein Zufall, der einen vollkommen überrascht hätte. Schon Menschewiki und Bolschewiki zeigten eine gefährliche Nähe.
Das Godesberger Programm der SPD war der Erkenntnis geschuldet, mit offenem Klassenkampf in einer von den angelsächsischen Siegermächten gelenkten Bundesrepublik keinen Staat machen zu können. Doch hat die „Sozialdemokratie“ in ihrem „goldenen“ Zeitalter 1966 - 1982 zum Beispiel mit der Nivellierung, das heißt: Ruinierung des deutschen Bildungssystems und dem ethischen Kahlschlag unter anderem mittels Abtreibungs-„Reform“ genuin kommunistische Ziele „erfolgreich“ umgesetzt. Sie war dabei in ihren Mitteln nicht zimperlich bis zur Illegalität, wie der Stimmenkauf beim Misstrauensvotum bewies.
Während die Karrieren von ehemaligen Nationalsozialisten in der alten BRD (spät, aber immerhin und zurecht) angeprangert wurden, war man bei den kommunistischen Wendehälsen nach 1990 seltsam (oder vielleicht doch erwartungsgemäß?) milde gestimmt. Die kommunistischen Massen- und Völkermorde durften jederzeit relativiert werden was das Zeug hielt. Und der westdeutschen Linken war das System der DDR im Grunde, bis auf ein paar Unbequemlichkeiten des Alltags, gar nicht so unsympathisch gewesen. Da wuchs in der DDR 2.0 wirklich zusammen, was zusammengehörte.
Die 100% Zustimmung für Martin Schulz anno 2017 sind ein klares Zeugnis dafür, dass die SPD eine Kaderpartei geblieben ist, da mag an der Oberfläche geschehen sein was will. Die anstehende Vereinigung mit den kulturrevolutionären Grünen und dem „elenden Rest dessen, was überwunden schien“ (Wolf Biermann) zu einer Rotfront-Regierung wird zeigen, dass über allen vermeintlich trennenden Gräben doch dieselbe rote Fahne des „Aufbegehrens“ gegen alles, was den Menschen lieb und teuer ist, weht.
Die Feinde aller Linken sind immer die Ehe, die Familie, die Religion, das Eigentum, das Volk und die Nation, die abzuschaffen sind: beispielsweise Volk oder Nation zugunsten einer gesichtslosen „Menschheit“, Ehe und Familie zugunsten einer beliebig austauschbaren „Verantwortung“, Religion (und Kultur) zugunsten eines hedonistisch infantilisierenden „Glücks“. Man kann fast alle politischen Maßnahmen linker Regierungen daraufhin überprüfen. Alle natürlichen und gewachsenen Bindungen des Menschen sollen offiziell zugunsten von mehr „Freiheit“, in Wirklichkeit zur besseren Beherrschbarkeit dergestalt fragmentierter Individuen zerstört werden. Denn die entstandenen Lücken müssen und können mit mehr Staat gestopft werden. Das Kollektiv dieser gleichgemachten Ameisen leistet diesem keinen Widerstand mehr. Letztlich sind die neuen psychopolitischen Methoden, dies zu erreichen, viel subtiler und wohl auch effektiver als die revolutionäre Gewalt. Das Endziel ist und bleibt der Kommunismus. Man nennt es im 21. Jahrhundert nur nicht mehr so, denn man hat gelernt, die Leute nicht zu verschrecken.
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat diese kommunistische Taktik, einer immergleichen Sache durch einen harmloseren, sympathischeren Namen mehr Zugkraft geben zu wollen, durchschaut. Er formuliert: „Sozialismus ist der Kosename des Kommunismus“. Es handelt sich um das gleiche Verfahren wie bei dem Wort „Freistellung“ für Entlassung. Ersteres klingt einfach besser. Dass unsere Qualitätsmedien, als der Mann aus Würselen beschämende 605 von 605 Stimmen bekam, nicht aufgeschrien haben, dies erinnere an Kim Jong-un und andere Größen, disqualifiziert sie ein weiteres und wohl nicht letztes Mal. Wer das genannte Wort Orbáns verinnerlicht hat, dem geht ein Licht auf, denn es handelt sich nur um das Bekenntnis der SPD zu ihren kommunistischen Wurzeln. Armes Deutschland, wie werden deine Söhne und Töchter dich zurichten! In deinem Hause wird laut gebrüllt, was Lüge ist. Aber die Wahrheit muss schweigen. Ist es so?
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