Prof. Dr. Adorján F. Kovács

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Primitives Geschreibsel

Veröffentlicht:

Primitives Geschreibsel
Datum: 06.01.2016, 11:46

Der Originaltext lautet so:

„Das sind keine Nazis, aber...

In der Debatte um die neue Rechte wird der Satz “Ich bin kein Nazi, aber” immer wieder zu Analyse-Zwecken ins Feld geführt. Das bringt nichts, denn die allermeisten Flüchtlings- und Muslimhasser der Gegenwart sind in der Tat keine Nazis.

 

Ein Nazi sein ist so zwanzigstes Jahrhundert. Runenschrift, Rassenideologie, Millionen Tote, der Führer. Mir scheint, dass viele derer, die heute rechte Einstellungen haben, mit dem Dritten Reich und seiner Ideologie, die zur Vernichtung der Juden, dem tausendfachen Mord an Sinti und Roma, Homosexuellen, politischen Gegnern geführt hat, erst einmal nichts anfangen können. Sie sind heute rechts und nicht in den ersten Jahrzehnten des Zwanzigsten Jahrhunderts.

Der rechte AfDler, der rechte Christ, der rechte besorgte Bürger ist in den meisten Fällen kein Nazi in diesem, kurz skizzierten, historischen Sinne. Er ist ein Modernisierungsgegner, ein Globalisierungsgegner, ein Bewahrer des Status Quo. Er will keinen Lebensraum im Osten, er will innerhalb seiner Grenzen in Ruhe gelassen werden. Er trifft primär keine Urteile über Menschen aufgrund ihrer Religion oder Hautfarbe, sondern in dem Maße, wie sie ihm als Fremde auf die Pelle rücken und ihm etwas wegnehmen. Der Rassist heute ist aus seiner Sicht ein Verteilungskämpfer: er, der Deutsche, hat sich etwas durch das Deutschsein verdient, der andere, der in sein Land kommt, nicht.“

Wie liest dieser Text sich umgeschrieben?

„Das sind keine Stalinisten, aber...

In der Debatte um die neue Linke wird der Satz “Ich bin kein Stalinist, aber” immer wieder zu Analyse-Zwecken ins Feld geführt. Das bringt nichts, denn die allermeisten Deutschen- und Christenhasser der Gegenwart sind in der Tat keine Stalinisten.

Ein Stalinist sein ist so zwanzigstes Jahrhundert. Sozialistischer Realismus, Klassenideologie, Millionen Tote, das Väterchen. Mir scheint, dass viele derer, die heute linke Einstellungen haben, mit der Sowjetunion und ihrer Ideologie, die zur Vernichtung der Kulaken, dem tausendfachen Mord an Bürgerlichen, Homosexuellen, politischen Gegnern geführt hat, erst einmal nichts anfangen können. Sie sind heute links und nicht in den ersten Jahrzehnten des Zwanzigsten Jahrhunderts.

Der linke Grüne, der linke Atheist, der linke bewegte Bürger ist in den meisten Fällen kein Stalinist in diesem, kurz skizzierten, historischen Sinne. Er ist ein Modernisierungsfanatiker, ein Globalisierungsfanatiker, ein Zerstörer des Status Quo. Er will keine Weltrevolution, er will aber unbedingt den Menschen und die Gesellschaft mit allen Mitteln ändern. Er trifft primär keine Urteile über Menschen aufgrund ihrer Religion oder Hautfarbe, sondern in dem Maße, wie sie ihm als Andersdenkende auf die Pelle rücken und ihm etwas wegnehmen. Der Feind heute ist aus seiner Sicht ein Gesinnungskämpfer: er, der Linke, hat sich etwas durch das Linkssein verdient, der andere, der seine Gesinnung nicht teilt, nicht.“

 

 

 

Sven von Storch

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