Prof. Dr. Adorján F. Kovács

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Orlando und die Mitte der Gesellschaft

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Orlando und die Mitte der Gesellschaft
Datum: 13.06.2016, 10:29

Die grauenvollen Massenmorde in Oslo bzw. Utoya und in Charleston haben die Mainstreampresse  veranlasst, über den "Terrorismus, der aus der Mitte der Gesellschaft" komme, nachzudenken. Obwohl die Täter Breivik und Roof nachgewiesenermaßen Einzeltäter waren, wurde von westlichen, v. a. deutschen Journalisten wie D. Dath konstruiert, dass die Gesellschaft insgesamt terroristisch geworden sei, also außer den guten, wohlmeinenden und "hellen" Menschen im Grunde alle anderen im Lande Unterstützer von terroristischen Massenmördern oder sogar selbst Terroristen seien. Also seien die genannten Massenmorde terroristische gewesen und die "dunkle" Gesellschaft eine lediglich informelle, aber reale terroristische Vereinigung.

Nun wird verzweifelt versucht, aus dem Attentäter von Orlando einen Einzeltäter zu machen, ohne die muslimische Gemeinschaft "pauschal zu verurteilen", wie es immer so schön heißt. Es wird die Worthülse des "Hassverbrechens" bemüht, um sagen zu können, dass die Ablehnung von Homosexualität ein Phänomen auch der westlichen Gesellschaft sei. Mateen habe also etwas getan, was im Westen gleichsam üblich sei. Dass Ablehnung und Massenmord zwei Paar Schuhe sind, wird geflissentlich übersehen. Dabei müsste der Logik nach von den Journalisten, die o. g. These von der "terroristischen Mitte" konstruiert haben, jetzt behauptet werden, dass der terroristische Extremismus in der "Mitte" der muslimischen Gemeinschaft angekommen sei. Das Problem ist aber, dass er dort immer schon, von deren Gründungsidee her, angesiedelt war und ist. Also wird man das mit der "Mitte" diesmal nicht schreiben.

Selbst wenn Mateen ein Einzeltäter ohne Verbindung zum IS gewesen wäre, handelte es sich auf jeden Fall um islamischen Terror. Der Club in Orlando war mit Bedacht ausgesucht. Wer weiß, wie mit Homosexuellen in der gesamten islamischen Welt umgegangen wird, weil (fast) alle Muslime sich darin einig sind, dass "das Verbrechen der Homosexualität eines der schlimmsten Verbrechen, eine der schwersten Sünden und verabscheuungswürdigsten Taten" ist, ein Verbrechen, das entsprechend bestraft werden muss, wie auf jeder beliebigen islamischen Webseite nachzulesen ist, der erkennt den islamischen Hintergrund sofort. Natürlich ist diese Haltung verlogen, weil es Homosexualität auch unter Muslimen gibt, doch werden "ungläubige", also nichtmuslimische Homosexuelle immer härter bestraft.

Schlimm ist, dass sich nichts ändern wird. Der Lesben- und Schwulenverband wird auf die "homophobe" deutsche Gesellschaft zeigen und sagen, dass Orlando auf unser Konto geht - wie schon die Feministen und Genderisten nach Köln auf die angeblich alltäglichen Massenvergewaltigungen beim Oktoberfest hingewiesen haben. Interessant ist in anderem (?) Zusammenhang die Reaktion der türkischstämmigen Abgeordneten des Deutschen Bundestages. Während sie früher gegenüber DITIB und anderen muslimischen Organisationen ausgesprochen lax waren, fordern sie jetzt - wo sie nach der Armenienresolution persönlich bedroht werden - plötzlich eine klare Abgrenzung dieser Organisationen von der Gewalt. Es ist so traurig: Wenn das "Fussvolk", also "normale" Bürger wie jene in Orlando, leiden und ermordet werden, passiert nichts ausser der Verkündigung von Floskeln, wir würden "weiter offen leben" (A. Merkel). Wenn aber die politischen Galionsfiguren der Schwulenbewegung, ja die politische Klasse überhaupt, betroffen wären, dann würde ziemlich sicher Bewegung in die Sache kommen.

Sven von Storch

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