Prof. Dr. Adorján F. Kovács

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Nur linke Schwule sind gute Schwule

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Nur linke Schwule sind gute Schwule
Datum: 10.02.2015, 18:35

Heute drosch die linke Postille „taz“ ziemlich fies auf den katholischen Theologen, Philosophen und Publizisten Dr. David Berger ein. Natürlich hat der Schreiber den Doktortitel weggelassen, obwohl Berger ihn sich nicht erschwindelt hat, aber so viel linke Demokratie muss sein. Und selbstverständlich war nicht von seinen theologischen oder philosophischen Leistungen die Rede, die sind der „taz“ ohnehin zu hoch, es ging um seine Homosexualität. Die „taz“ freut sich nämlich, dass Berger als Chefredakteur der Schwulenzeitschrift „Männer“ entlassen worden ist. Das lag, so die „taz“, daran, dass Berger "krude rechtspopulistisch“ geworden sei. Da kann man ihn auch als „grössten schwulen Denker unter der Sonne“ verarschen.

Was die „taz“ für „krude rechtspopulistisch“ hält, erfahren wir sofort: Berger meinte doch tatsächlich, im Grunde sei für die Schwulen hierzulande die Gleichberechtigung erreicht und sie müssten endlich aus dem „Gay-Ghetto“ raus. Die genderideologische Umgestaltung der Gesellschaft werde nicht kommen und müsse dies auch nicht. Berger hat also gegen eine Schwulenanbetung und für ein normales Miteinander plädiert. Das ist schon verdammt rechtspopulistisch, das muss man sagen. Da bekommen Linke Schnappatmung.

Der aus der Kirche ausgetretene Berger meinte ferner, nicht nur die Katholische Kirche „diskriminiere“ die Schwulen, sondern er verwies auf den Islam, wo Schwule nicht nur „diskriminiert“, sondern echt, mit Blut und so, um mit Akif Pirinçci zu reden, getötet würden. Also das geht gar nicht, das ist ja schon spaltend und volksverhetzend. Umgehend strich die deutsche Aids-Hilfe dem Magazin sämtliche Inserate. Beim Geld hört die Solidarität auch bei Linken auf - und schon flog Berger von seinem Posten. Den Umstand mit dem Islam hat die „taz“ aber schon in einem früheren, von Fehlern strotzenden Beitrag kaum erwähnt, sie bezeichnet ihn heute in einem Nebensatz als „Legende“.

Die „taz“ ist ganz schön schlau. Mit dem Artikel haut sie also auf einen Schwulen als Schwulen drein, so richtig gemein, um zu zeigen, wie objektiv sie doch sei. Nein, nein, die „taz“ behandelt alle nach rein sachlichen Kriterien, da sind alle gleich. Der Haken ist nur, dass Berger erst fertiggemacht und als „dumm“ bezeichnet wird, wo er nicht mehr rein kirchenfeindlich, nicht mehr ausschließlich links ist. Wenn er Schwulenrechte im Islam aus Queer- und Genderperspektive gefordert hätte, na ja, das wäre zwar „islamophob“ gewesen, wäre aber gerade so durchgegangen. Ein bißchen emanzipatorisch muss sich die Linke ja geben. Aber „rechtspopulistisch“, das darf nicht mal ein Schwuler sein.

Sven von Storch

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