Nach wie vor_ Feminismus toppt Antisemitismus
Nach wie vor_ Feminismus toppt Antisemitismus
Datum: 06.11.2017, 22:56
„Feminismusgebot schlägt Antisemitismus-Verbot“, so lautete die damalige Überschrift. Einzig die feministisch-genderistische Ideologie darf in unserer westlichen Gesellschaft antisemitisch sein.
Man kann zum Beispiel die politischen Machenschaften eines Börsenspekulanten nicht kritisieren, wenn dieser ein Jude ist, ohne Antisemitismus vorgeworfen zu bekommen. Die politischen Vorwürfe haben zwar nichts mit seinem Judentum zu tun und sein Judentum ist niemals auch nur angedeutet worden, man wird von den westlichen Qualitätsmedien trotzdem immer unter Antisemitismusverdacht gestellt werden. Es ist offenbar nicht erlaubt, einen dubiosen Finanzmenschen zu kritisieren, wenn er zufällig Jude ist. Als Jude ist er immer Opfer.
Nun ist ein jüdisch-amerikanischer Hollywood-Produzent von vielen vergesslichen Frauen angeklagt worden, sie vor langer Zeit angeblich sexuell belästigt zu haben. Es fällt auf, dass in der Qualitätspresse niemand diesen Frauen vorwirft, sie könnten diese Vorwürfe aus antisemitischen Gründen erheben. Ihnen wird zugestanden, nur edle Motive zu haben. Als Frauen sind sie immer Opfer, und zwar größere Opfer als es die Juden für die westliche Presse zu sein haben.
Marcel Reich-Ranicki hat in seiner launigen Art einmal zu dieser herbeifantasierten Opferrolle der Frauen gesagt, er wolle gern glauben, dass das Schicksal der Frauen ein ganz schlimmes sei und sie furchtbar zu leiden hätten, doch habe er nie gehört, dass irgendjemand jemals vorgehabt hätte, sie komplett auszurotten. So recht er hat, so falsch wäre es, in Juden nur Opfer zu sehen. In Frauen schon gar nicht.
Das Beispiel des Produzenten, wie auch schon das eines französischen Präsidentschaftskandidaten, zeigt jedoch, wie stark die feministisch-genderistische Ideologie in unserer Gesellschaft ist, wenn sie sogar das sakrosankte Antisemitismusverbot schwächt. Es zeigt leider auch, dass der Antisemitismusvorwurf zu einer taktischen Beliebigkeitswaffe verkommen ist und den Antisemitismus gerade in den westlichen Qualitätsmedien im Grunde niemand ernst nimmt.
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