Prof. Dr. Adorján F. Kovács

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Manchmal siegt die Gerechtigkeit – nicht viel, aber ein bisschen

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Manchmal siegt die Gerechtigkeit – nicht viel, aber ein bisschen
Datum: 24.12.2022, 00:38

Eigentlich wollte ich die Fußballweltmeisterschaft im Islamistenstaat Katar boykottieren und mir kein Spiel anschauen. Auch schien besonders die deutsche „Mannschaft“ die ohnehin schon belastete WM durch ideologische Politisierung endgültig ruinieren zu wollen. Glücklicherweise schied sie schnell aus. Und das sportliche Niveau war so hoch, dass ich dann doch Lust bekam, zuzuschauen. Letztlich wurde es die WM eines großartigen Spielers, und eine lehrreiche obendrein.

 

 

Der Finalsieg Argentiniens, mit einem überragenden Lionel Messi, hat vielen Menschen gezeigt, dass es erstens Talent gibt, das inkommensurabel ist, und die Menschen eben doch nicht gleich sind. Es gibt Hierarchien. Und es sind nun einmal die unverdienten Dinge, die die Menschen wirklich anerkennen: Herkunft, Schönheit, Genie. Bei Messi seine überragende Begabung für den Umgang mit dem Ball. Für seine Begabung kann er nichts. Sie kommt, davon ist Messi überzeugt, von oben. Arbeiten dagegen kann ein jeder, da gibt es kein Geheimnis, vor dem man den Hut zieht. Das werden liberale Demokraten nie verstehen und die linken Gleichmacher schon gar nicht. 


 

Es hat den Menschen zweitens gezeigt, dass es sich lohnt, ausdauernd zu arbeiten und vor allem die Hoffnung nie aufzugeben. Wenn man denn schon arbeiten muss – und natürlich waren es auch bei Messi 10% Inspiration und 90% Transpiration – dann konsequent und hart, sonst wird man nicht ans Ziel kommen. Und trotz unvermeidlicher Rückschläge soll man immer optimistisch bleiben. Die fußballbegeisterten Menschen haben es nicht vergessen: 2006 2:4 gegen Deutschland im Viertelfinale, 2010 0:4 gegen Deutschland im Achtelfinale, 2014 0:1 gegen Deutschland im Endspiel, 2018 3:4 gegen Frankreich im Achtelfinale. Erst Messis fünfte WM brachte den Erfolg. Da war er schon 35! Die Kraft dazu ist unverdiente Gnade, auch davon ist Messi überzeugt. Das gefällt den transhumanistischen Materialisten in ihrem Machbarkeitswahn natürlich überhaupt nicht.

 

 

Schließlich hat es drittens gezeigt, dass es manchmal trotz allem doch den Richtigen trifft: Selten wurde einem Weltmeister die Trophäe so gegönnt wie Lionel Messi. Gerechtigkeit ist selten, aber es gibt sie doch. Es war verrückt, Messis Gesicht während des Endspiels zu beobachten: Trotz des unglaublichen Auf und Abs blieb er völlig ruhig, während die anderen verzweifelt weinten oder grimassierten. Später meinte er, er habe fest geglaubt, dass Gott ihm diesmal den Erfolg geben würde. Diesmal, nach all den Prüfungen, die er geduldig ertragen hat. 

 

Der Empfang in Buenos Aires war überwältigend. Man kann sagen, dass Messi die Liebe seiner Landsleute bekommen hat, während sich in Deutschland kaum jemand für die „Mannschaft“ interessierte, die in der Versenkung verschwand.                                                        

Die Menschen in der zweiten und dritten Welt haben noch ein Gefühl für das Echte, das viele in der verdrehten, künstlichen ersten Welt der „Diversity“ längst aus ihrem Gehirn gewaschen bekommen haben. Dieses Gefühl für das Echte drückt sich auch schon mal sehr derb aus. Die vielgelobten argentinischen Schlachtenbummler, die in Katar für die beste Stimmung im Stadion gesorgt haben, haben stundenlang gesungen, aber offenbar verstand niemand Spanisch; hier ein Zitat argentinischer Schlachtengesänge: „Zuhören. Verbreite das Wort. Sie spielen für Frankreich, aber sie sind alle aus Angola. Wie schön, sie werden weglaufen. Sie fi…n Shemales wie die Schw…..l von Mbappé. Seine Mutter ist Nigerianerin. Sein Vater ist aus Kamerun. Aber in seinem Pass steht... Nationalität: Französisch.“ 

 


Das ist natürlich indiskutabel formuliert, aber was ist die Quintessenz? Nur ganz unten in der Welt-Gesellschaft ist man politisch so inkorrekt, dass man eine nationale und sexuelle Identität hat und weiß, was das bedeutet, und deshalb auch das Spiel gewinnt. „Argentinien ist ein Land, kein Disneyfilm!“ Und deshalb haben alle Argentinier das Endspiel gesehen. Außer dem argentinischen Papst. Weil er Teil der politisch korrekten, globalistischen Welt-Gesellschaft der Davos-Milliardäre ist. Leider. Aber die katholische Kirche hat schon ganz andere Päpste überlebt. 

 


Es ist schön, dass diese WM nicht eine Propagandaveranstaltung für die Globalisten geworden ist, auch wenn sich deren Vasall Macron widerlich in den Vordergrund zu bringen versuchte. Aber selbst er blitzte ab: kein französischer Spieler hat ihm auch nur ins Gesicht geschaut. So wurde diese WM glücklicherweise eine Feier des Sports und der echten Werte. Glaube, Liebe, Hoffnung. Und was daraus folgt. Natürlich fehlt diesen Werten so, in dieser Sicht, noch etwas, weisen diese Werte in dieser Form noch auf etwas Grundlegenderes hin: die Wahrheit. Mit deren Offenbarung werden wir heute, an Weihnachten, wieder konfrontiert.

 

Sven von Storch

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