Prof. Dr. Adorján F. Kovács

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Hammelblut auf dem Balkon_ Die Deutschen passen sich schon mal an

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Hammelblut auf dem Balkon_ Die Deutschen passen sich schon mal an
Datum: 29.09.2015, 08:39

Es ist bekanntlich für alle gläubigen Muslime weltweit Pflicht, zur Feier des Festes im Gedenken an den "Propheten Ibrahim" ein Tier zu opfern, wenn sie es sich finanziell leisten können. Manchmal wird auch einfach geopfert, um Gott zu danken. Oft legt der Hausherr persönlich Hand an, um dem meist nicht betäubten Tier rituell die Kehle durchzuschneiden; in anderen Fällen macht das ein Metzger. In dem Bericht der "Fränkischen Nachrichten" wurde, wohl zum Trost der Tierschützer, großer Wert darauf gelegt, dass beide Halsschlagadern durchtrennt werden müssten und dass die Tiere nach deutschem Recht vorher betäubt wurden. Allerdings, das weiß ich aus persönlicher muslimischer Quelle, kann das verblutende Tier dann den Namen Allahs nicht mehr hören, der ihm ins Ohr geflüstert wird, damit es selig stirbt, weshalb "aus religiösen Gründen" schon mal gern eine Sondergenehmigung für das Schächten erteilt wird.

Man muss sich einmal vorstellen, dass hier eine Religion der atavistischen Sitte des Tieropfers frönt und dass dieses heidnische Relikt in einer deutschen Zeitung von aufgeklärten Journalisten, die sonst bei jeder Gelegenheit das spiritualisierte Christentum verhöhnen, zur Belehrung der alteingesessenen Bevölkerung ohne jeden kritischen Kommentar beschrieben wird, einer Bevölkerung, die sonst jede Wanderkröte, die überfahren wird, und jeden Singvogel bedauert, der im Fangnetz verendet. Die üblichen Relativierer können hier auch nicht mit dem Weihnachtsbaum kommen, der zwar kein genuin christlicher Brauch ist, doch sind die Leiden der Pflanzen zur Ehre Gottes überschaubar, was sogar die grüne Partei anerkennt.

Mit der Geschichte Abrahams und Isaaks, die deutlich älter ist als der Islam, wird der historische Übergang vom Menschen- zum Tieropfer bezeichnet; mit dem nicht überbietbaren Opfer Jesu Christi am Kreuz sind alle sonstigen Opfer überflüssig geworden. Das bezeichnet den historischen Fortschritt des Christentums, zu dem islamische Sitten wie die erwähnte oder das rituelle Umkreisen eines Steines doch eher als Rückschritt erscheinen. Aber man muss ja flexibel sein und seine Gewohnheiten ändern.

Ein türkischstämmiger Freund von mir kommentiert die deutsche Sehnsucht nach Selbstaufgabe kopfschüttelnd so: Demnächst müssten sich die Deutschen erheblich umstellen, wenn am offiziellen muslimischen Feiertag der syrische Nachbar mit geübter Hand auf dem Balkon den schreienden Hammel schlachtet und etwas Blut auf den Sonnenschirm des atheistischen deutschen Nachbarn drunter tropft. Kann aber schon mal passieren, man wird doch deshalb nicht so kleinlich sein.

Sven von Storch

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