Eine exemplarische Geschichte_
Eine exemplarische Geschichte_
Datum: 02.01.2016, 21:59
Im Frankfurt-Teil der FAZ von heute eine schöne Geschichte, die vorbildlich wirken soll: Ein 25-jähriger Syrer, von der vermittelnden Initiative „Flüchtlinge willkommen“ als „geflüchteter Mensch“ bezeichnet, wurde von einer deutschen Familie aufgenommen, für eine gewisse Zeit, bis er richtig Deutsch gelernt hat. Die Gastmutter (42) ist Ärztin und Buddhistin, ihr Mann (40) Musiker und Katholik. Die späten Eltern haben 14 Monate alte Zwillinge. Sie bewohnen die „alte Schmiede“, ein Fachwerkhaus, das sie renoviert haben. Im „Meditationsraum“ der Frau unterm Dach ist Platz für den jungen Mann. Er ist in dieser Art WG - das Milieu ist bekannt - der „syrische Quatschonkel“.
Der Mitbewohner erzählt seine Geschichte. „Ich wollte ein besseres Leben als in Syrien“, deswegen habe er Damaskus vor zwei Jahren verlassen. (Er ist also gar kein Flüchtling, sondern jemand, den man früher Auswanderer genannt hätte.) Das Land war nicht mehr sicher für ihn, seit er auf einer Demonstration festgenommen worden war. (Wogegen oder wofür hat er demonstriert? Gegen Assad, für eine obskure Opposition oder gar den IS?) Er floh in die Türkei. (Dort war er bekanntlich schon in Sicherheit.) Von Izmir aus sei er mit 50 Leuten in einem überfüllten Boot nach Lesbos gefahren. (Das war ein illegaler Grenzübertritt.) Das Boot sank. Er sei um sein Leben geschwommen. (Wer hat ihn gerettet?) Als Theodoros Lionos sei er schließlich nach Deutschland gekommen, nach einer Woche im Gefängnis (weshalb?) und einem Monat in Athen. Mit einem gefälschten Pass flog er nach Frankfurt. (Das sind nun schon mehrere Straftaten, was aber offenbar niemanden interessiert, am wenigsten die Gasteltern.) 7000 Euro habe er für die „Flucht“ (durch einige sichere Drittländer) bezahlt. Nach einer Zeit in Gießen, Dortmund, Krefeld und zuletzt im Bahnhofsviertel in Frankfurt sei er nun anerkannt. Beim ersten Antrag habe er nur Papiere bekommen, mit denen er nicht zur Schule hätte gehen oder studieren können - er habe erfolgreich geklagt. (Wer hat die Klage geführt und bezahlt?)
Die Schlepperindustrie hat an dieser durchgeplanten Reise gut verdient, genauso wie die mit ihr Hand in Hand arbeitende deutsche Migrationsindustrie, die für das Zimmer immerhin den Hartz-IV-Satz locker machen und Anwälte bezahlen kann. Die Journalistin, die für den sentimentalen Artikel verantwortlich zeichnet, hat alle oben von mir gestellten Fragen vermieden, die zu stellen eigentlich ihre Pflicht wäre. Auch die Presse macht mit bei dieser absurden Koalition aus ökonomisch motivierten Auswanderern, Kriminellen und staatlichen Organisationen. Es fällt irgendwie schwer, hier an Zufall zu denken. Doch lassen wir Spekulationen. Am schlimmsten ist die offensichtliche Tatsache, dass ein „neues Leben“ in Deutschland mit mehrfachen Straftaten des Neubürgers und deren Nichtbeachtung durch alle Beteiligten beginnt. Was ist daran vorbildlich? Die lebenstüchtige Betrügerei des cleveren Syrers kann man vielleicht noch verstehen. Doch welchen Eindruck wird ein Land auf einen Neuankömmling machen, das sich derart verlogen verhält? Letztlich wird er es gerne ausnutzen und dann verachten.
Warum kann eine Zeitung wie die FAZ nicht eine Familie vorstellen, die einen echten Flüchtling aufgenommen hat? Das wird es doch wohl geben und das wäre dann auch wirklich vorbildlich. Fehlendes Unrechtsbewußtsein kann dies nicht sein. Oder?
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