Dr. Merkel und der Maximo Lider
Dr. Merkel und der Maximo Lider
Datum: 28.11.2016, 18:00
Der jüngst verstorbene Fidel Castro war nun wahrlich kein Vorbild für einen Politiker und die kaum verhohlene Bewunderung, die ihm in den deutschen Feuilletons durch sentimental an ihre verlogene salonkommunistische Jugend denkenden Redakteure entgegengebracht wird, ist eigentlich skandalös. Aber Castro war immerhin mutig, was er oft genug bewiesen hat. Das unterscheidet ihn diametral von den deutschen Protagonisten der politischen Klasse.
Doch gibt es Gemeinsamkeiten. Dass die Linke ihn verehrt, überrascht nicht. Überraschend ist nur, dass diese Verehrung die Partei nicht sofort von der Teilnahme an Wahlen ausschließt. Aber auch die CDU hat, versteckt zwar, bei Castro etwas entlehnt: den Glauben an die Geschichte.
Berühmt ist der Ausspruch Castros in seinem nach seiner Festnahme 1953 gehaltenen Plädoyer: „Verurteilt mich, es hat keine Bedeutung. Die Geschichte wird mich freisprechen.“ Daraus spricht die Überzeugung, den Gang der Geschichte zu kennen. Diese wahnhafte Überzeugung haben Marxisten, aber neuerdings auch Mitglieder der CDU.
Als Frau Dr. Merkel die sogenannte Flüchtlingskrise ausnutzte, um die deutschen Grenzen zu öffnen und so einen gewaltigen Sog für ungebremste Einwanderung nach Deutschland entfachte, der bis heute - entgegen allen Verlautbarungen - anhält, sagte der Kanzleramtschef, Flüchtlingskoordinator und Merkelsche Terrier Peter Altmaier gerne, „dass uns die Geschichte recht geben wird.“
Für einen demokratischen Politiker ist das ein Offenbarungseid. Die Regierung steht also nicht einem Parlament Rede und Antwort (- was freilich ein funktionierendes Parlament voraussetzt!), die Regierung ist auch nicht den Gesetzen verpflichtet (- schon seit der Griechenlandkrise nicht!), die Regierung pfeift auf die Kontrolle der Öffentlichkeit (- die aber versagt, wenn schon Leute wie Alfred Grosser den Merkelschen Rechtsbruch gutheißen!).
Nein, die Regierung steht laut Peter Altmaier (- und Dr. Merkel sieht das sicher genauso -) vor dem Tribunal der Geschichte, die irgendwann in ferner Zukunft, wenn niemand mehr von den Akteuren lebt und es weder Konsequenzen für sie noch eine Korrektur ihrer Schandtaten mehr geben kann, ihr „gerechtes“ Urteil sprechen wird. Oder auch nicht, wie man beim Maximo Lider sieht, der von der Geschichte eben doch verurteilt worden ist. Leider nur von ihr!
Denn es wäre in jedem Fall besser, wenn Politiker, die sich vollmundig auf die Geschichte berufen, von einem menschlichen Tribunal noch zu Lebzeiten zur Verantwortung gezogen würden.
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