Die zornigen weißen Männer_ eine linke Begriffshülse
Die zornigen weißen Männer_ eine linke Begriffshülse
Datum: 26.09.2014, 20:22
Auf der letzten Seite der gestrigen „Taz“ wurde wieder einmal ein Journalist, dessen Meinungen den GenossInnen (!) nicht passt, verhohnepipelt. Dabei kam natürlich eine Floskel zum Einsatz, die Linke, FeministInnen, GenderistInnen und SchwulenlobbyistInnen (!!!) gerne verwenden. Ich meine die Begriffshülse „angry white men“, die vom (angeblichen) Fortschritt (angeblich) abgehängten weißen Männer. Zitat: „Eines ist klar – Harald Martenstein schart viele Leser um sich, die überfordert sind von den gesellschaftlichen Veränderungen der letzten Jahre. Jene weißen Männer, die früher das uneingeschränkte Sagen hatten und jetzt zusehends unterdrückt werden von Frauen, Schwulen und irgendwelchen Ausländern.“ Mit anderen Worten sind das alle, die nicht Links sind. Das ist von der „Taz“ nicht nur ironisch gemeint, auch wenn es in der Kolumne „Die Wahrheit“ erschienen ist.
Auf der Titelseite derselben Ausgabe berichtete die „Taz“ über das jüngste Kopftuchurteil des Bundesarbeitsgerichts für evangelische Krankenhäuser. Wieder einmal wurden bildlich die Haube einer Schwester und das Kopftuch einer Muslimin miteinander gleichgesetzt: Stoff ist also gleich Stoff. Man muss schon staunen über so viel Dummheit, die von Semiotik nichts weiß. Eine exklusive Berufs- und Ordenstracht zu vergleichen mit einem religiös-politischen Symbol, das tendenziell die Hälfte einer Gemeinschaft gleichschaltet, von den damit verbundenen Verhaltensvorschriften ganz abgesehen, ist atemberaubend. Die Klägerin sagte denn auch, dass sie neben dem Bekenntnis zum Islam (das dezenter nun mal nicht sein darf...die Betonung liegt auf DARF) zeigen wolle, für Männeraugen nicht verfügbar zu sein, wofür die „Taz“ volles Verständnis zeigte. Ach ja, alle Frauen ohne Kopftuch sind also so etwas wie Nutten.
Unter diesen Umständen ist es fast schon eine Ehre, ein zorniger weißer Mann zu sein, der noch einigermaßen klar denken kann und nicht Dinge miteinander vergleicht, die nicht vergleichbar sind.
Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte unterstützen Sie mit einer Spende unsere unabhängige Berichterstattung.
Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.


Add new comment