Prof. Dr. Adorján F. Kovács

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Die vielen Lehrer der Berliner Republik

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Die vielen Lehrer der Berliner Republik
Datum: 25.09.2016, 08:02

Einer der Erzieher der Erzieher ist soeben verstorben: der Historiker Karl Dietrich Bracher. Er gehörte zu den vielen, die an deutschen Universitäten lehrten und leider viele falsche Schlüsse aus den eigenen Kriegserfahrungen gezogen haben. Die alte, also Bonner Republik sei z. B. eine „postnationale Demokratie“ gewesen. Die verständliche Sorge vor einer Wiederkehr von Diktatur und Krieg ließ jedes vernünftige Maß vergessen.

Einer der geistigen Schüler solcher Erzieher ist Patrick Bahners, der Brachers Nachruf in der FAZ geschrieben hat. Es ist interessant, wie er Bracher zitiert und damit die Situation von heute beschreibt. Bracher warf den tonangebenden Kreisen, die die Katastrophe von 1933 ermöglicht haben, „Dünkel“ und Ressentiment“ vor und ihren Erinnerungen eine „Technik des Weglassens“. „Die radikalen Kampfthesen einer kleinen Minderheit sind so aus einer rüden Unterströmung zum weithin akzeptierten oder doch tolerierten Bestandteil des deutschen Zeitbewusstseins geworden.“ Exakt dies, die radikalen, von Ressentiment geprägten Thesen einer linken Minderheit in Verbindung mit der Technik des Weglassens kann man heute überall, auf jedem Schritt und Tritt, antreffen, sie hämmern den Deutschen jedes Bewusstsein des Eigenen aus dem Kopf.

So steht auf dem Rödelheimer Ortsschild „Stadtteil gegen Rassismus“ und die Kindergärten zieren riesige Plakatwände mit dem Slogan „Nein zu Rassismus“. Alles schön und gut, doch was heißt diese Zivilreligion des Antirassismus praktisch? Doch wohl nicht, zu Fremden und anders Aussehenden höflich zu sein. Es heisst doch wohl dies, die ganze Welt nach Deutschland einzuladen. Würde das wenigstens offen gesagt! Man fährt dann arglos nach Mainz in das Römisch-Germanische Museum. Die fleißigen Lehrer der Berliner Republik sind auch dort am Werkeln. Das Imperium Romanum wird als gelungenes Beispiel eines Vielvölkerstaats präsentiert, in dem - man höre und staune - es schon eine doppelte Staatsbürgerschaft gegeben habe! Stimmt zwar nicht ganz, aber egal! Parallelen zur heutigen Situation in Deutschland werden in fahrlässiger, ja infantilisierter Weise gezogen. Das römische Bürgerdiplom eines vollintegrierten Syrers wird stolz präsentiert. Und im Orient haben sich die Menschen sogar schon damals anders gekleidet als in Gallien, man stelle sich nur vor! Die Völkerwanderung wird zu einem Erfolgsmodell umgedeutet, die problematischen Großgruppenbildungen des frühen Mittelalters werden benutzt, um mitzuteilen, dass „ethnisch“ homogene „Stämme“ und „Völker“ niemals existiert hätten. Ach, liebe Nachtigall, ick hör dir trapsen.

Man kann dem wirklich breiten Bündnis gegen alles, was da vermeintlich „rechts“ ist, kaum ausweichen. Es verfolgt einen überall hin. Die Zwangserziehung zum Migrationsbefürworter und impliziten Deutschenhasser wirkt ununterbrochen an jedem Ort. Die Geisteswissenschaften sind gleichgeschaltet, Geld gibt es für philosophische Lehrstühle nur noch, wenn sie sich mit „Toleranz, Gerechtigkeit, Demokratie, Diversität, Integration“ befassen. Schauen Sie selbst mal nach, es ist wirklich trist. Letztlich dient alles, Kindergärten, Museen, Studium, der Unterstützung der Regierungspolitik. Gut gemeint ist eben nicht gut. Doch die Bemühungen der vielen Lehrer werden an ein jähes Ende kommen, wenn sie feststellen, dass immer mehr Menschen hier leben, die so genannten „neuen Deutschen“, die keineswegs grün und links werden wollen, sondern vollkommen immun gegen diese Propaganda sind. Das Gutgemeinte gebiert wie so oft noch viel Schlimmeres.

Sven von Storch

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