Die _ausgewogene_ Berichterstattung der ARD
Die _ausgewogene_ Berichterstattung der ARD
Datum: 04.09.2015, 20:06
Gestern wurde im "Brennpunkt" der ARD von der "Flüchtlingskrise" in Ungarn und der Brüsseler Stellungnahme Viktor Orbans, des ungarischen Ministerpräsidenten, nach seinem Gespräch mit dem europäischen Parlamentspräsidenten Martin Schulz berichtet. Aber wie?! Erst wurden Bilder aus Ungarn vom drangvollen Keleti-Bahnhof gezeigt, dann eine deutsche Reporterin, die ohne jeden Beleg Vermutungen zur Motivation der ungarischen Behörden von sich gab, anschließend Interviews mit Migranten, die alle nach Deutschland wollten. (Nebenbei interessant, dass ein in Brüssel gelandeter Somali sagen durfte, er wolle die belgische Staatsangehörigkeit, was anscheinend okay ist, Volker Kauder aber den Wunsch der in Ungarn weilenden Migranten, sie wollten Deutsche werden, denn davon ist faktisch die Rede, nicht für so gut hält.) Schließlich stand Martin Schulz ganze 8 von 19 Minuten der Sendung in Person neben dem ununterbrochen verbal auf Ungarn eindreschenden Moderator. Die Fragen an Schulz plump suggestiv: Ob er sich denn hätte beherrschen können bei Orbans Stellungnahme (und Ähnliches). Schulz sprach dann auch nur noch von "diesem Viktor Orbán", wohlgemerkt einem frei gewählten Regierungschef.
Gefehlt hat vollständig die berühmte und sprichwörtliche "andere Seite", nämlich irgendeine Frage an einen ungarischen Gesprächspartner. Der hätte z. B. von ausgedehnten ungarischen Erfahrungen mit Muslimen erzählen können, die "intensiver" waren als es die Deutschen sich vorstellen können, weshalb die Ungarn keine mehr machen wollen, sowie von den Problemen mit der mindestens eine halbe Million zählenden Minderheit der Zigeuner (in Ungarn nennen sich die Zigeuner selbst so), weshalb die Ungarn nicht noch weitere Minderheiten möchten. Ausgewogenheit Fehlanzeige! Das ist schon langsam ein Hammer, was die ARD sich da erlaubt.
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