Prof. Dr. Adorján F. Kovács

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Deutschlands Leiden in zwei Fotos

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Deutschlands Leiden in zwei Fotos
Datum: 28.07.2021, 21:26

Ein US-Amerikaner, Joel Harrington, schrieb ein Buch über den deutschen Mystiker, Theologen und Philosophen Eckhart von Hochheim, genannt Meister Eckhart. Es erschien unter folgendem Titel:

Also: Gefährliche Mystik. Meister Eckharts Weg zum inneren Gott. – Das ist zunächst sachlich, weil Harrington sich auf das „Seelenfünklein“ bezieht, auf den von Eckhart postulierten Gott „in uns“. Dann sagt er implizit, dass dieses Postulat falsch verstanden werden konnte, als gäbe es neben dem alleinigen Gott noch innere Götter oder als wäre Gott teilbar, und insofern dem Dogma widersprach, das zu hüten die Aufgabe der Kirche ist. Insofern war Mystik gefährlich und Eckhart wurde wegen einiger Artikel tatsächlich von der Inquisition vorgeladen, was aber keineswegs einem Todesurteil oder auch nur einer physischen Strafe gleichkam, wie es die Horrorgeschichten behaupten, die im 19. Jahrhundert von atheistischen Historikern erfunden wurden und bis heute geglaubt werden. Eckhart, der subjektiv absolut rechtgläubig war, hat sich darum auch aktiv um die Verteidigung seiner Lehre bemüht, starb aber während des Verfahrens. Posthum wurden einige Artikel verurteilt, die er nicht hätte weiterhin öffentlich lehren dürfen. Das ist heute bei den Faktencheckern schlimmer, die gestandene Wissenschaftler zu kompletten Idioten erklären und sie dem sozialen Tod aussetzen, wenn sie leise begründete Zweifel an Regierungsmaßnahmen zur Corona-Eindämmung äußern.   

Ein renommierter deutscher Verlag läßt das Buch übersetzen und bringt es unter folgendem Titel heraus:

Man sieht, dass die Betonung nun ganz woanders liegt. Wichtig für das kaputte Deutschland des „Synodalen Wegs“ und der protestantischen NGO: Eckhard FORDERTE DIE (NATÜRLICH BÖSE) KIRCHE HERAUS. Historisch stimmt das zwar nicht, aber das ist nicht wichtig. Hauptsache die Botschaft stimmt. Beim „Kampf gegen Rechts“ ist Kampf gegen das Christentum inklusive. Denn natürlich ist das Christentum ohne Kirche nicht denkbar.

Eckhart wird explizit Mönch genannt. Das war er, aber das waren im Mittelalter alle Philosophen. Durch diese Benennung soll Eckhart (von Geburt übrigens Adeliger) erstens zum niederen Kleriker gemacht werden, der quasi VON INNEN gegen die Kirche bzw. den hohen Klerus kämpft. Da schwingt etwas vom sozialistischen Marsch durch die Institutionen mit. Zweitens soll seine Denkleistung zur rein theologischen umgewidmet werden, damit ihn ja niemand als Philosophen ernst nimmt. Philosophie hat säkular zu sein, Punkt. Wäre ja nochmal schöner, sagen sich unsere linken Intellektuellen.

Drittens: der EIGENE WEG zu Gott. Anything goes. Keine Rede vom „Seelenfünklein“. Die komplette Vereinzelung wird angestrebt, jede Gemeinschaft und Autorität wird abgelehnt. Oder: Jeder kann machen, was er will. Bloß keine Vorschriften. Von Gott schon dreimal keine! Aber wenn Nena das absurde Hygienekonzept von Konzertveranstaltern kritisiert, ist das laut dem kommunistischen „Tagesspiegel“ ein falsches Freiheitsverständnis: Es kann bei Corona eben nicht jeder machen, was er will!

Und die Postille zitiert sogar Hegel, der zwar ein dreckiger alter weißer Mann war, aber hier auch mal was Gutes gesagt hat: Freiheit sei Einsicht in die Notwendigkeit. Und dass Impfen und Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte notwendig sind, ja, was überhaupt notwendig ist, das weiß eben nur der autoritäre sino-preußische Staat, den wir alle brauchen.  

Das Buch über Eckhart ist übrigens zu empfehlen. Im englischen Original.

Sven von Storch

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