Prof. Dr. Adorján F. Kovács

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Der verschwiegene Völkermord

Veröffentlicht:

Der verschwiegene Völkermord
Datum: 28.01.2016, 14:39

So wird der arabo-muslimische Sklavenhandel weder im Wikipedia-Übersichtsartikel „Sklavenhandel“ noch in den Subartikeln „Mediterraner“ und „Ostafrikanischer Sklavenhandel“ abgehandelt, hingegen der „Atlantische Sklavenhandel“ umso ausführlicher.

 

Westliche Wissenschaft unterstützt das muslimische Verschweigen

 

Dies liegt neben der Einseitigkeit von Wikipedia auch an der völlig unterbliebenen Aufarbeitung dieses Menschheitsverbrechens in den arabo- und turkoislamischen Staaten, in denen ja teilweise immer noch Sklaverei herrscht. Ein in der islamischen Welt angesehener Politiker wie Erdogan meinte ja zum Abschlachten von Schwarzen in Darfur knapp, dass ein Muslim keinen Völkermord begehen könne. Das Standardwerk zur arabischen Geschichte des britischen Orientalisten Albert Hourani deckt die Schande der Sklavenhaltung ebenfalls mit dem Mantel des Schweigens zu. Dazu hat Lorenz Jäger in der SZ folgendes geschrieben:

 

„Auch ein Buch von 700 Seiten kann man in fünf Minuten beurteilen. Eben kommt Albert Houranis »Geschichte der arabischen   Völker« auf den Tisch, 1991 erstmals erschienen und »weitererzählt bis zum Arabischen Frühling von Malise Ruthven«. Man schlägt im Sachregister das Stichwort »Sklaven« nach und findet drei Erwähnungen.

 

Die erste führt auf S.73 und folgende in das Kapitel »Das Kalifat von Bagdad«. Dort liest man etwas unvermittelt den einen Satz: »Im Irak selbst war die Macht des Kalifen durch weit verbreitete und lang andauernde Aufstände der schwarzen Sklaven in den Zuckerrohrplantagen und Salzsümpfen des Südens bedroht – der Aufstand der Zandsch 868–83.« Wo die Leutchen wohl herkamen? Keine Ahnung, denn sie werden, wiederum ausweislich des Registers, vorher nirgends erwähnt.

 

Auf S.375 ist zum Glück alles schon vorbei: »Veränderungen im Wirtschaftsleben, veränderte gesellschaftliche Sitten und das Einschreiten von Osmanen, Ägyptern und Briten gegen den Sklavenhandel führten um 1914 dazu, dass es keine Haussklaven mehr gab.« Aber vorher kam sage und schreibe eine ganze Seite mit der Zwischenüberschrift »Sklaven«. Diener und Dienerinnen des Hauses seien häufig Sklaven gewesen. Militärsklaven »kamen hauptsächlich aus Zentralasien und dem Kaukasus, im Maghreb und Andalus aus den slawischen Ländern«. Manche wurden als Sklaven gekauft und nach dem Übertritt zum Islam freigelassen. Schließlich Konkubinen, »man brachte sie aus Schwarzafrika auf dem Weg über den indischen Ozean und das Rote Meer oder auf dem Nil oder auf den Routen durch die Sahara«. Ebenso die Eunuchen.

 

Das ist es, was uns im Jahr 2014 der Verlag S. Fischer über die Sklaverei mitteilen will. Aufklärung als Massenbetrug. Man hätte im Hausarchiv nachschauen sollen. Denn 1992 hatte S.Fischer als Taschenbuch »Blütezeit des Islam« von Maurice Lombard herausgebracht, einem Historiker der »Annales«-Schule. Man schlage dort unter »Razzien« nach.“

 

Denn Muslime haben, und das ist wohlbekannt, die Sklaverei in großem Maßstab Tausend Jahre länger als in Europa praktiziert, mehr als zwei Jahrhunderte länger als in Südamerika und anderthalb Jahrhunderte länger als in Nordamerika, dem letzten westlichen Staat, der die Sklaverei abschaffte. In der anschließenden Darstellung folge ich Jean-Jacques Walter, einem französischen Islamwissenschaftler.

 

Der Sklavenhandel

Der islamische Handel betraf vor allem Schwarze, in Westafrika gefangen und durch die Sahara transportiert. Viele starben auf dem Weg. Andere Sklaven wurden im Nordosten von Afrika gefangen genommen und über das Rote Meer verbracht. Einige schließlich wurden im südöstlichen Afrika gefangen genommen und über den Indischen Ozean transportiert. Die Zahl der von Muslimen versklavten Schwarzen ist wegen der Ungenauigkeit der Quellen schwierig zu beurteilen. Um die Gesamtzahl es wissen, muss man die Summe aus den drei Routen, der trans-saharischen, der über das Rote Meer und der über den Indischen Ozean, bilden.

Der französische Historiker brasilianischer Herkunft Felipe de Alencastro, derzeit Forscher am Centre national de la recherche scientifique, hat umfangreiche Forschungen zur muslimischen Sklaverei (besonders jener entlang der Trans-Sahara-Route) durchgeführt. Die Zahl der allein auf dieser Route Versklavten hat er auf 8 Millionen Menschen geschätzt (Luis Felipe de Alencastro, Artikel »Traite« in der Encyclopaedia Universalis).

 

Christian Delacampagne, ehemaliger Student der Ecole Nationale Superieure, Dozent für Philosophie und Doktor der Geisteswissenschaften, ist der Autor von dreißig in fünfzehn Sprachen übersetzten Büchern. Er schätzt die Anzahl der Sklaven, die von Muslimen gefangen und auf der Trans-Sahara-Route in islamische Länder verbracht wurden, auf 11 Millionen. Der Spezialist für die Geschichte der Sklaverei, Professor an der Universität der Südbretagne und Science Po in Paris, Olivier Petre-Grenouilleau, schätzt, dass die muslimischen Sklavenhändler 17 Millionen Sklaven in Afrika gefangen genommen haben,  immer auf die Trans-Sahara-Route bezogen. Der Durchschnitt der Zahlen dieser beiden Autoren, 14 Millionen, weist eine Fehlerquote von 20% auf, die im Einklang mit üblichen wissenschaftlichen Schätzwerten steht.

 

Zum Transsaharahandel aus West-Afrika muss man den Handel über das Rote Meer und den Indischen Ozean addieren. Paul Bairoch, Doktor der Universität Brüssel, hat eine beträchtliche Literatur zu diesem Thema zusammengetragen (Paul Bairoch, Mythes et paradoxes de l’histoire économique, La Découverte, Paris, 1994). Ihm zufolge belief sich der muslimische Sklavenhandel auf 25 Millionen Schwarze, alle drei Routen zusammengenommen, im Vergleich zu 11 Millionen für den westlichen Handel nach Süd- und Nordamerika. Wenn letzterer weniger Opfer als der muslimische Sklavenhandel gefordert hat, lag dies besonders daran, dass er „nur“ vier Jahrhunderte gedauert hat - gegenüber 14 bei den Muslimen.

 

Der Handel mit Weißen

Während es etwa seit Karl dem Großen und der Durchsetzung des Christentums in Europa in den abendländischen Kernlanden kaum Sklaverei gab, gab es dennoch auch europäische Sklaven, die für den muslimischen Markt geliefert wurden. Ihre Zahl war geringer als die der schwarzen Sklaven. Meist wurden sie von Piraten gefangen genommen. Diese operierten im westlichen Mittelmeer, vor allem von den arabischen Siedlungen Tripolis, Tunis und Algier aus,  im östlichen Mittelmeer und im Schwarzen Meer von den türkischen Siedlungen in Kleinasien aus. Marcel Dorigny, Dozent an der Universität Paris 8, und Bernard Gainot, Dozent an Paris 1, berechneten die Anzahl der europäischen Sklaven, die von muslimischen Piraten gefangen genommen wurden. Sie beziffern sie auf rund eine Million zwischen 1500 und 1800, zu denen die zeitlich früheren Gefangennahmen hinzukämen, die aber schwer zu beurteilen sind (Marcel Dorigny et Bernard Gainot, Atlas des esclavages, Autrement Paris 2007). Versklavungen nach Kriegszügen und brutale Praktiken wie die berühmte „Knabenlese“ des Osmanischen Reichs, der Millionen zum Opfer gefallen sein dürften, müssten noch hinzuaddiert werden.

 

Das Schicksal der Sklaven

Die 11 Millionen schwarzen Sklaven, die von Okzidentalen deportiert wurden, waren zu zwei Dritteln Männer, vorgesehen für die Landwirtschaft. Sie haben heute in Nord- und Südamerika 70 Millionen Nachkommen. Die 25 Millionen schwarzen Sklaven, die in muslimische Länder deportiert wurden, waren zu zwei Dritteln Frauen, zum sexuellen Dienst für die Muslime bestimmt,  und zu einem Drittel Männer (Tidiane N’Diaye, Le Génocide voilé, Gallimard, Paris, 2008). Sie hatten nur sehr wenige Nachkommen, denn die Kinder der schwarzen Sklavinnen wurden systematisch bei der Geburt getötet und die Männer entmannt - durch Amputation des gesamten Geschlechtsapparats direkt am Bauch. Man beachte, dass weiße Sklaven „nur“ ihrer Hoden beraubt wurden. Der inhärente Sexismus und Rassismus der orientalischen Kultur kommt dadurch bestens zum Ausdruck. Dies ist auch der Grund, warum es keine „afro-arabische“, „afro-türkische“ oder „afro-persische“ schwarze Minderheit gibt.

 

Die muslimischen Kastrationszentren

Durchgeführt ohne Narkose und ohne Sterilität, führte die Kastration von männlichen Sklaven zu einer hohen Sterblichkeit, vor allem bei Kindern. Es war für Sklavenhändler wirtschaftlicher, die Kastration in der Nähe der Orte der Gefangennahme oder des Kaufs durchzuführen, um den unnötigen Transport derjenigen zu vermeiden, die an der Amputation starben. In Europa, das eine teilweise muslimische Besetzung in den Anfängen des Islams erlitt, waren die Haupt-Kastrationslager auf Korsika für Männer, die vom 7. bis zum 10. Jahrhundert im Süden von Frankreich und Italien gefangengenommen wurden, in Verdun für Sklaven aus Nordeuropa und in Prag für diejenigen aus Osteuropa. Als diese Plätze aufgegeben werden mussten, wurde Kairo als Haupt-Kastrationszentrum installiert; eine Wahl aus „praktischen“ Gründen: der große Hafen am Nil wurde als Terminal für Schiffstransporte verwendet (Olivier de Malriave, Le monde des eunuques, la castration à travers les âges, Imago, Paris, 2011).

 

Bei den Schwarzen wurde die Kastration beim Transport durchgeführt. Die anstrengenden Märsche nach der Verstümmelung erzeugten eine ungeheure Sterblichkeit. Einige schätzen die Zahl der Todesopfer zwei oder drei Mal höher als die Zahl der Überlebenden (Tidiane N’Diaye, Le Génocide voilé, Gallimard, Paris, 2008). Andere Autoren rechnen mit einer weniger hohen Sterblichkeit. Die Quellen, die erhalten sind, enthalten keine Zahlen, nur die Feststellung der muslimischen Praktiken. Eine Ableitung von Prozentsätzen an Todesfällen anhand dieser Quellen ist ziemlich vage. Es ist unmöglich, heute auch nur annähernd zu wissen, wie hoch die Zahl der Todesfälle verursacht durch islamische Kastrationen ist.

 

 

 

Sven von Storch

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