Prof. Dr. Adorján F. Kovács

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Der schlechte und der gute Rassismus

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Der schlechte und der gute Rassismus
Datum: 04.03.2018, 11:40

Die „FAZ“ meldet Ende Februar: „In Südafrika sind auch Jahrzehnte nach dem Ende der Apartheid noch 73 Prozent der Landflächen in der Hand weißer Farmer. Linkspopulisten und Regierungsparteien wollen das ändern. Die Opposition spricht von einem Ablenkungsmanöver. Farmer in Südafrika wehren sich gegen einen Beschluss des Parlaments zur entschädigungslosen Enteignung von Landbesitzern. Ein solches Vorgehen sei irrational, kritisierte [...] der Präsident des Dachverbands Agri SA, Dan Kriek. [...] Sachliche Argumente hätten in der Debatte aber ebenso wenig eine Rolle gespielt wie das für Weiße und Schwarze verbriefte Recht auf Eigentum. Südafrikas Parlament hatte sich am Dienstagabend mit großer Mehrheit für Enteignungen weißer Farmer  ausgesprochen.“ Dass seit der Machtübernahme des kryptokommunistischen Heiligen Nelson Mandela Tausende Weißer nur deshalb ermordet wurden, weil sie weiß sind, ist bekannt. Die Mischung von Hautfarben-Rassismus mit einer Heilsideologie wie zum Beispiel dem Kommunismus ist explosiv, wie man spätestens seit dem Nationalsozialismus weiß. Es ist also zu erwarten, dass mittelfristig die Tage der weißen Bewohner Südafrikas gezählt sind, mögen sie nun umgebracht oder „nur“ per ethnischer Säuberung vertrieben werden. Die Welt wird achselzuckend zusehen, wie eine jahrhundertelange Besiedlung zu Ende geht.

Nach der Unabhängigkeit Algeriens kam es zu einer ethnischen Säuberung, die sich ebenfalls gegen die ehemaligen Kolonialherren richtete. Die Algerienfranzosen hatten aber auch schon 130 Jahre, also über vier Generationen lang in Afrika gewohnt. Das zählte nicht. Unter Androhung des Völkermords wurden über eine Million Menschen vor die Alternative gestellt: Tod oder Flucht. Die Franzosen wählten die Flucht, unter Zurücklassung ihres Besitzes. Die NATO griff damals nicht ein, um eine „humanitäre Katastrophe“ zu verhindern. Im Gegenteil, der muslimische Staatspräsident Algeriens, der, Houari Boumedienne, drohte 1974 in einer Rede vor der UNO: „Eines Tages werden Millionen Menschen die südliche Halbkugel verlassen, um in die nördliche einzudringen, aber sicherlich nicht als Freunde. Denn sie werden kommen, um sie zu erobern, indem sie die nördliche Halbkugel mit ihren Kindern bevölkern. Der Bauch unserer Frauen wird uns den Sieg bescheren." In dieser Äußerung wie in der ethnischen Säuberung spiegelt sich sowohl ein antiweißer als auch ein antichristlicher Rassismus wider. Auch hier besteht also die Verbindung eines klassischen Rassismus mit einer Heilsideologie.

Linke finden nichts bei solchen monströsen Ungerechtigkeiten, denn sie verweisen auf die „koloniale Schuld“, die offensichtlich kollektiv bestraft werden dürfe. In solchen Fällen vergessen Linke die „individuelle Schuld“ und ihre Neigung zur Gleichmacherei kommt zum Tragen. Es fällt aber zusätzlich auf, dass massive Militäraktionen und Bombardements die ethnische Säuberung des Kosovo verhinderten; damals waren es Muslime und nicht Christen, die umgebracht und vor allem vertrieben werden sollten. Rassismus spielte keine Rolle, sondern serbischer Chauvinismus und Revisionismus. Ein antimuslimischer Rassismus wurde später konstruiert, natürlich ohne je die Möglichkeit eines antichristlichen zuzulassen. Es gibt eben guten und schlechten Rassismus. Sind Muslime oder Schwarze rassistisch, wird der Rassismus zudem links unterfüttert, ist alles nicht so schlimm. Sind Christen (oder Buddhisten) rassistisch, kommt eine rechte Ideologie dazu, kann militärisch eingegriffen werden. Man kann dieses Prinzip verfolgen: In Darfur, Südsudan, dem Irak und Syrien, auch in Nigeria konnten Muslime ohne größere Probleme gegen Schwarze, Christen und Jeziden mordend und vertreibend vorgehen. Der Krieg in Syrien wird nicht etwa geführt, um ethnische Säuberungen zu verhindern. Dagegen scheint die mediale Erregung bei der Vertreibung der Muslime aus Myanmar größer zu sein, denn es geht den Buddhisten um ihre Nation und das ist schlecht. Dabei ist zu fragen, ob ein Vorgehen gegen eine Gruppe, die immer und überall durch ihren Überlegenheitsanspruch zu erheblichen Problemen führt, nicht eher der Verteidigung zugerechnet werden muss, und ob die Konstruktion eines „Rassismus“ im Hinblick auf eine religiöse Herrschaftsideologie nicht genau diese Verteidigung torpedieren soll.

 


 

 von den populistis

Sven von Storch

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