Der Henker - Plädoyer für die Rückkehr eines Berufes
Der Henker - Plädoyer für die Rückkehr eines Berufes
Datum: 24.06.2014, 12:48
Es wird langsam Zeit, über die Wiedereinführung eines alten Berufs in Deutschland nachzudenken. Trotz der Abschaffung der Todesstrafe wird immer öfter ein Mensch benötigt, der von Staats wegen andere Menschen vom Leben zum Tode befördert. Ärzte sind dafür nicht geeignet, es sei denn, man interpretiert den Beruf völlig um. Das ist aber kontraproduktiv. Eine dynamische und rationale Gesellschaft hat bessere Möglichkeiten: Sie kumuliert nicht, sondern diversifiziert und spezialisiert.
An die massenhafte Tötung von Embryonen bzw. Föten hat sich die deutsche Gesellschaft bereits gewöhnt. Seit der sogenannten Reform des §218 wird die demographische Katastrophe in Kauf genommen; es ist ja nicht so, dass hierzulande nicht genügend Kinder gezeugt würden. Lieber werden zum Ausgleich des Bevölkerungsrückgangs mehr oder weniger billige Arbeitskräfte samt Familien ins Land geholt und deren mehr oder weniger gelungene Integration mithilfe einer gigantischen Migrationsindustrie finanziert als dass die Erziehung und Ausbildung von Menschen, die bereits gelebt haben und nur noch hätten geboren werden müssen, gefördert würde. Outsourcing heißt das anderswo; die angeblich fortschrittliche „linke“ Agenda entpuppt sich bei näherem Hinsehen als schlichte kapitalistische Volte. Die Migranten sind wahrscheinlich für die Wirtschaft etwas kostengünstiger; die resultierenden sozialen Probleme interessieren nicht wirklich.
Die Ausführenden beim Schwangerschaftsabbruch sind Ärzte, deren eigentliche Aufgabe der Erhalt von Leben ist. Und dies mit der Begründung, es handele sich um einen normalen medizinischen Eingriff. Der Eid des Hippokrates ist in dieser Sache eindeutig ("...auch werde ich keiner Frau ein Abtreibungsmittel geben..."), aber immer weniger bindend; tatsächlich wird er nicht mehr geschworen. Immer häufiger wird nun in der deutschen Gesellschaft auch gefordert, lebensmüde oder todkranke Menschen im Rahmen der sogenannten Sterbehilfe zu töten. (Nebenbei hat auch diese mittlerweile aufwendig organisierte Industrie einen doppelten finanziellen Aspekt; neben dem Unternehmensgewinn ist auch die gesamtgesellschaftliche Kostenreduktion beabsichtigt, die in der Vermeidung chronischer und hinsichtlich einer Heilung „sinnloser“ Therapien besteht.) Auch hierbei müssen Ärzte eine prominente Rolle spielen. Der Hippokratische Eid ist in dieser Sache ebenfalls eindeutig ("...werde ich niemandem ein tödliches Gift geben, auch nicht, wenn ich darum gebeten werde..."). Darum soll hier nicht auf die subtilen rechtlichen Regelungen des assistierten Suizids eingegangen werden, die letztlich nur zur Verschleierung des schlichten Faktums dienen, dass ausgerechnet Ärzte dafür missbraucht werden, andere Menschen staatlich approbiert vom Leben zum Tode zu befördern.
Für diese Aufgabe gab es einmal den edlen Beruf des Henkers. Mit der Abschaffung der Todesstrafe schien der Beruf in unserem Land ausgestorben. So lang ist das noch nicht her; in der DDR wurde 1981 die letzte Hinrichtung vollzogen. Doch modern interpretiert, wäre der Henker eben nicht für Straftäter, sondern für ungeborenes Leben und Todgeweihte oder Leidende zuständig. Sicher würde eine durchökonomisierte Analyse des Berufsbildes neue Betätigungsfelder entdecken. Der früher sozial „unehrliche“ Beruf könnte in einer moralisch indifferenten Gesellschaft wie der deutschen durchaus eine Respektabilität gewinnen, die mit einer guten Bezahlung gekoppelt wäre. Zudem trüge der Henker zu den erwähnten ökonomischen Vorteilen bei. Bei einer möglichen Einführung der Scharia stünde zudem schon ein Berufsstand bereit, die neuen strafrechtlichen Aufgaben zu übernehmen; es müsste nicht auf den Import von Know-how zurückgegriffen werden. Das wäre eine weitere erwünschte Schnittmenge mit anderen Kulturen. Allerdings würde die von der Gleichstellung geforderte Berücksichtigung von Frauen ("Henkerin") dann wieder beendet.
Schon früher gab es berufspolitische Reibereien mit den Ärzten, weil viele Scharfrichter gewisse medizinische Kenntnisse hatten, die sie zur korrekten Durchführung von Folter und Hinrichtung brauchten. Auch heute müsste die Ausbildung medizinische Elemente enthalten. Doch würde mit der Revitalisierung dieses alten Berufs der unwürdige Missbrauch des Ärztestands durch die Politik beendet werden. Arzt sein würde wieder bedeuten, Leiden zu lindern und Leben zu erhalten.
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