Das kommunistische Schuldbekenntnis
Das kommunistische Schuldbekenntnis
Datum: 20.09.2016, 21:01
Unter der kommunistischen Herrschaft war es üblich, öffentlich Fehler zuzugeben. Es handelte sich um eine Art Ritual. Man war von der Linie der Partei, die bekanntlich historisch immer recht hat, abgewichen. Zerknirscht erkannte der Delinquent seinen Irrtum und leistete Abbitte. Wenn er Glück hatte, konnte er sein Leben retten.
So erkannte der Komponist Schostakowitsch (zwar nicht überzeugt, aber auf Druck Stalins) die „formalistischen“ Fehler seiner 4. Symphonie und rettete sich durch die Komposition der gängigeren 5. Symphonie als „praktischer Antwort eines Sowjetkünstlers auf gerechte Kritik“. Bucharin schrieb noch aus dem Gefängnis an seinen Mörder Stalin, dass er, obwohl ihm nichts bewußt sei, doch sicherlich Fehler begangen haben müsse.
Der öffentlichen Selbstbezichtigungen kommunistischer Kader sind Legion. Geändert hat sich dadurch nie etwas am Lauf der kommunistischen Dinge. Das war gewissermaßen das Markenzeichen solcher Kritik: ihre Folgenlosigkeit. Denn: „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“ (derart verblendet angeblich der offiziell inakzeptable Honecker, wahrscheinlich aber schon der offiziell akzeptable Bebel). Der Spruch bezog sich auf das hinderliche Christentum, das überwunden werden sollte, wie denn auch A. Merkel inhaltlich immer mehr das C aus ihrer Partei tilgt.
Der ehemalige FDJ-Kader A. Merkel hat das Ritual gut gelernt. In ihrem Fall eher nicht auf Druck der Partei, sondern unter dem Druck der Realität bekennt sie, obwohl ihr keine bewußt sind, ihre Fehler. Daraus folgt nichts. Auch steht sie laut Adlatus P. Altmaier nicht vor einem menschlichen, sondern vor dem „Tribunal der Geschichte“ und die Geschichte hat immer recht. Wenn sie Glück hat, rettet sie ihr politisches Leben. Wenn nicht, fährt der Zug trotzdem in ihrer Richtung weiter. Das weiß sie. Es ändert sich überhaupt nichts. Die Sozialdemokratisierung der CDU und die Aufspaltung des bürgerlichen Lagers in CDU und AfD führt beides zur Stärkung der Linken: Die Zeichen auch im Bund stehen auf Rot-Rot-Grün. 2017 kommt der Familiennachzug für die sog. Flüchtlinge, so oder so. Es gibt in jedem Fall keine Obergrenze.
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