Antifa und Buchmesse 2017_ Ein großer Sieg für die Konservativen
Antifa und Buchmesse 2017_ Ein großer Sieg für die Konservativen
Datum: 14.10.2017, 22:43
Bei der Eröffnung der Buchmesse am Dienstag haben die Reden der Verantwortlichen bereits Schlimmes fürchten lassen. Herr Boos, der Chef der Buchmesse, behauptete zwar, die Meinungsfreiheit hochhalten zu wollen und rühmte sich, sogar „rechten“ Verlagen Stände zugewiesen zu haben, doch müsse man auf jeden Fall gegen diese Verlage aktiv vorgehen. Ins selbe Horn stießen der Vorstand des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt. Als später dann noch die Namen der Verlage und deren genaue Standnummern veröffentlicht wurden, war klar, dass hiermit die Antifa zum Angriff aufgefordert wurde.
Nach den zwei oben skizzierten „Aktionen“ in der Stille der Nacht, bei denen man fragen muss, wie denn die Bewachung der Messe funktioniert, kam es heute zum Eklat. Starker Andrang junger, teilweise schwarz gekleideter Leute zu einer Veranstaltung des Antaios-Verlags zeigte, wo die Reise hingehen soll. Zunächst kam es nur zu vereinzelten Störungen bei einem Interview mit der Philosophin Caroline Sommerfeld und dem Publizisten Martin Lichtmesz. Dort ging es um den Umgang mit Linken. Diese bestätigten mit weitgehend unkoordiniertem Gebrüll ihre Gesprächsunwillig- und Unfähigkeit, was Lichtmesz zu launigen Bemerkungen über die bolschewistische Art der Auseinandersetzung veranlasste, die diesen Linken anhaftet. Sogar der unerwartete Auftritt von Björn Höcke, der sachlich von der Notwendigkeit des gewaltfreien Dialogs zwischen Rechten und Linken sprach, erregte keine große Störung; ich konnte auch ihn akustisch gut verstehen. (Lediglich tauchte hier die Polizei auf und musste einige Randalierer, die sich um hochgehaltene Plakate stritten, mit physischer Kraft aus dem Verkehr ziehen. Davon war auch ein Stadtverordneter betroffen, der keineswegs „zusammengeschlagen“ wurde, wie in der Qualitätspresse gelogen wird. Auch dass Björn Höcke im Mittelpunkt der Angriffe gestanden habe, wie besagte Presse schreibt, ist falsch.) Fast ruhiger noch verlief das Gespräch mit dem verfemten Autor Akif Pirinçci. Er berichtete von der Art seiner feige-denunziatorischen Ausstoßung durch Verleger, Kollegen, Buchhandel und Nachbarn. Hier kam es zu dem unverständlichen, beleidigenden Zwischenruf: Such dir einen Psychiater, den Pirinçci in seiner unnachahmlichen Art konterte: Ich bin schon in Behandlung, sie ist 22.
Als dann aber mit Martin Sellner ein Aktivist und Denker der identitären Szene die Bühne betreten wollte, brach ein von Einpeitschern organisierter Orkan an Trillerpfeifen und brüllendem Skandieren los. Es seien nur einige der skandierten Sprüche aufgezählt, die mir, der ich einen guten Platz hinter der Empfangstheke eines Standes in unmittelbarer Antifa-Nähe hatte, besonders im Gedächtnis blieben. „Halt die Fresse“ gemahnte an den guten sozialistischen Umgangston von Frau Nahles, während „Nie wieder Deutschland“ deutlich an Claudia Roth erinnerte, ebenso wie „Deutschland ist Scheisse, ihr seid die Beweise“. Dass alle, die nicht linksextreme Ansichten haben, der Antifa als „Nazis“ gelten, ist ohnehin klar.
Nun geschah das Unglaubliche. Die Konservativen schlichen nicht etwa gebückt unter der Schuld Deutschlands an allen möglichen und unmöglichen Untaten von dannen, sondern wehrten sich. Gegenchöre erhoben sich, von Martin Sellner organisiert. „Jeder hasst die Antifa“ und „Europa, Jugend, Reconquista“ wurden lautstark angestimmt. Der Lärm wuchs zu einem Inferno an, die gebrüllten Sprüche wechselten sich ab. Zum Glück blieb es bei lediglich kleineren körperlichen Auseinandersetzungen.
Herr Boos, der Buchmessenleiter, war mittlerweile auch aufgetaucht und wollte das, was er mit zu verantworten hatte, nun mit einem Megaphon beenden. Eigentlich hätte er die angemeldete Veranstaltung schützen und die nicht angemeldete Protestaktion unterbinden müssen. Das wurde aber nicht gemacht, weshalb ihm, als er die Bühne in diesem Hexenkessel bestieg, von den Konservativen entgegenschallte: „Heuchler, Heuchler!“, eine Charakterisierung, die ich leider, auch wenn er hätte zu Wort kommen sollen, für angemessen halte.
Einer der linksextremen Brüller meinte, besonders schlau zu sein, als er mir auf meine kopfschüttelnde Bemerkung, warum er gegen Deutschland sei, wo er doch selber deutsch sei, sagte: „Als deutscher Patriot müsse man doch gegen den Nazismus sein, das sei doch patriotische Pflicht, da seien wir uns doch einig.“ Meine Frage, warum er dann als Patriot „Nie wieder Deutschland“ brülle, wollte er mir dann nicht mehr beantworten. Nebenbei bemerkt fielen besonders die hysterischen Furien auf, junge enthemmt agierende Frauen. Zwischen einer Identitären und einer dieser Furien entspann sich an meinem Stand ein Schreidisput, bei dem ich dazwischenfragte, warum man denn „die Fresse halten solle“. Die Furie keifte zurück, ich dächte wohl, sie habe Angst, einen Mann zu schlagen. Dann drehte sie auf dem Absatz um und folgte der abziehenden Masse, der wohl von den Einpeitschern ein entsprechendes Signal gegeben worden war.
Allen meinen Erwartungen zum Trotz waren die Konservativen immer noch am Platz. Sie hatten zwar aufgrund der Schwäche der Messeleitung das letzte Interview nicht durchführen können, doch gehörte ihnen das Schlusswort, in dem noch einmal die unrühmliche Rolle der Messeleitung hervorgehoben wurde, die die freie Meinungsäußerung nicht gewährleisten konnte oder wollte. Mittlerweile war der Veranstaltungsort abgesperrt und aus dem Deckenlautsprecher tönte unbeteiligt die Stimme vom Band: „Wir schließen und wünschen einen guten Abend.“
Als man am Wachpersonal vorbei nach draußen ging, war klar, dass etwas geschehen war. Die Konservativen weichen nicht mehr. Sie sind jung und sie sind viele. Sie stehen offen und stolz zu ihrer Meinung. Die linke Gewalt setzt sich nicht mehr durch. Etwas Wichtiges ist geschehen.
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