Präsident Trumps Stärke ist seine Flexibilität

Für einige Stunden hielt die Welt den Atem an. Kommt es zum offenen Krieg zwischen den USA und dem Iran, fragte sie sich.

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Für einige Stunden hielt die Welt den Atem an. Kommt es zum offenen Krieg zwischen den USA und dem Iran, fragte sie sich. Die US-Air Force hatte einen der führenden Militärs der Islamischen Republik auf dem Flughafen von Bagdad durch den Einsatz von Drohnen getötet und der Iran schwor Vergeltung. Doch die Rache der Gotteskrieger fiel, vergleicht man sie mit den Ankündigungen, äußerst gemäßigt aus. So gemäßigt, dass Trump stichelte: »Der Iran hat klein beigegeben.«

Die USA werden auf die Raketenangriffe der Iraner nicht reagieren. Denn sie gehen aus dieser militärischen Runde als Sieger hervor. Sie haben den Hauptverantwortlichen für die vielen Stellvertreterkriege, die der Iran im Nahen Osten seit Jahren führt, getötet und dafür mit Schäden an zwei eher unbedeutenden Stückpunkten bezahlt – ein äußerst günstiger Tausch.

Natürlich hätten die Machthaber in Teheran gerne ihren starken Worten Taten folgen lassen. Aber selbst die eingefleischten Hardliner des Mullahregimes wissen um die militärischen Realitäten. Die USA würden im Kriegsfall von Saudi Arabien mit offenen Armen empfangen und könnten von der Gegenküste des Irans aus in wenigen Minuten wichtige Ziele auf iranischem Territorium erreichen. Einen solchen Krieg können die Mullahs nicht wollen. Sie brauchen einen Krieg, wie er im Irak nach dem Einmarsch der Amerikaner geführt worden ist.

Doch genau diesen Krieg wird Präsident Trump sicher nicht führen. Anders als sein Vorvorgänger setzt er nicht auf den Einsatz der Landmacht. Er hat den Spieß, ohne dass es in Westeuropa registriert worden wäre, herumgedreht. Jetzt steht der Iran im Irak und es droht den Soldaten seiner Milizen das Schicksal, dass sie den USA zugedacht hatten. Was auf der Landkarte als strategischer Sieg erscheint, ist in der Wirklichkeit ein tückisches Schlachtfeld. Der Tod von Generalmajor Suleimani ist der klarste Beweis für diesen Wechsel. Im Iran wäre er sicher gewesen; in Bagdad glaubte er sicher zu sein. Doch der Irak ist für iranische Militärs Kampfzone geworden. Sie werden im Norden und in den sunnitisch dominierten Gebieten das gleiche Schicksal erleiden, wie die US-Amerikaner vor einigen Jahren.

Umgekehrt führen die USA nun im Irak einen Krieg, wie ihn der Iran zuvor im Irak geführt hat. Denn Trump ist, anders als die beiden Bushs, kein Mann der großangelegten und angekündigten Militäroperation. Wahrscheinlich wäre Trump auch nach dem 11.September nicht in Afghanistan eingerückt. Er hätte, einer Empfehlung von Michael Wolffsohn entsprechend, einen reinen Luftkrieg geführt. Die Opfer auf amerikanischer Seite wäre ein Bruchteil gewesen. Putin geht in Syrien vergleichbare Wege. Auch er hält die russischen Opfer äußerst gering. Ein zweites Afghanistan kann sich Russland nicht leisten.

Schwer zu sagen, ob Trump diesen Wechsel der Taktik absichtlich vollzog. Vielleicht lautete seine Prämisse, die Opfer auf amerikanischer Seite zu minimieren und die Taktik ergab sich von selber. Zum Pragmatiker Trump würde das passen. Aber in jedem Fall operiert er im Nahen Osten bisher mit deutlich mehr Erfolg als der jüngere Bush – von Obama will ich gar nicht erst reden. Ja, die Russen sitzen in Syrien fest und die Türken führen gerade auf den Spuren Rommels in Libyen Krieg. Aber sie bewegen sich in einem Terrain voller Treibsand.

Der US-Präsident will Amerika wieder zur alten Stärke verhelfen; das hat er keine Minute vergessen. Aber in seinen Mitteln ist er äußerst flexibel. Den machtlosen europäischen Politikern und ihren Medien erscheint Trump konzeptionslos zu handeln. Doch sie haben vergessen: Überraschung ist die erste Pflicht des Militärs. Deshalb sind sie im Irrtum. Für die im links-liberalen Theoriemilieu gezüchtete Politiker und Journalisten ist eine erfolgreiche Politik ohne Strategie gar nicht denkbar. Doch ein Blick in die Militärgeschichte beweist: Die flexible Kriegsführung ist immer die der Sieger gewesen.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Walter

Wenn ich hier die ganzen Kommentare zu diesem Artikel lese, kann ich für die vom Verfasser des Artikels angeführte Flexibilität nicht viel erkennen.

Gravatar: mehr.licht

Neues kla.tv - Video vom 08.01.2020: "Ermordung Soleimanis - Medien verbreiten Mär vom „Kampf gegen den Terrorismus“:

www.kla.tv/15503

Gravatar: mehr.licht

Neuer "AllesSchallundRauch"-Artikel: "Pompeo nennt Regierungschef des Irak einen Lügner"
" (...) Wer war Suleimani? General Suleimani war kein Terrorist und auch kein Terroranführer, sondern Kommandeur der Al-Quds-Brigade, eine iranische militärische Organisation, zuständig für Auslandseinsätze, zur Bekämpfung des Terrorismus. Er hat massgeblich zusammen mit den irakischen Volksmobilisierungs- einheiten (PMF), den pro-syrischen Milizen, der Hisbollah, der syrischen und irakischen Armee und dem russischen Militär dafür gesorgt, die ISIS im Irak und Syrien zu bekämpfen und zu besiegen. Das ist der wahre Grund warum das Trump-Regime und die ganzen Kriegshetzer ihn liquidiert haben. (...) "
- voller Artikel unter:
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2020/01/pompeo-nennt-regierungschef-des-irak.html

Gravatar: Sting

ISIS jubelt über die Ermordung ihrer grössten Feinde
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http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2020/01/isis-jubelt-uber-die-ermordung-ihrer.html
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Wie ich bereits hier berichtet habe, formiert sich ISIS wieder mit Unterstützung der USA in der Wüste im Osten von Syrien. Als die Nachricht bei ihnen eintraf, die Kommandeure der Al-Quds-Brigade und der irakischen Volksmobilisierungseinheit (PMF), Qassem Soleimani und Abu Mahdi al-Muhandis, sind auf Befehl von Trump mit einer Killerdrohne in Bagdad am 3. Dezember ermordet worden, brach grosser Jubel bei ihnen aus.
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"Vielen Dank Präsident Trump, dass du unsere grössten Feinde liquidiert hast", war allgemein zu hören. Die Freude war gross und motiviert sie zu weiteren und neuen Gräueltaten.
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Das ist das "paradoxe" an diesem Mordanschlag, Trump hat genau diejenigen beseitigen lassen, die am meisten im Kampf gegen die ISIS-Terroristen im Irak und Syrien in den letzten 10 Jahren geleistet haben. Ohne ihren Einsatz und den ihrer Kämpfer, würde die schwarze Flagge der ISIS über Damaskus und Bagdad heute wehen !!....ALLES LESEN !!


Sting kommentiert
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Die Sache ich nicht so PARADOX wie es scheint, denn Trump und die NATO erzählen ihren Menschen, dass man in Nahost sein um Al Qaida und IS zu bekämpfen, aber in Wirklichkeit hat man dort diese Gruppen geschult und bewaffnet.
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Der Westen hat also den Terror dort organisiert um auch Assad (neben den ganzen Lügen über ihn) zu bekämpfen, weil er nicht mit eine Pipeline der USA einverstanden war !

Gravatar: Sting

USA gegründet vor 239 Jahren, davon 222 im Krieg (93%)

http://www.gegenfrage.com/usa-gegruendet-vor-239-jahren.../

Seit der Staatsgründung der USA vor 239 Jahren verging kein Jahrzehnt ohne eine kriegerische Auseinandersetzung mit einem anderen Land. Insgesamt 222 Jahre bzw. 93 Prozent des gesamten Zeitraums befanden sich die Vereinigten Staaten im Krieg.
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Pentagon Autor: Mariordo Camila Ferreira & Mario Duran, Lizenz: CC BY-SA 3.0
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Seit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika im Jahr 1776 sind 239 Jahre vergangen. Davon befanden sie sich 222 Jahre, also 93 Prozent der Zeit, im Krieg mit anderen Ländern.
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Mit anderen Worten gab es im gesamten Zeitraum zusammengerechnet nur 17 Kalenderjahre, in denen die USA keinen Krieg führten. Um dies in Perspektive zu setzen: Alle US-Präsidenten führten während ihrer Amtszeit mindestens einen Krieg. Es verging seit 1776 kein einziges Jahrzehnt, in dem die USA keinen Krieg führten. Der längste friedliche Zeitraum seit der Unabhängigkeitserklärung der USA waren fünf Jahre während der Weltwirtschaftskrise (1935-1940), was danach folgte ist traurige Geschichte.
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Aktuell befinden sich die USA laut einem Statement des Weißen Hauses gleich in 14 Ländern auf einmal in kriegerischen Auseinandersetzungen: Afghanistan, Irak, Syrien, Somalia, Jemen, Kuba, Niger, Tschad, Uganda, Ägypten, Jordanien, Kosovo, Ukraine, Zentralafrikanische Republik und Tunesien. ...WEITERLESEN

Gravatar: Sting

Völkerrecht: Ukraine, Krim, Russland – Annexion oder Sezession?
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von Prof. Dr. iur. Karl Albrecht Schachtschneider (unserem bekanntesten Staatsrechtler)
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Kurzfassung:
Das Selbstbestimmungsrecht der Bürger der Krim kann durch völkerrechtliche Verträge oder die Verfassung der Ukraine nicht aufgehoben werden. Die Krim hatte und hat als autonome Republik jedes Recht, einen eigenen Weg zu gehen und sich von der Ukraine zu separieren. Die Hilfestellung Rußlands beim Sezessionsprozeß der Krim war verhältnismäßig und kein Verstoß gegen das Völkerrecht.
==> https://www.wissensmanufaktur.net/krim-zeitfragen/

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Ukraine 2016 Analyse vom schweizer Historiker Dr. Daniele Ganser...https://www.youtube.com/watch?v=jZmO_cfj9js

Gravatar: Sting

ALLE KRIEGE UND EINGRIFFE DER USA SIND AUF LÜGEN AUFGEBAUT
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Vor zehn Jahren hielt US-Außenminister Powell vor dem UN-Sicherheitsrat seine Anklagerede gegen den Irak
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Eine Rede mit weitreichenden Konsequenzen: Am 5. Februar 2003 warf US-Außenminister Colin Powell dem Irak den Besitz von Massenvernichtungswaffen vor und begründete damit die US-Intervention im Irak.
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Später entschuldigte sich Powell für die in der Rede verbreiteten Lügen.

Gravatar: Frau  XYZ

Präsident D. Trump hat auf den iranischen Angriff sehr
besonnen und wohl überlegt gehandelt.

Wir können ihm dankbar sein.

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