Was der Papst über Ehe und Familie denkt

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Was der Papst über Ehe und Familie denkt
Datum: 29.10.2014, 17:55

Während der Synode hat der Papst geschwiegen. Es war beeindruckend zu erleben, wie er sich alles, auch das wo man vermuten könnte, daß es ihn vom Stuhl haut, mit großer Ruhe und Gelassenheit angehört hat. Wieviel Kraft und innere Stärke gehört dazu? Man kann sich in den innerkirchlichen Dialogen unserer Tage ein Beispiel daran nehmen, erst einmal in Ruhe zuzuhören und zu durchdenken.

Für die Mensch des Web muß der Kommentar in Millisekunden online sein. Für den Papst reicht es, Gespräche und Meinungen, Reden und Gedanken in aller Ruhe abzuwarten. Zu Beginn seines Pontifikats hatte er mal eingestanden, daß das auch bei ihm nicht immer so war. Zu Beginn seiner Zeit als Oberer der Jesuiten in Argentinien, so berichtete er damals, habe er zu vieles eigenmächtig entschieden, ohne die nötigen Konsultorenkollegien zu befragen. Ein beeindruckendes Eingeständnis, daß man dem Papst, wenn man erlebt hat, welches Temprament er entwickeln kann, sofort abnimmt.

Umso mehr hat er im Laufe seines Pontifikats bisher gezeigt, daß er lernfähig ist. Er hat sich Beraterkollegien zur Seite geholt, die ihn in ganz unterschiedlichen Belagen unterstützen. In bester jesuitischer Tradition hört er diesen aufmerksam zu, läßt es sich jedoch nicht nehmen, am Ende selber zu entscheiden.

In Predigt und Katechese entwickelt er dennoch immer wieder auch seine Sicht auf die Dinge. Zum Thema der Synode hat er sich bei einer Audienz für Angehörige der Schönstatt-Bewegung am vergangenen Samstag geäußert. Radio Vatikan gibt eineZusammenfassung.

Ergänzend hier noch ein englischsprachiger Artikel zum Thema.

Leitmotive des Papstes sind hier: Verbindlichkeit, Katechese, Vorbereitung, Begleitung aber wir sollen keinen Anstoß nehmen an den Dingen, die in Familien passieren. Auch nicht an den schlimmen Dingen, auch nicht am Scheitern oder an der Verweigerung.

Klare Trennung zwischen Sache / Handlung und Mensch. Dem Menschen immer zugewandt, in der Sache klar.

Das ist gute jesuitische Tradition.

Viele, die die Angst vor dem packt, was auf dem zweiten Teil der Synode und mit dem Nachsynodalen Schreiben auf uns zu kommt, kann man mit den beiden Texten vielleicht doch mal beruhigen.

Beitrag erschien auch auf: katholon.de

Sven von Storch

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