Verwirrung in den eigenen Reihen
Verwirrung in den eigenen Reihen
Datum: 10.10.2013, 12:01
Nicht nur in Bloggerkreisen und bei Journalisten in Europa herrscht – milde gesagt – eine gewisse Verwirrung. Auch die US-Journalistin Hilary White hat sich jetzt zu Wort gemeldet und erklärt in einem Kommentar, warum sie verstört ist.
Die Sala Stampa schweigt, so ihr Tenor. Der Papst redet und die Sala Stampa sieht sich nicht in der Lage seine Worte einzufangen. Ein lesenswerter Kommentar hier im Original und ein Bericht von kath.net darüber.
Die Gläubigen sind in der Tat verwirrt, weil die Stimme des Papstes sich in einem vielfältigen Medienecho an den steilen Wänden der Interessentencanyons bricht. Einer Kakophonie gleich erschallen die vermeintlichen und echten Papstworte vermengt mit Papstexegesen aller Couleur.
Und jeder hört, was er hören möchte. Eine Deutungshoheit über die Worte des Papstes, aber auch eine Steuerung dessen, was und wie es gesagt wurde, gibt es im Vatikan nicht mehr. Der Papst redet wann und mit wem er will und er redet “wie ihm der Schnabel gewachsen ist”, würde der Volksmund sagen.
Gestern hörte ich in einer Podiumsdiskussion des ifp in München von einem Zuschauer in einer Frage die These, die Form der Enzyklika habe sich verändert. Nicht “Lumen fidei” sondern “Lampedusa” sei die erste Enzyklika dieses Papstes gewesen. Enzyklika auf Beinen, so wurde das genannt. Mal abgesehen davon, daß diese These einen gewissen Charme aufweist, dem man nicht so leicht entziehen kann, besteht dennoch die Gefahr einer “Theologie der Beliebigkeit”, wenn die Worte nicht abgewogen und verbindlich gesprochen werden. Der Kontext in den ein Wort hinein gesprochen wird oder eine Zeichenhandlung gesetzt wird, gilt immer mit. Und da ereilt den katholischen Beobachter zuweilen schon eine gewisse Ratlosigkeit, was denn jetzt gemeint ist.
Wer schon immer mal wissen wollte, wie sich die zurückgelassenen 99 Schafe fühlen, während der Hirte gerade dem verirrten Trottelschaf hinterhersucht, hat jetzt die Gelegenheit dazu.
Während andere diesen Gefühlen nachgehen, lese ich lieber noch mal “Lumen fidei” und hoffe, daß es auch künftig noch gedruckte Enzykliken geben wird.
Beitrag erschien zuerst auf: blog.peter-winnemoeller.de
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