Schwarz, Münster, Paderborn

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Schwarz, Münster, Paderborn
Datum: 28.03.2015, 10:33

Das war einmal. In früheren Zeiten steigerte man in scherzhafter Weise die Farbe durch den Münster als Komperativ und Paderborn als Superlativ. Auschlag gab dafür wohl die Anzahl der pro Minute auf einer beliebigen Straße in der Innenstadt zu erspähenden Priesterkragen. Auch galt für beide Städte gleichermaßen, daß es genau drei Zustände gebe, nämlich 1. Es läuten Glocken, 2. Es regnet und 3. Es gehen Nonnen über die Straße. Trifft alles zugleich, dann ist Sonntag.

Zumindest für Münster ist jetzt einmal ein anderer Pflock eingeschlagen worden. Mit dem Ratsbeschluß, keinen städtischen Zuschuß für den geplanten Katholikentag im Jahr 2018 zu zahlen, hat die Stadt Münster allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz ein deutliches politisches Signal gesetzt, daß die Veranstaltung nicht willkommen ist. Die Beteuerungen durch Sachleistungen zumindest einen Teil des Zuschusses aufzufangen, kann nicht überzeugen.

Es hat eine gewisse Tradition, daß die Stadt, in der der Katholikentag stattfindet (äquivalent auch beim ev. Kirchentag), auf Grund der Tatsache, daß sie auf Grund der Veranstaltung mit steuerlichen Mehreinnahmen zu rechnen hat, einen Teil davon als Zuschuß an den Veranstalter zurück gibt. Das ist auch bei anderen Großveranstaltungen durchaus eine übliche Praxis. Der Verweis auf die prekäre Kassenlage kann da nicht überzeugen, da nur ein Teil der zu erwartenden Mehreinnahmen an den Veranstalter abgeben wird. Folglich machte auch Oberbürgermeister Markus Lewe keinen Hehl daraus, daß von dem mit den Stimmen der SPD, Grünen und Linken verabschiedeten Beschluß ein verheerendes Signal für Münster insgesamt ausgeht. Kein Großveranstalter kann eine solche Veranstaltung ohne kommunalen Zuschuß planen.

Für den Katholikentag 2016 zahlt die Stadt Leipzig einen Zuschuß von einer Million Euro.

Eine Stadt, in der eine prestigeträchtige Großveranstaltung stattfindet, gewinnt nicht nur Aufmerksamkeit, eine solche Veranstaltung wirkt sich auch positiv auf die Wirtschaft der Stadt aus. Und das ist nicht nur zeitlich auf die Veranstaltung selber beschränkt, schon im Vorfeld sind viele Arbeitskräfte in der Stadt tätig, wohnen in Hotels und konsumieren. Auch im Nachgang wirkt die Veranstaltung werbeträchtig.

Bei der jetzigen Entscheidung des Stadtrates von Münster stehen weltanschauliche Aspekte – allen anders lautenden Behauptungen zum Trotz – im Vordergrund. Das muß man deutlich sagen und das sollte bei der Bewertung berücksichtigt werden. Ganz gleich, ob man Katholikentage mag oder nicht. Die Botschaft lautet: Eine Großveranstaltung von Katholiken ist nicht willkommen. 

Es liegt nun am Veranstalter, dem ZdK, zu entscheiden, ob man trotzdem nach Münster geht oder ob man einen anderen Ort sucht.
Neben der rein finanziellen Seite hat eine solche Absage ja auch einen fast schon ausladenden Charakter. Eine Großveranstaltung, auch diese ist zu berücksichtigen, verlangt ja noch mehr Engagement von einer Stadt. Da sind Straßen zu sperren, Veranstaltungsflächen bereit zu stellen, Infrastruktur (z.B. Busse, Parkplätze, mobile Toiletten etc.) zu schaffen und auch nichtmateriell eine Art Willkommenskultur zu etablieren. Man muß sich schon überlegen, ob man das nun noch von der Stadt Münster erwarten kann oder ob einem der Rat und die Verwaltung noch weitere Steine in den Weg legen.

Das gilt es jetzt sehr genau zu prüfen.

Darüber hinaus hat die Entscheidung Signalwirkung. Akzeptiert man die Absage des Zuschusses, macht man sich auch für künftige Katholikentage abhängig von der gerade herrschenden politischen Wetterlage der ausrichtenden Stadt. Eine Absage an Münster wäre ein deutliches Signal. Es wäre durchaus zu verstehen, denn der fehlende Zuschuß reißt ein Millionenloch in die Kalkulation und es ist zumindest fraglich, ob die Durchführung damit überhaupt ohne ein wirtschaftliches Hazardspiel möglich ist.

Dank des irrationalen Abstimmungsverhalten der linksrotgrünen Ratsmitglieder hat sich die Stadt Münster gerade einen Bärendienst erwiesen.

Und wer wissen möchte, wo auch in Münster genügend Geld locker zu machen wäre, schaut mal beim Klaus Kelle vorbei.

Zuerst erschienen auf katholon.de

Sven von Storch

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