Plaßmann-Challenge

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Plaßmann-Challenge
Datum: 31.10.2014, 11:18

© Thomas Plaßmann – mit freundlicher Erlaubnis

 

Antwort:

Ach ja, wissen Sie, wir leben eine existentielle Seinsweise in der Spannung zwischen Immanenz und Transzendenz auf Basis von Weisungen der inkarnierten zweiten Emanantion einer absoluten Entität. Nichts weiter besonderes, ich kann dabei meinen Job machen und Frau und Kinder habe ja ich auch. Ich hörte, Sie waren letzte Woche in Hongkong. Ist das nicht eine beeindruckende Insel? …

Der Smalltalk kann, wie die Journalistin und Schriftstellerin Monika Metternich schreibt, „in der Tat die Welt zusammenhalten (…), selbst wenn diese dem Untergange gefährlich nahe scheint.“ (Monika Gräfin Metternich. Vornehm geht die Welt zugrunde. Vom Geheimnis des guten Stils. Augsburg 2011. S. 47) Man lese das Kapitel über den Smalltalk. Es lohnt sich!

Wer allen ernstes glaubt, „Kirche“ oder „missionarische Pastoral“ könne sich auf einer Cocktailparty – gar in einer Situation wie der von Plaßmann gezeichneten – ereignen, der glaubt auch, daß Volksvertreter das Volk vertreten oder Zitronenfalter Zitronen falten.

Anders mag es sich bei einer guten Zigarre und einem Glas guten Rotweins in einem entsprechenden Umfeld darstellen. Doch das ist ein ganz anderes Thema.

Christentum und gesellschaftliche Wirklichkeit unserer Tage widersprechen sich zu tiefst. Die christlichen Wurzeln unsere Kultur, unserer Gesellschaft, unserer Philosophie und last not least auch unserer Rechtsordnung sind längst verschüttet, ja regelrecht ruiniert. Der Grundkonsens abendländischer Kultur ist gekündigt und abgewickelt. Im besten Falle steht mir auf so einer Cocktailparty ein in der Wolle gefärbter Esoteriker gegenüber. Viel wahrscheinlicher ist es ein ahnungsloser Hedonist, der mir begegnet. Wie es da gelingen soll, intersubjektiv gültige Aussagen über die religiöse Wirklichkeit des Christentums zu machen, erschließt sich mir nicht.

Wer den Cartoon von Plaßmann sieht und nicht spontan darüber lachen kann, während sein inneres historisches Bewußtsein bittere Tränen vergießt, ist in der Wirklichkeit unserer Tage nicht angekommen oder gehört selber zu den Typen, die diese dämliche Frage stellen würden.

Zuerst erschienen auf katholon.de

Sven von Storch

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