Mal wieder ein ganzer Berg Unsinn
Mal wieder ein ganzer Berg Unsinn
Datum: 12.03.2015, 17:47
Hinter Mauern möchte sie uns einsperren. Und die Queers und Gays, die ja in Deutschland bekanntlich in vergitterten Kellern tief, tief unter der Erde ein geradezu jämmerliches Dasein führen, sollen endlich ans Tageslicht und in die Öffentlichkeit dürfen. In jeder Stadt ein CSD statt einer Fronleichnamsprozession? Man ist beeindruckt über diese gratismutige Streiterin.
Nach wie vor beruhigend ist allerdings, daß politische Demonstrationen wie der CSD immer noch genehmigungspflichtig sind. Öffentliche religiöse Verstanstaltungen, die eine Körperschaft öffentlichen Rechts veranstaltet, sind – nicht zuletzt auf Grund der grundgesetzlich garantierten freien Religionsausübung – nur anmeldepflichtig. Eine Nachricht an die Kommunalverwaltung reicht, schon kann die Fronleichnamsprozession losgehen.
Auch wenn es Frau Sibylle noch so gerne hätte, in unserem freiheitliche demokratischen Rechtsstaat gibt keine Möglichkeit, uns wegzusperren. Daß dem so kommen könnte, wenn Frau Sibylle einmal Könix von Deutschland wäre, daran habe ich nicht den geringsten Zweifel. Vermutlich dürften wir dann froh sein, wenn man uns lebendig wegsperrt. Bis dahin feiern wir auch in diesem Jahr allerorten wieder das Fronleichnamsfest und auch die Lobetagsprozession in meiner Heimatstadt wird ungestört über die Bühe gehen.
Was aber ist der Grund für den unverhüllten Haß? Aktuell die Weigerung der Bischöfe, Trauungen von homosexuellen Paaren vorzunehmen. Wie groß das Unverständnis für das ist, was eine katholische Ehe im Kern ist, läßt sich kaum ausleuchten. Die Ehe ist ein Sakrament, darauf gibt es (auch für heterosexuelle Paare) keinen Rechtsanspruch. Ein Sakrament ist ein Gnadenmittel, das dazu dient den Menschen zum Heil zu führen. Es geht nicht um eine diesseitige Gefühlsduselei. Eine Ehe ist auf Zeugung von Kindern und auf Dauer ausgelegt. Eine Ehe verlangt – und jetzt muß Frau Sibylle ganz tapfer sein – die Zustimmung zum Glauben der Kirche. Ein katholischer Priester ist kein Standesbeamter und kein Friedensrichter. Letztere können “trauen” wen sie wollen. Katholische Priester können nicht einmal trauen, sie können nur im Auftrag der Kirche einen Ehekonsens entgegen nehmen und ihn segnen. Tja und einen Ehekonsens können nun einmal nur ein Mann und eine Frau zu den gegebenen Bedingungen erklären. Es ist grausam, sicherlich, aber die Wirklichkeit ist nunmal kein Ponyhof. Immerhin könnte es eine Geschäftsidee sein, für gefühlsduselige Zeremonien eine profanierte Kirche zu mieten, bunte Gewänder zu basteln und quer drauflos zu trauen. Schade, wäre ich nicht katholisch aus Überzeugung, könnte ich damit viel Kohle machen.
Um dem ganzen Brast gegen die böse homphobe katholische Kirche noch ein Fundament zu gießen, kommt jetzt die volle Breitseite gegen alles katholische:
Und andere glauben an einen Gott, der durch männliche Menschen zur Bevölkerung sprach.
Ach, so ein Mist aber auch. Da waren Ester, Judith, Maria, Maria Magdalena, Maria und Marta. Später hatten wir dann noch Theresa von Avila, Katharina von Siena und es will wohl niemand ernsthaft bestreiten, daß Gott durch Mutter Teresa von Kalutta zu den Menschen gesprochen hat. Auch wenn es Frau Sibylle nicht paßt, Gott achtet nicht auf die Vorurteile der Feministinnen und Feministen.
Heißt es nicht, dass wir Gläubigen auch daran glauben könnten, dass die Erde eine Scheibe ist?
Ganz gleich welchem Glauben man angehört, wem es lieber ist, dies zu glauben, mag das tun. Jedoch wird die Unterstellung, die Kirche hätte jemals gelehrt, die Erde sei eine Scheibe auch durch viele Wiederholungen nicht wahr. Aber als thumbe Unterstellung taugt es immer.
Doch zum Ende hin kommen die Einschläge näher:
Könnte man also, wenn streng Gläubige alles, was dem damals eingeschriebenen Menschenbild widerspricht, als krankhaft bezeichnen, davon ausgehen, dass sie der Hilfe bedürfen?
Und damit sind wir doch ganz flugs da, wo man gerne hin möchte: In die Irrenanstalten mit den Christen. Und jeder, der bei meinem obigen Satz, daß wir froh sein dürften, wenn man uns lebendig wegsperrte, politisch-korrekte Schnappatmung bekam, kann hier sehen: Sie sagt es doch selbst. Weg mit dem Christenpack! Man muß ihnen helfen …
Aber als Anhängerin der Toleranzreligion gesteht sie uns dann noch zu, unseren Glauben und unsere religiösen Praktiken ganz privat in unseren vier Wänden auszuleben. Ist es Dummheit? Ist es besonders raffiniert? Der Missionsauftrag – man erinnert sich, Matthäus am letzten – hindert uns ja gerade daran, nicht hinaus zu gehen, nicht öffentlich zu werden, nicht über den Glauben zu reden. Wir müssen raus aus den Häusern, wir müssen auf die Marktplätze und in die Straßen, gerade um den Menschen von Christus zu erzählen. Frau Berg würde uns dann wegsperren wollen. Das ist Stalinismus pur. Das ist ihr Credo der Toleranz, welches sie sich ganz groß auf die Fahne geschrieben hat. Das ist eine Form von Toleranz auf die wir gerne verzichten können.
Beitrag erschien auch auf: katholon.de
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