Kippen durch klapsen

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Kippen durch klapsen
Datum: 09.02.2015, 16:45

Dabei war alles mal wieder ganz harmlos. Der Papst spricht über die Familie (worüber sonst?) und lobt einen Vater, der sein Kind so schlägt, daß dem Kind nicht seine Würde geraubt wird.

/Papstexegese Ende

Jetzt könnte damit alles erledigt sein, wenn man bedenkt, daß die europäische Sicht auf die Prügelstrafe schon nicht so einheitlich ist, wie man uns glauben machen möchte. Je weiter im Süden, desto schneller der Klaps.

In Lateinamerika, Afrika oder Ostasien gibt es hier noch eine viel größere Selbstverständlichkeit der körperlichen Züchtigung.

Das hilft alles nichts, die deutsche Empörungsmaschine läuft. Die antiautoritären Träumer und ihre Kinder sind auf den Barrikaden. Claudia Roth, die vor wenigen Tagen noch mit Kopftuch im Iran gesichtet wurde, prangerte das mittelalterliche Denken des Papstes an. Sie muß das ja wissen.

Es liegt in der Luft: Der nette Papst vom anderen Ende der Welt, den man uns so gerne so lange verkaufen wollte, kippt von seinem Sockel. Die nette, teilweise schon unheimlich nette Sicht auf den Papst kippt jetzt mit.

Endlich, ist man geneigt zu sagen. Das war ja fast nicht mehr auszuhalten, wie nett der Papst in den Medien verkauft wurde, indem seine Botschaften und Zeichen immer wieder nur selektiv wahrgenommen wurden.

Ab jetzt wird es sehr, sehr spannend, wie sich die Sicht auf den Papst wandeln wird. Es kommen Erinnerungen hoch. Nach Regensburg waren “wir” nicht mehr Papst. Ob nach einem Klaps das “Occupy the Pope” endet, wird sich zeigen.

Beitrag erschien auch auf: katholon.de

Sven von Storch

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