Kaputt gemacht

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Kaputt gemacht
Datum: 28.05.2013, 09:29

Doch Wirklichkeit spricht eine deutliche Sprache. Wesentliche Glaubensinhalte, wie die Auferstehung, die Jungfrauengeburt, die Wunder Jesu u.v.a.m. werden entweder gleich komplett geleugnet oder so relativiert, daß vom Inhalt nichts mehr bleibt. Das betrifft nicht allein die biblische Theologie, vielmehr sind inzwischen alle Bereiche der Theologie davor nicht gefeit.

Das ist nicht immer so, das ist nicht überall so, aber es ist ein zunehmendes Phänomen. Begleitet wird es von Kartellbildungen, so daß anders denkende resp. rechtgläubige Wissenschaftler kaum noch eine Chance an den Universitäten haben, einen Lehrstuhl zu ergattern.

Klaus Berger spricht hier für die evangelische Theologie. In der katholischen Theologie siehst es nicht viel anders aus. So wichtig und bedeutungsvoll der wissenschaftliche Dialog der Theologie mit den anderen Wissenschaften an der Universität ist, so sehr schwindet doch (allen Exzellenzclustern zum Trotz) der Wert der Theologie im Kontext einer Universität, die sich immer weniger als Bildungs- und immer mehr als Ausbildungsort versteht. Ferner verliert eine ungläubige Theologie zunehmend ihre Glaubwürdigkeit und letztlich auch Kanon der Wissenschaften ihre Bedeutung. Wann hätte in den letzten 30 Jahren mal ein deutscher Theologieprofessor ein Buch geschrieben, das interdisziplinär rezipiert und anerkannt worden wäre.

Als Folge dieser freigeistig schwebenden Wissenschaft spuckt die Universität frustrierte und/oder (quasi-)ungläubige Absolventen aus, die dann in Priester-, Lehrer- oder sonstigen Berufen an der Wirklichkeit der Diskrepanz zwischen dem zu lehrenden / verkündenden Glauben und ihrer persönlichen Sicht scheitern. Auch das ist nicht zu unterschätzen. Und auch hier gilt: Existierende Ausnahmen bestätigen nur die Regel.

Gläubige – d.h. wirklich betende – Theologie und gute geistliche Begleitung – für Studenten wie Dozenten – sind für eine erfolgreiche Theologie unabdingbar. Berger spricht bei idea für die Bibeltheologie, die dieses Phänomen in besonders krasser Weise deutlich macht. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift des eigenen Glaubens kann unmöglich dazu führen, gerade diesen Glauben zu demontieren. Dabei schließe ich mich ausdrücklich nicht dem allgemeinen “Rumgeprügel” auf die historisch-kritische Wissenschaft an, denn das wäre ja gerade so, als würde ich den Seitenschneider aus dem Werkzeugkasten verbannen, nur weil man damit auch falsche Kabel durchschneiden kann. Der falsche Einsatz eines richtigen Werkzeugs hingegen kann sowohl für den Handwerker als auch für den Wissenschaftler dramatische Folgen haben.

Beitrag erschien zuvor auf: blog.peter-winnemoeller.de

Sven von Storch

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