Je suis oder nicht je suis – Satire auf dem Prüfstand
Je suis oder nicht je suis – Satire auf dem Prüfstand
Datum: 14.04.2016, 11:03
Ein unterdurchschnittlicher Humorkünstler macht ein schlechtes Gedicht und darf das über einen öffentlich-rechtlichen Sender verbreiten. Diplomatische Verstimmungen, Strafanzeige, die Frage, ob ermittelt wird oder nicht sowie Polizeischutz für den Möchtegernkomiker sind die Folge.
Rekapitulieren wir:
Da wird auf Kosten der Gebührenzahler des öff-rechtl. Rundfunks Mist über den Sender gejagt, der auch noch heftig beleidigend ist. Nun wird auf Kosten der Steuerzahler geprüft, man spricht von vier Ministerien, die damit beschäftigt sind, ob gegen den Komiker ermittelt wird. Zu allem Überfluß erhält der selbsternannte Poet jetzt auch noch auf Kosten der Steuerzahler Personenschutz. Eine teure Komik, die wir uns da leisten. Der Bundesrechnungshof sollte da mal ein paar Fragen stellen. Ebenso der Bund der Steuerzahler.
Komisch an der Sache ist nicht nur, daß man in der Türkei solch einem Schmarrn irgendeine Bedeutung beimißt. Wie schwach muß man eigentlich sein, wenn man nicht in der Lage ist, derartigen Schrott zu ignorieren. Despoten neigen zur Schwäche, das ist keine neue Erkenntnis. Doch hier wird wirklich übertrieben. Komisch an der Sache ist auch, daß sich unsere Bundesregierung der Sache überhaupt annimmt und dem Spektakel damit Bedeutung verleiht. Es gäbe da noch ein paar andere Probleme in unserem Land. Aber ja, mit Unterschichtfernsehen und mit Aktionen, die demselben öffentliche Relevanz verleihen, läßt sich das Volk gut ablenken.
Was reitet unsere Kanzlerin, sich von einem ausländischen Staatsoberhaupt so vor sich her treiben zu lassen? Wegen einer unkomischen Komödie läßt sie sich auf diplomatische Verwicklungen ein. Das muß einen anderen Grund haben. Internationale Politik ist großes Theater. Immer! Die Türkei spielt in der Flüchtlingskrise eine Rolle, die ihr von eben jener Kanzlerin zugewiesen wurde, die sich jetzt von Erdogan unter Druck setzen läßt. Aha! Schauen wir doch mal, was in den nächsten Wochen passieren wird.
Beitrag zuerst erschienen auf katholon.de
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