Inklusives Sprechen und Schreiben

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Inklusives Sprechen und Schreiben
Datum: 02.12.2014, 14:28

… ist ganz groß in Mode. Wer nicht erwähnt wird, findet nicht statt, lautet die These und äußert sich in Binnenmajuskeln, Unterstrichen und Sternchen.

Doch bei allen Inklusionsversuchen drängt sich mir immer wieder der Verdacht auf, als müsse stetig nachgebessert werden, weil ja doch wieder ein/eine/eines/* vergessen hat.

Es gibt eine Weise des Sprechens, die niemanden ausschließt, die nicht diskriminiert und die nichts und niemanden vergißt: Es ist *TUSCH* das generische Maskulinum, welches bei allgemeinem Sprechen, bei Ämter- und Funktionsbezeichnungen, bei Aufgaben und in vielen anderen Zusammenhängen einfach, unkompliziert genutzt werden kann. Das generische Maskulinum ist gut erprobt, allgemein verständlich und stellt eine flüssige Lesbarkeit von geschriebenen Texten sowie gute sinnerfassende Hörbarkeit des gesprochenen Wortes sicher.

Das allein würde nicht ausreichen, hätte es nicht den ganz großen Vorteil, wirklich niemanden/e/s/*/kramsundgedöns zu vergessen. Selbst der/die/das/x/*/kramsundgedöns wir noch nicht einmal kennen, weil noch kein Genderforscher selbiges erfunden hat, kann schon heute im generischen Maskulinum mitgemeint sein. Das generische Maskulinum ist konsequent gendergerecht, weil es von jeglichem biologischen, soziologischen, kulturellen und waswirnochgarnichterfundenhaben Geschlecht komplett unabhängig ist. Es ist diese so innovative, schlichte, praktische auf Zukunft des Sprachhandelns an sich ausgerichtete alles übergreifende grammatikale Trickkiste, die solches ermöglicht.

Ist das nicht genial. Wir müssen nur noch ein neues Wort erfinden, weil ja maskulin böse ist. Deshalb schlage ich vor, das generische Maskulinum künftig als generisches Inklusivum zu bezeichnen und alles ist gut.

Zuerst erschienen auf katholon.de

Sven von Storch

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