Ein trauriger Tag und eine finstere Stunde

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Ein trauriger Tag und eine finstere Stunde
Datum: 08.01.2015, 11:46

Die Ermordeten haben Väter, Mütter, Brüder, Schwestern, Kinder, Ehepartner und Freunde, die alle schwer schockiert sind von der grausamen Tat und nun um geliebte Menschen trauern werden.

Doch was liest man in Gazetten, Internetportalen, auf Twitter und hört im Radio? Man macht sich Gedanken, ob diese Untat wohl den Islamisten oder vielleicht Pegida oder möglicherweise in Frankreich der Front National und artverwandten Gruppen in europäischen Ländern nützt. Man fällt auf Facebook und in Kommentarbereichen übereinander her mit gegenseitigen Vorwürfen und Unterstellungen.

Es kann einen nur noch gruseln!

Haben die Kollegen in den Redaktionen wirklich jeden Anstand und jedes Taktgefühl verloren?

Muß wirklich jeder abgefeuerten Kugel gleich der Deutungsschlüssel medial hinter gefeuert werden?

Ein Verbrechen ist ein Verbrechen. Ein Mord muß ein Mord genannt werden. Die Täter müssen ermittelt werden und es gilt zu fragen, woher Terroristen mitten in Europa derartige Waffen, man hörte von einem Raketenwerfen, bezogen haben. In Europa, wo man nicht einmal eine Flasche Mineralwasser mit an Bord eines Flugzeuges nehmen darf, taucht mitten in Paris ein Raketenwerfer auf. Keine Frage, wer Waffen will und das Geld hat, bekommt jede Waffe. Aber sowas hinterläßt Spuren. Denen ist jetzt nachzugehen. Die noch flüchtigen Täter sind zügig zu ermitteln, zu verhaften und hart zu bestrafen.

Ein Verbrechen muß nach dem Strafgesetz be- und verurteilt werden, nicht jedoch nach dem ideologischen Hintergrund. Denn eines sollte seit dem linken Terror in Deutschland in den 70er Jahren doch wohl klar sein, jeder Versuch ein Verbrechen zu politisieren oder vor einen religiösen Hintergrund zu stellen, ist ein Versuch, es zu rechtfertigen. Für feigen, hinterhältigen Mord darf es in keinem politischen und in keinem religiösen System eine Rechtfertigung geben. Das gilt ausnahmslos für alle.

Es gilt jetzt auch nicht populistisch nach härteren Gesetzen zu rufen, es gilt die Gesetze in ihrer vollen Härte anzuwenden. Prävention als Schutz gegen Trittbrettfahrer, die mit Folgetaten auf diesen kriminellen Zug jetzt vielleicht aufspringen wollen, sollte obligat sein. Später dann kann man auch nach den Hintergründen fragen. Später dann kann man nach politischen Optionen und möglichen Konsequenzen fragen. Später … der Moment wird schon noch kommen.

Jetzt aber ist es an der Zeit, dem Erschrecken über diese Tat in angemessener Weise Ausdruck zu verleihen.

Es ist an der Zeit, den Angehörigen der Opfer das Mitgefühl auszusprechen.

Es ist an der Zeit, für die Ermordeten und die Verletzten zu beten.

Der Herr schenke ihnen die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihnen.

Herr, lasse sie ruhen in Frieden.

Amen.

Sven von Storch

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