Ob man das beim Schwulen-Ball sagen wird?

Weder beim Life Ball noch beim Song Contest - beide in Wien - wird man die schwule Community darauf aufmerksam machen, dass der EuGH das Blutspendeverbot für Schwule gebilligt hat. Dabei wären beide Ereignisse gute Gelegenheiten.

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Die Stadt Wien und der ORF haben seit Wochen nur noch ein (Doppel-)Thema: Life Ball und Song Contest. Also zwei Ereignisse, bei denen heterosexuelle oder gar enthaltsame Menschen nicht gerade den Inbegriff eines Vorbilds darstellen. Für viele Gäste wäre es daher eigentlich recht wichtig, die Fakten, die nun der Europäische Gerichtshof in einem Urteil verkündet hat, intensiv kommuniziert zu bekommen.

Der EuGH hat nämlich das Blutspendeverbot für Homosexuelle gebilligt (außer es werden noch geeignete Methoden gefunden, HIV-infizierte Blutspenden zu identifizieren). Nach einer französischen Studie ist die Rate der HIV-Ansteckung unter homosexuellen Männern 200 Mal größer als unter heterosexuellen. Und laut dem Robert-Koch-Institut entfallen in Österreich und Deutschland drei Viertel der ungefähr 3200 Neuinfektionen im Jahr auf Schwule.

Ziemlich schmerzhafte Fakten für die betroffene Community, um die Rot und Grün so eifrig wettfeifern. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass ebenso Prostituierte und Männer mit häufig wechselnden Partnern auf der Liste der Nicht-Blutspender stehen.

Aber dennoch ist sicher: Nichts davon wird die Propagandawelle rund um die beiden ORF/Rathaus-Events auch nur irgendwie beeinträchtigen. Nichts davon wird dort erwähnt werden, obwohl man gerade bei diesen Events die betroffene Gruppe durchaus gezielt warnen könnte.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Janda

Vielleicht hilft es sich darüber zu informieren was genau der Lifeball ist, um zu wissen ob HIV ein Thema sein wird oder nicht. Wikipedia schreibt dazu:"Der Life Ball (englisch für Lebensball) in Wien ist die größte Benefiz-Veranstaltung in Europa zu Gunsten HIV-infizierter und AIDS-erkrankter Menschen." Ich vermute also, dass es ein Thema sein wird ;)

Abgesehen davon wird man gerade in der Gay-Community sehr für dieses Thema sensibilisiert. Auf jedem CSD gibt es eine Schweigeminute für alle AIDS-Toten, auf queeren Jugendportalen, Nachrichtenseiten und auch sonstigen Websites wird das bei schwulem Sex erhöhte HIV-Risiko thematisiert, in jeder queeren Jugendgruppe wird darüber gesprochen, auch im Schwulen Museum kommt man daran nicht vorbei und wer selbst nur ab und zu in der Gay-Szene feiern geht muss sich niemals Kondome kaufen, da diese dort überall kostenlos ausliegen.

Es kann sich also, zumindest in Westeuropa, niemand beschweren er würde nicht genaug darüber aufgeklärt. Was die Leute aus diesem Wissen machen ist natürlich leider nochmal was anderes.

Gravatar: Freigeist

Eine solche Warnung halte ich auch für richtig. Man kann sowas nie häufig genug sagen.
Diese Gruppen haben jedoch auch Web-Sites, wo viel kommuniziert wird. Da ich solche Sites jedoch nicht anschaue kann ich darüber nichts vermelden. Schauen Sie doch mal auf die einschlägigen Seiten, wie dies kommuniziert wird und berichten Sie uns dann.

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