Mein Leben in der App.

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Einführung

Heute um sieben Uhr endete das Offline-Wochenende des SWR. Ein Schulversuch mit rund hundert Jugendlichen zeigte, was sich nach drei Wochen mit weggesperrten Smartphones bei Stimmung und Alltag veränderte. Eine Fahrstunde machte zugleich sichtbar, wie viele ganz gewöhnliche Dinge inzwischen in einer App stecken.

Um sieben Uhr endet das Offline-Wochenende. Ich greife zum Handy, sehe nach der Uhrzeit und bin eine Minute später zwischen Nachrichten, Terminen und Benachrichtigungen. Digga, der Bildschirm begrüßt mich schneller als mein Frühstück.

Der SWR lud Familien, Schulklassen und Sportteams ein, vom 25. September um 19 Uhr bis zum 28. September um 7 Uhr die Bildschirme wegzulegen. Dazu gibt es eine Dokumentation über eine Schule in Rheinland-Pfalz: Rund hundert Jugendliche gaben ihre Smartphones für drei Wochen ab.

Drei Wochen und etwas mehr Platz im Kopf

Ein Forschungsteam verglich die Jugendlichen ohne Smartphone mit einer Kontrollgruppe. Nach Angaben des SWR verbesserten sich Stimmung und psychische Belastung in der ersten Gruppe statistisch signifikant stärker. Die Jugendlichen berichteten zudem häufiger von besserem Schlaf.

Bei der Konzentration war der zusätzliche Unterschied zwischen den Gruppen statistisch nicht signifikant. Auch das gehört zur Geschichte. Drei Wochen an einer Schule liefern interessante Beobachtungen und werfen neue Fragen für den Alltag einer ganzen Generation auf.

Stimmung und Schlaf interessieren mich. Ich kenne diesen Moment am Abend: Handy weggelegt, eine Minute später will die Hand schon wieder hin. Drei Wochen können einem zeigen, wo die Aufmerksamkeit hingeht.

Dann meldet sich die Fahrschule. Genauer: ihre App.

Der SWR berichtete von einem Schüler, der während des Experiments eine Fahrstunde verschieben wollte. Laut dem Bericht lief die Terminänderung bei seiner Fahrschule über eine App. Aus dem Schulversuch wurde plötzlich eine ziemlich praktische Frage.

Das Handy sitzt im Käfig. Der Termin sitzt im Handy. Und ich soll was machen? Eine Brieftaube mit Führerschein zur Fahrschule schicken?

Diese Geschichte handelt von einer Fahrschule. Gerade deshalb taugt sie als Szene: Mein Telefon ist längst auch Fahrkarte, Kalender und Zugang zu alltäglichen Diensten.

Eine Pause hilft. Der Rest des Tages hat auch Termine.

Schulleiter Roland Eich sprach sich gegenüber dem SWR für einen gesunden Umgang mit dem Smartphone aus. Er nannte Fahrkarten, Schul-Apps, Recherche und Kontakte als Beispiele für seine praktische Bedeutung.

Also probiere ich eine eigene Regel: Benachrichtigungen gehören zu Dingen, die ich heute erledigen muss. Das Abendessen gehört den Menschen am Tisch. Die Fahrschul-App bekommt fünf Minuten davor. Den restlichen Abend behalte ich für mich.

Die letzte Folge der ARD-Dokumentation zeigt das Ende der drei Wochen und die Rückgabe der Smartphones. Mich interessiert der nächste Morgen: Was nehmen die Jugendlichen aus dem Versuch mit in ihren Alltag?

Ich kann das Handy weglegen.

Sobald ich es wieder in die Hand nehme, entscheide ich, was ich zuerst öffne.

Digga, vielleicht den Kalender. Instagram darf noch fünf Minuten schlafen.

Quellen:

Sven von Storch

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