Deutschland hat Angst. Ich habe eine Abbuchung.

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Einführung

Die am 1. Oktober 2026 veröffentlichte R+V-Studie zeigt die Sorge vor weiter steigenden Lebenshaltungskosten. 59 Prozent der Befragten ab 14 Jahren äußern diese Furcht. NullPlan sucht die Antwort nach einer nächtlichen Abbuchung auf seinem Handy.

Um 23:47 leuchtet mein Handy auf. „Zahlung ausgeführt.“ Digga, danke für die Nachricht. Ich liege im Bett, starre an die Decke und versuche mir die nächste Woche vorzustellen. Meine Banking-App hat offenbar schon einen Plan. NullPlan...

Eine Buchung fürs Wohnen, eine für die Fahrt, dazu der Einkauf. Jeder Betrag nimmt sich ein Stück von meinem Vorhaben. Vor einer Stunde habe ich noch nach einem Konzert am Wochenende gesucht. Jetzt springe ich zwischen Kontostand und Kalender hin und her.

Mein Kumpel schreibt: „Samstag dabei?“ Ich tippe: „Ich check kurz mein Budget.“ Mein Samstag hat jetzt einen Finanzberater. Er heißt Taschenrechner.

Eine neue Zahl für ein altes Gefühl

Heute ist die R+V-Studie über die Ängste der Menschen in Deutschland erschienen. 59 Prozent der Befragten sorgen sich wegen weiter steigender Lebenshaltungskosten; 2025 waren es 52 Prozent. Befragt wurden deutschsprachige Menschen ab 14 Jahren. Die Zahl beschreibt die gesamte Stichprobe; für unsere Generation bräuchte es eine eigene Auswertung. R+V – Studienergebnisse 2026

Neunundfünfzig Prozent. In einer Grafik ist das ein Balken. Auf meinem Handy heißen die drei Zeilen Wohnen, Essen und Fahrt. Die Sorge sieht in einer Pressemitteilung ordentlich aus. Auf meinem Display hat sie ein Fälligkeitsdatum.

In derselben Studie fürchtet sich jeder Zweite davor, dass Wohnraum unbezahlbar wird. Ein Zimmer für sich allein klingt da manchmal teurer als die ganze Playlist, mit der ich runterkomme. R+V – Presseinformation und Methode

Morgen beginnt mit der Rechnung von heute

Ich öffne meine Liste mit Dingen, die ich vorhabe: einen Kurs, ein paar Tage weg, einen neuen Laptop. Daneben steht die Liste für diesen Monat. Die erste wächst schneller. Die zweite kommt zuerst.

Auch höhere Steuern oder gekürzte Leistungen bereiten laut R+V 53 Prozent der Befragten Sorgen. Die Furcht vor einer schlechteren Wirtschaftslage stieg binnen eines Jahres um zehn Prozentpunkte auf 51 Prozent. Ich lese darin eine ziemlich einfache Frage: Wie viel Platz bleibt für meinen eigenen Anfang? R+V – Presseinformation und Methode

Mein Kumpel schreibt noch mal: „Also, Samstag?“ Ich schicke ihm ein Foto vom Tee auf meinem Tisch. „Komm her. Musik hab ich.“ Das Konzert wartet. Heute kommt wenigstens jemand vorbei, und der Abend geht weiter.

Ein Plan für diese Nacht

Morgen früh öffne ich mein Budget wieder. Für heute lege ich das Handy neben das Bett. In meiner Zukunft stehen auch Dinge jenseits der Zeilen in dieser App: ein Freund, eine Idee und der Bock, weiterzumachen.

Auf dem Display steht noch die Bestätigung der Abbuchung. Daneben blinkt eine neue Nachricht: „Tee geht klar.“ Ich grinse. Einen Posten für Samstag haben wir gerade geregelt.

Quellen:

Sven von Storch

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