Nichts gelernt bei SPIEGEL und Co.

Nachdem die ohnehin angekratzte Glaubwürdigkeit der Mainstreampresse heftig erschüttert wurde, sollte man denken, dass wenigstens für ein paar Tage Ruhe sein sollte. Besonders wenn es um Wahrheit und Lüge, Verantwortung und Aufarbeitung geht. Wir erinnern uns: nach Aufdeckung der Causa Relotius hatte der SPIEGEL „mehr Demut“ versprochen, andere Zeitungen und Zeitschriften gaben sich erschüttert.

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Nichts muss revidiert werden; noch nicht einmal das Urteil über Relotius’ Reportagen.“

Die taz geht sogar noch einen Schritt weiter: „In Wahrheit bestätigt die Affäre Relotius nicht jene Leute, die für ihre Ressentiments sowieso keine Argumente brauchen – sie widerlegt sie. Wären nämlich Erfindungen und andere Lügen an der Tagesordnung, dann hätte es keinen Grund für den Spiegel gegeben, den Vorgang im eigenen Haus zu skandalisieren.“ Dass der SPIEGEL die Zweifel an Relotius trotz Indizien ignorierte – ob nun bei Filmaufnahmen von SPIEGEL TV oder dem Einwurf zweier US-Amerikaner aus Fergus Falls, über das Relotius Falschbehauptungen aufstellte – wird natürlich geflissentlich übergangen.

Die ganze Arroganz wird aber ganz woanders deutlich. Auf Twitter kommt es am 21. Dezember, also gerade einmal einen Tag nach der Relotius-Enthüllung, zu einem Schlagabtausch zwischen dem SPIEGEL-Redakteur Hasnain Kazim und dem User Hans-Christoph Schlüter. Schlüter ist Initiator der pro-europäischen Organisation „WhyEurope“ und ein Gegner von Brexit und „Rechtspopulismus“ – also alles andere als ein ideologischer Gegenspieler von Kazim.

Wie empfindlich aber der Journalismus gegenüber jeder Kritik geworden ist, zeigt das folgende Gespräche, bei dem Kazim sich äußerst aggressiv zeigt. Der SPIEGEL-Redakteur sagt ganz offen: „Muss sie nicht interessieren, aber die Wahrheit ist, dass die meisten nicht selbst denken, sondern irgendwelchen Bullshit im Netz aufgreifen.“ Schlüter wirft ein: „Sehen Sie, das ist genau das Problem. Sie halten die meisten für zu blöd, um selbst zu denken.“ Schlüter weist richtigerweise darauf hin, dass eine solche Verhaltensweise nicht nur arrogant, sondern auch angesichts der Vorfälle der letzten Tage „hochgradig bedenklich“ seien. Schlüter spitzt zu: „Was richtig ist und was nicht, entscheiden Sie?“ Kazim antwortet prompt: „Wenn Sie so fragen: Ja, natürlich.“

Im Grunde ist damit über den Zustand der Medienwelt alles gesagt. Wahrheit wird nicht recherchiert, sie wird von Journalisten gemacht. Dumm ist jeder, der daran zweifelt, dass allein Journalisten bestimmen dürfen, welche Fakten gelten und welche nicht. Der Leser ist zu unmündig, sich selbst zu informieren. Dass eine solche Haltung nicht nur antidemokratisch, sondern auch antifreiheitlich ist, muss nicht ausgeführt werden. Es stellt sich dann jedoch die Frage, wer die echten Demokratiefeinde in diesem Land sind. Bei SPIEGEL und CO. hat man daher nicht nur nichts gelernt – man ist auch lernunfähig. Es bleibt einzig Arroganz.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Karl Brenner

Das was dort auf den Zeitungsständern steht, oder das was von den Sendern kommt dient der Unterdrückung und Ablenkung der Bürger. Es ist keine Kommunikation sondern Manipulation. Es kommt von einigen Wenigen und wird über die Masse der Menschen ausgegossen. Der Bürger hat niemals die Möglichkeit, diese Instrumente in seinem Sinne zu steuern. Das Ziel ist ungekehrt. Die Medien sollen die Bürger steuern.

Es gibt aber auch Ausnahmen.
Jungefreiheit, PAZ, compact, cato, ...

Und diese werden natürlich auch von den mit Lügen von der Lügenpresse überschüttet

Gravatar: Sigmund Westerwick

Nicht reformfähig

Ein schöner Beitrag über den Zustand der Medien, sie sind nicht lernfähig, glauben den Bürgener ihre Meinung vordenken zu müssen und scheinen sich nicht mal ansatzweise ihren Fehler zu sehen, sie sind mit sich selbst sehr im reinen und Abseits des bullshits.

Es ist die Aufgabe der Medien zum Mitdenken anzuregen und Fehler im System aufzuzeigen, und auch wenn das dümmste Schaf im Stall nicht mitdenkt, dann ist es der Feher der Medien die Bürger und ihre Leserschaft mitzunehmen, und wenn das nicht gelingt ist es eben der Fehler der Medien, die ihren Job nicht machen, stattdessen versuchen sie mit Überheblichkeit und durch Herabsetzung der Leser ihre 'Überlegenheit' hervorzuheben, und genau aus diesem Grunde sind die Altmedien überflüssig.

Gravatar: Tom der Erste

Hallo Herr Gallina - Sie sind wohl Hellseher ? Gerade fand ich einen netten Artikel dazu in der LVZ - Online . Bitte schön:

http://www.lvz.de/Nachrichten/Politik/Amberg-Das-Maerchen-von-rechten-Buergerwehren

Und nun raten Sie mal wer da wieder an vorderster Front mit dabei ist ? Naaa ? Der Spiegel natürlich, in trauter Zusammenarbeit mit der FAZ und der Mittelbayrischen Zeitung. Ist das nicht lustig ? Die haben sich noch nicht einmal von ihrer Relotius- Affäre erholt , nuscheln aber schon wieder das nächste Märchen vor sich hin.

Gravatar: famd

Dieser Kazim? - Woher kommen bloß die Kranken her?
Sind es Merkels Retorten-Zombies?

Gravatar: Jürgen Kurt Wenzel

Was ist da zu erwarten !!,, Journalisten , Diener der Macht!"- Was ist zu erwarten wenn die Medien so in der Tadition verharren , daß der ,, Stern " brutal den ,, Süd -"Sern des NS Propagandisten Henry Nannen bei behält und die Nachkriegsjurnalie von ihm geprägt und ausgebildet wurde ! Was ist zu erwarten , da wir sehen ,sich die Protagonisten von Lüge, Diktatur und Gewalt von 1945 bis heute ,immer wieder reinwaschen , verbünden , Kreide fressen , ihre Taten verleugnen , beschönigen und ihre Opfer ungestraft verhönen dürfen !!!! Göbbels währe stolz und Karl Eduard von Schnitzler hatte ,für mich heute , schmerzlich ,oftmals recht....!!!!!!

Gravatar: Tom der Erste

Hallo Herr Jürgen Kurt Wenzel ( 03.01.2019 - 15:21 ) , der Dr. Joseph Goebbels wäre überhaupt nicht stolz - denn seine Lügen waren subtil verpackt und nicht gleich durchschaubar, das lag aber daran daß er Kino, Rundfunk und Presse unter sich hatte und damit für Gleichtakt und Koordination gesorgt wurde. Die damaligen Schreiberlinge waren keine Dummköpfe. Heutzutage fühlt sich jeder Wanst der eine Tastatur bedienen kann gleich zu Höherem berufen und schmiert lustig drauflos. Da aber die Meinungen doch immer etwas auseinander gehen kommt jedesmal etwas Anderes heraus. Wir sollten nur mal die täglichen Berichterstattungen lesen und vergleichen.

... Merkel am Ende - drei Tage später : Merkel mächtigste Frau der Welt ... AfD im Abgang - drei Tage später: AfD und CDU fast gleich... Flüchtlinge überdurchschnittlich begabt - drei Tage später: große Schwierigkeiten bei Eingliederungen und Deutschkursen...

Die Unglaubwürdigkeit fängt schon damit an , wenn Straßennamen und Uhrzeiten durcheinander gebracht werden. Das bewußte Weglassen oder Verfälschen von Fakten und das landestypische Herumreden um den Kern der Sache ist schon bekannt und wird immer wieder festgestellt, dazu kommen die oberlehrerhaften Moralpredigten der Schreiberlinge.

Ein Journalist hat zu recherchieren und dann kurz und sachlich zu informieren. Belehrungen stehen dem Jounalisten nicht zu und seine eigene Meinung kann er in seiner Stammkneipe herausposaunen. Diese elende Wichtigtuerei von Milchgesichtern die noch nie im Leben einen produktiven Handschlag gemacht haben hängt mir persönlich zum Hals raus. Und wenn mir eine minderjährige Göre die Welt erklären will, dann ***** ...

Gravatar: Jürgen kurt wenzel

@Tom der Erste , mit dem Abstand der Zeit ist das richtig !! Damals gab es eben noch gemeinsame Werte trotz unterschiedlicher politischer Orientierung !! Heute haben wir es mit einem pervertiertem , unmoralischem System zu tun !! Ich erinnere mich mit Wehmut an die Haftkamarden , die sich Sozialdemokraten oder Komunisten nannten und nicht so verlogen und schmierig wie die heutige benannte Kanailie waren !!!

Gravatar: Matthias

Der Spiegel war von seiner DNA von Anfang an ein Lügenblatt. Nur erst jetzt wird vielen klar, wie gefährlich diese schlecht ausgebildeten Leuchten sein können. Echte Bildung ist etwas völlig anderes. Böse Werte haben knallharte Folgen. Wahrheit existiert in diesen Redaktionen nicht. Für die Süddeutsche dürfte ähnliches gelten. Bei der Hamburger Zeit hätte ich es gerne erlebt, dass Helmut Schmidt noch unter uns weilt, nur um zu erleben, auf welche Seite er sich schlagen würde. Leider ist dieses Experiment nicht durchführbar.

Kurt Tucholsky wird folgender Satz zugeschrieben: Zeitungen macht man wie Seifen.

Über den zahlenden Leser lachen die.

Gravatar: Tom der Erste

Zum Thema Bildung mal etwas aus meinem neuen Datenpool.

Da gibt es also einen Jüngling, geboren im Juni `87. Sein Abgangszeugnis vom Gymnasium Mönchengladbach 2006 : Deutsch 4 minus, Englisch und Spanisch als Fremdsprachen ebenfalls 4 minus, Literatur 4 minus, Geschichte 3, Sozialwissenschaften 4 plus, Mathematik 4 minus. Seine bisherigen " Arbeits" - Stellen: Ein Praktikum nach dem Anderen, bei Rundfunk, RTL und Presse. Erwähnenswert ist eine Bewerbung bei einem gut bekannten Wald - und Wiesenblatt. In dieser Bewerbung wird dem zukünftigen Brötchengeber schon mal klargemacht was sich der Praktikant so vorstellt. Der junge Herr hatte einen angebotenen Job als stellvertretender Chefredakteur ausgeschlagen weil er sich zu Höherem berief - so in der Bewerbung: Des Weiteren wurde Seitens des Bewerbers auch gleich ein Vorschlag zu Dauer , Tätigkeitsfeld und Zeitraum des Praktikums vorgeschlagen aber dem Brötchengeber gnädigerweise gestattet anderenfalls die hauseigenen Richtlinien anzuwenden. Wie aufgrund des Zeugnisses zu erwarten war - Rechtschreibe- und Grammatikfehler, fein säuberlich im Text verteilt.

Und das, liebe Freunde, sind genau diejenigen, die nichts können außer herumfaseln und die Welt erst erklären und dann retten wollen.

Einzelheiten dazu gibt es hier -> http://www.pi-news.net/2019/01/hacker-angriff-total-nun-volk-steh-auf-und-sturm-brich-los/

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