Neue Strategie der Gender-Ideologen: Verharmlosung

„Geschlecht, Sexualität und Lebensform als gänzlich gesellschaftlich hervorgebracht begreifend, arbeite ich eine Vorstellung von Handlungsfähigkeit heraus, die die Möglichkeit bewußter Aktivität gegenüber Normen und ein Neuentwerfen von Existenz- und Lebensweisen beinhaltet.“

Veröffentlicht:
von

Das schrieb Professorin Jutta Hartmann im Jahr 2002 in „Vielfältige Lebensweisen - Dynamisierungen in der Triade Geschlecht - Sexualität - Lebensform. Kritisch-dekonstruktive Perspektiven für die Pädagogik“. Hartmann war eine der wichtigsten Exponenten der sog. „Dekonstruktiven Pädagogik“. Diese „Pädagogik“ unterwirft sämtliche grundlegenden Denkmodelle der Moderne - wie Vernunft, Subjekt, Identität, Einheit, Emanzipation oder Fortschritt - einer radikalen Kritik bis hin zur Verneinung der Existenz dieser Begriffe.
Als Hartmanns Buch erschien, waren „Gender“, „Dekonstruktion der Geschlechter“ und „Vielfalt sexueller Orientierung“ Themen, die eine geringe Rolle außerhalb der Fakultäten spielten.
Doch es gab große Pläne, Gender & Co. in der Gesellschaft zu implementieren. Dies sollte über die Schulen gehen. Deshalb setzten sich Personen wie Jutta Hartmann ans Werk, eine Pädagogik zu entwerfen, die die Dekonstruktion der Geschlechter bei den Schülern betreiben könnte. Eben die „Dekonstruktive Pädagogik“.
Es gab in diesen Jahren schon Versuche, solche Konzepte an den Schulen anzuwenden. Ein Beispiel waren die sog. „schwul-lesbischen Aufklärungsprojekte“. Franz Timmermann (der viele Jahre später zusammen mit Elisabeth Tuider das skandalöse Praxisbuch „Sexualpädagogik der Vielfalt. Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit“ herausbrachte) schrieb damals eine „Evaluation schwul-lesbischer Aufklärungsprojekte in Schulen“.
Dort steht: „Die scheinbare Eindeutigkeit konstruierter Systeme, die die Menschen entweder in ‘Männer’ oder ‘Frauen’ bzw. ‘Hetero’- oder ‘Homosexuelle’ einteilen, ist die Grundlage eines binären, biologistischen, essentialistischen, fundamentalistischen und totalitären Denkens, das die Welt nur in Polaritäten wahrnehmen will und kann. … In letzter Konsequenz läuft diese Perspektive auf eine moralische Unterscheidung in ‘Gut’ und ‘Böse’ hinaus.“
Texte dieser Art findet man in Hülle und Fülle in verschiedenen Sprachen. So schrieb der kanadische Soziologe Michel Dorais 1999 in seinem Buch „Éloge de la Diversité Sexuelle“ ("Lob der sexuellen Vielfalt", eigene Übersetzung aus dem Französischen): „Seitdem wir angefangen haben, die Schubladen Männer und Frauen, männlich und weiblich, heterosexuell und homosexuell zu kreieren, haben wir aus dem Auge verloren, was ein sexualisiertes Sein und was eine Bevölkerung in ihrer Vielfalt sind.“
Am ehrgeizigsten waren die englischsprachigen Feministinnen. Man braucht nur in den Büchern von US-amerikanischen Autorinnen wie Judith Butler zu blättern, um fündig zu werden.
Doch zur Zeit wollen die Gender-Ideologen wenig davon wissen. Wenn sie auf solche theoretischen Texte angesprochen werden, antworten sie, man würde übertreiben. Das war der typische Vorwurf vom baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann gegen die Bildungsplan-Gegner.
Die Journalistin Veronika Wawatschek produzierte Anfang 2015 für den Bayerischen Rundfunk eine Sendung mit dem Namen „APO von christlich-rechts?“. Auch sie warf den Bildungsplan- und den Gender-Gegnern generell vor, sie würden maßlos übertreiben. Bei „Gender“ und „Gender Mainstreaming“ ginge es lediglich um Gleichberechtigung, nicht mehr, so Wawatscheks Suggestion.
Verharmlosen ist zur Zeit generelle Taktik der Gender-Ideologen.
Diese Taktik ist die Reaktion der Genderisten auf den gewaltigen Widerstand gegen die Einführung dieser Ideologie in den Schulen. Solange die Gender-Ideologen nicht den Versuch unternahmen, die Kinder zu indoktrinieren, kümmerten sich wenige um sie. Erst der Griff nach den Seelen der Kinder weckte die Eltern auf, nicht nur auf nationaler Eben. Die Proteste gegen den sog. „Lunacek-Bericht“ im Europäischen Parlament mobilisierten Menschen in ganz Europa.
Die Menschen, die noch bei klarem Verstand sind und erkennen, dass Gender ein Irrsinn, eine Doktrin wider die Vernunft ist, sollten stets bemüht sein zu zeigen, wie radikal und gefährlich die Gender-Ideologie ist. Zum Beispiel, in dem die Grundlagentexte bekannt gemacht werden. Diese sprechen für sich.
 
Hinweis: An diesem Sonntag (28. Februar 2016) findet die nächste "Demo für Alle" statt. InfosHIER

Beitrag zuerst erschienen auf mathias-von-gersdorff.blogspot.de

Für die Inhalte der Blogs und Kolumnen sind die jeweiligen Blogger verantwortlich. Die Beiträge der Blogger und Gastautoren geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion oder des Herausgebers wieder.

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte
unterstützen Sie mit einer Spende unsere
unabhängige Berichterstattung.

Abonnieren Sie jetzt hier unseren Newsletter: Newsletter

Kommentare zum Artikel

Bitte beachten Sie beim Verfassen eines Kommentars die Regeln höflicher Kommunikation.

Gravatar: Gernot Radtke

@ Stefan
.
Das ist ja auch ein Freiticket für Pädophile, die sich gerne in Kindertoiletten aufhalten. Genderismus - der reinste Irrsinn, theoretisch wie dann auch praktisch. Alles ein im Selbstwiderspruch landender Teil der linken Moralverblödung, die offenbar schon universal ist und sich rasant ausbreitet.

Gravatar: Gerd

Sehr geehrter Herr Gersdorff
Auf Zeit Online vom 22.Feb,.unter Kultur, von Stephanie Wurster.
"Bitte nennen sie mich X".
Das passt auch sehr gut in dem von Ihnen benannten Kuschelkurs der Genderristen.
Es liest sich wie ein Werbeangebot einer Sekte.

Gravatar: Jürg Rückert

Es muss destruktive Pädagogik, nicht dekonstruktive heißen.

Im Übrigen finden wird bei allen Verführern einen Dreischritt:
1. Phase: wahre Absicht negieren, eine andere vorschieben, schöne Verpackung anbieten
2. Phase: Auswirkungen bagatellisieren
3. Phase: die Fakten sind geschaffen!

Wer hier vom Baum der Erkenntnis essen will, der lese "Wie mann Kannibalismus hoffähig macht", das Overton-Fenster,
http://de.wikimannia.org/Overton-Fenster

Gravatar: Stefan

Die "Human Rights Commission" von Washington State hat eine verpflichtende Richtlinie für den Gebrauch von Umkleidebereichen und Toilettenanlagen in privaten und staatlichen Unternehmen und Einrichtungen mit mindestens acht Angestellten ('covered entities' ) erlassen, die seit Anfang 2016 rechtswirksam ist. [ http://www.hum.wa.gov/media/dynamic/files/217_162-32%20final.pdf ]

"In such facilities where undressing in the presence of others occurs, covered entities shall allow access to and use of a facility consistent with that individual's gender expression or gender identity.
.....
if another person expresses concern or discomfort about a person who uses a facility consistent with that individual's gender expression or gender identity, the person expressing discomfort should be directed to a seperate gender-neutral facility, if available."


Ab sofort erhält jeder Mann der sagt er fühle sich als Frau ungehindert Zugang zu Bereichen die geschaffen wurden um die Privatsphäre von Frauen zu schützen. Fühlt sich eine Frau durch die Anwesenheit von einem solchen Mann unwohl oder belästigt muss sie sich entweder damit abfinden, oder, falls auch Unisex-Räumlichkeiten vorhanden sind auf diese ausweichen. Der Mann darf bleiben.

Gravatar: Gernot Radtke

"Dekonstruktive Pädagogik“ (...) unterwirft sämtliche grundlegenden Denkmodelle der Moderne - wie Vernunft, Subjekt, Identität, Einheit, Emanzipation oder Fortschritt - einer radikalen Kritik bis hin zur Verneinung der Existenz dieser Begriffe." - Nur sich selbst nicht. Was ist eigentlich das Eichmaß dieses 'wissenschaftlichen' Aberglaubens, der sich im permanenten Selbstwiderspruch befindet? Das Eichmaß dieser Quacksalber ist die Machtlust und der gut bezahlte Job im Öffentlichen Dienst als Dauerschurigler des Volkes und seiner Kinder! Der Mensch, lebenslang in den Händen geistig drittklassiger Pädagogen, die sich die Auslegung der Welt anmaßen - ogottogott ...

Schreiben Sie einen Kommentar


(erforderlich)

Zum Anfang