Müntefering und Würmeling

In einem Interview mit der WELT erwähnt Franz Müntefering (SPD-Vorsitzender) den ehemaligen Familienminister Franz-Josef Würmeling und verleumdet ihn subtil durch Auflistung in einer Reihe mit bekannten Altnazis der 50er Jahre.

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Dies hat Herr Würmeling nicht verdient. Franz-Josef Würmeling war Sohn eines bekannten Zentrumspolitikers und selbst Mitglied der Zentrumpartei. Bis 1939 war Herr Würmeling in verschiedenen Funktionen im Staatsdienst tätig. 1939 wurde er aus politischen Gründen zwangspensioniert. Im Gegensatz zu Herrn Müntefering hat Herr Würmeling etwas für die Familien geleistet: So geht die 1955 eingeführte verbilligte Bahnfahrkarte für Großfamilien auf die Initiative von Herrn Würmeling zurück; diese Fahrkarte ist heute noch als "Würmeling" bekannt. Herr Würmeling war katholisch und Familienvater von 5 Kindern.

Herr Müntefering ist dagegen nur einer der profiliertesten Spindoktoren der Bundesrepublik. Es ist uns nicht bekannt, dass irgendeine seiner politischen Leistungen Familien zugute gekommen wären. Herr Müntefering war zweimal verheiratet. Aus der ersten geschiedenen Ehe stammen zwei Töchter. Bereits ein knappes Jahr nach dem Tod seiner zweiten Frau zeigte sich Herr Müntefering in der Öffentlichkeit mit einer jungen Freundin. Herr Müntefering lässt zwar vor Wahlen gern erkennen, dass auch er katholisch ist. Es ist jedoch ziemlich eindeutig, dass die katholische Konfession hier allein als Marketingargument benutzt wird und absolut nichts mit seinem persönlichen Leben zu tun hat.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Thomas Windhöfel

Vielen Dank, Frau Siemer! In dieser Zeit hat die Ehrabschneidung Konjunktur, und das Internet ist eine der gefährlichsten Waffen hierfür. Die Rechtsordnung ist demgegenüber ebenso macht- wie hilflos. Es ist schön zu shen, dass dies auch andere stört.

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