Mister Lufthoheit ist Hoffnungsträger der SPD

"Wir wollen die Lufthoheit über den Kinderbetten erobern", verkündete 2002 Olaf Scholz, damals noch SPD-Generalsekretär. Aktuell will er neuer erster Mann in Hamburg werden. Nach dem vorzeitigen Ende der Schwarz-Grünen Koalition in Hamburg stehen die Chancen für einen klaren Sieg der Sozialdemokraten bei den voraussichtlichen Neuwahlen im Februar äußerst günstig.

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Als Scholz vor acht Jahren seine Hände nach den Kinderbetten ausstreckte, hatte der intensive Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen unter Rot-Grün gerade begonnen. Für diesen Satz mußte er damals noch einiges an Kritik einstecken. Der Inhalt seiner Worte aber blieb nicht nur als Idee in der Familienpolitik auch nach Rot-Grün mit Ursula von der Leyen und ihrer Krippenplatzausbauoffensive bis heute erhalten. Die Eroberung der Kinderbetten ist in vollem Gange. Und wenn aktuell die Grünen und die SPD nach Zwangs-Ganztagsschulen und Kindergartenpflicht rufen, ist das nur konsequent. Von der Wiege bis zur Bahre in staatlicher Obhut, so sieht sozialdemokratische Gründlichkeit aus.

Nun ist Mister Lufthoheit wieder da und könnte zum Türöffner für seine Partei werden. Denn sollte er einen Wahlsieg einfahren und Hamburgs neuer Bürgermeister werden, kann dies möglicherweise für seine angeschlagene Partei im Bund eine Trendwende einleiten. Neueste Umfragen sehen die SPD in Hamburg bei 45%; die CDU käme gerade mal auf 28%. Hamburg bildet den Auftakt zu einem intensiven Wahljahr. 2011 stehen uns sechs weitere Landtagswahlen bevor, unter anderem in wichtigen Ländern wie Baden-Württemberg und Berlin. Die Hoffnungen der SPD liegen derzeit auf Hamburg und Scholz. Und der hat seine Hand sicher schon wieder ausgestreckt, dieses Mal nach den Wählern.

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: pirat

es stimmt die SPD verfolgt sozialistische Konzepte. Demgegenüber steht die FDP aber für eine grundlegend familienfeindliche Politik

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