Minarette und "leere" Kirchen

Nach der Schweizer Volksabstimmung gegen die Minarette ist wieder viel von "leeren Kirchen" die Rede. Tatsächlich deutet sich eine Wende an: Noch kaum bemerkt docken junge Familien vielerorts wieder an die Kirchen an.

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"Die Moscheen sind voll, unsere Kirchen sind leer" schreibt Fanz Josef Wagner in BILD. Die unsinnige Behauptung, unsere Kirchen seien leer, efährt oft eine noch unsinnigere Steigerung. Die Kirchen, heißt es da, würden "immer leerer". Frank Plasberg setzt jetzt noch die keinem Fakten-Check standhaltende Behauptung drauf, die Austrittszahlen würden "seit Jahren ansteigen".  (von 2003 bis 2006 nahmen sie ab).

Dass auch gute Journalisten wenn es um die Kirche geht vergessen, dass man "leer" nicht steigern kann hat seinen Grund: Man geht selber nicht und will das latent schlechte Gewissen mit der immer wieder kolportierten Gewissheit betäuben, dass ja auch sonst niemand hingeht. Tatsächlich gibt es bei allen christlichen Kirchen und Gemeinschaften etwa vier Millionen allsonntägliche Kirchgänger. Keine andere gesellschaftliche Gruppe bringt auch nur entfernt so viele Menschen zusammen - auch ihne, dass besondere "Events" geboten werden. Von den 25 Millionen Katholiken nehmen etwa vierzig Prozent mindestens einmal im Monat an der Heiligen Messe teil.

Sogar im RBB-Fernsehen war jüngst zu sehen, dass in Berlin Prenzlauer Berg, einem besonders von jungen Familien bewohnten Trend-Berzirk der Hauptstadt, der sonntägliche Gotesdienstbesuch wieder "dazugehört". Tatsächlich können Kirchen wir die Herz-Jesu-Kirche in der Fehrbelliner Straße sonntags kaum die Menschen fassen, auch andere Berliner Kirchen haben Zulauf, vor allem von Familien. Deutet sich da ein neuer Trend an?

In der Schweizer Minarett-Abstimmung zeigt sich die tiefe, oft noch diffuse Verunsicherung der von christlicher Kultur geprägten angestammten Bevölkerung angesichts fehlenden Wissens um die eigene Identität und angesichts der Herausforderung durch den Islam. Noch zaghaft, aber nicht nur in Berlin schon sichtbar, suchen wache Bevölkerungskreise Anschluss an die Kirche. Oft unbewusst suchen sie damit einen Zugang zu den Quellen unserer Kultur. Diese Selbstvergewisserung muss vorausgehen, damit wir uns, spät genug, endlich zur Selbstbehauptung aufraffen und die Werte verteidigen und neu mit Leben erfüllen, die wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen wollen.

 

 

 

 

 

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Kommentare zum Artikel

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Gravatar: Hein

Man hat aus der Geschichte nichts gelernt.
Den Islam hatten wir schon mal vor Europas Toren.
Jetzt beginnt wieder so eine schleichende Unterwanderung. Wenn Leute islamistischen Glaubens zu uns nach Europa kommen, dann sollten sie sich gefälligst anpassen und sich nicht so aufführen wie in der Heimat, die sie verlassen haben. Beten und ihren Glauben ausüben koennen sie überall auf dert Welt, da hat keiner was dagegen. Nur daß man dazu unbedingt ein Minarett braucht, ist nicht nachvollziehbar.
Wenn sie so nicht leben koennen, dann bitteschoen ab nach hause wo sie hergekommen sind. Wie viele christliche Kirchen werden denn in ihrem LAnd geduldet, geschweige denn werden Leute die ihrem christlichen Glauben nachgehen verfolgt und getoetet. Wo sich der Islam breitgemacht hat, hat es immer Terror und Mord gegeben. Dabei wird der Koran nur vorgeschoben um sich rechtzufertigen.
Daher wäre es besser wenn die Leute, die sich nicht anpassen koennen oder wollen, wegbleiben und unter sich bleiben und zwar dort wo sie herkommen.

Sollte nur mal ein Denkanstoss sein.

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